Doch ein Konkurrent für den Traunstein

    7. Oktober 2011, 16:56
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    Die lohnende, aber ungefährliche Besteigung des Erlakogels über dem Traunsee

    Die markante, rund 1200 Meter über den Traunsee aufragende Felspyramide des Traunsteins ist ohne Zweifel eine der markantesten Erhebungen Österreichs. Der Berg stelle alle seine "Konkurrenten" in den Schatten, heißt es in einer Publikation, ein Autor nannte ihn den "Berg, den aller Reisenden Augen suchen und erkennen". Über den benachbarten Erlakogel redeten und schrieben nur wenige. Dabei bietet er eine Aussicht, die jener vom Traunstein um nichts nachsteht. Sein größter Vorteil aber: Seine Besteigung ist ungefährlich.

    Alle Steige auf den Traunstein sind zumindest teilweise dem Steinschlag ausgesetzt, was viele Bergwanderer schon büßen mussten, auf dem Erlakogel - der "Nasenspitze der schlafenden Griechin" - gibt es derartige unkalkulierbare Gefahren nicht. Erst die letzten Meter zum Gipfel führen über felsiges Terrain und verlangen etwas Trittsicherheit, sonst aber hat der Wanderer nichts zu befürchten.

    Vom höchsten Punkt genießt man einen einmaligen Tiefblick auf den Traunsee und die malerischen Ortschaften auf dessen westlichem Ufer. Man überblickt zahlreiche Höhen vom niederösterreichischen Ötscher bis zu den Eisfeldern des Dachsteins, zum Panorama gehören Großer Priel und Spitzmauer im Toten Gebirge, die Bischofsmütze im Gosaukamm, der Hochkönig und das gesamte Höllengebirge mit Höll-, Feuer- und Brunnkogel sowie ein beträchtlicher Teil der Osterhorngruppe. Man überschaut den gesamten Traunsee und erblickt einen Abschnitt des Alpenvorlandes.

    Eine Panoramascheibe erleichtert das "Ansprechen" der in Sichtweite liegenden Erhebungen. Seit etwa anderthalb Jahrzehnten gibt es auf dem höchsten Punkt ein Gipfelkreuz.

    Das "alpine Aschenbrödel" neben dem "konkurrenzlosen" Traunstein lockt nur wenige Bergwanderer an, diese aber genießen die Ruhe und Einsamkeit, auch wenn man an windstillen Tagen die Rufe von den Besteigern des Traunsteins hört.

    Der Berg hat einige "Stammkunden", die - wie man dem Gipfelbuch entnehmen kann - sehr häufig diesen Gipfel besteigen und ihm wesentlich mehr Vorteile abgewinnen als dem berühmten Traunstein.

    Die Tour verlangt gute Kondition, denn die Route ist steil und anstrengend, auch braucht man gutes Wetter, denn es gibt keine Hütte und keinen Unterstand. Bei schlechtem Wetter ist von einer Bergwanderung auf den Erlakogel abzuraten.

    Die Route: In Rindbach - nahe Ebensee - beginnt die rote Markierung mit der Nummer 421, die sehr zügig zur Höhe führt und kaum flachere Abschnitte aufweist. Auf der Spitzsteinalm genießt man zum ersten Mal die Sicht zum Dachstein. Relativ steil geht es weiter, zum Schluss erreicht man über einen felsigen Pfad den höchsten Punkt. Gehzeit ab Rindbach drei bis 3½ Stunden.

    Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, vom Gipfel bis zum Ausgangspunkt braucht man zwei bis 2½ Stunden.

    Gesamtgehzeit fünf bis sechs Stunden, Höhenunterschied 1100 Meter. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/08.10.2011)

    • Der Traunsee.
      foto: österreich werbung/h.wiesenhofer

      Der Traunsee.

    • Kein Stützpunkt an der Route, auf der Spitzsteinalm gibt es eine Quelle. ÖK25V Blatt 3206-West (Gmunden), Maßstab 1:25.000
      grafik: der standard

      Kein Stützpunkt an der Route, auf der Spitzsteinalm gibt es eine Quelle. ÖK25V Blatt 3206-West (Gmunden), Maßstab 1:25.000

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