Das große Entgiftungsorgan reagiert mitunter empfindlich auf die Einnahme von Arzneimitteln
Im Rahmen der Zusammenarbeit von Linda Apotheken und der Deutschen Leberstiftung haben sich 30 Apotheken an einem wissenschaftlichen Projekt zum Thema „durch Medikamente verursachte Lebererkrankungen" beteiligt. Erste Ergebnisse zeigen, dass bei deutlich mehr Personen als erwartet erhöhte Leberwerte aufgrund einer Medikamenteneinnahme aufgetreten sind.
Medikamente können unter bestimmten Umständen die Leber schädigen. Bei welchen Personen es dazu kommt, ist schwierig vorherzusagen, da vermutlich die Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Aktuell gibt es zur Häufigkeit medikamentös bedingter Leberschädigungen kaum Daten. Daher hat die Deutsche Leberstiftung in Zusammenarbeit mit ausgewählten Linda Apotheken eine Befragung durchgeführt. Zielsetzung war es zu ermitteln, wie oft erhöhte Leberwerte nach Arzneimitteleinnahmen vorkommen und welche Risikofaktoren für Leberschädigungen durch Medikamente gelten. Wissenschaftlich betreut wurde das Projekt von Frank Lammert und seinen Mitarbeitern der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums des Saarlandes.
Rücksprache und Kontrolle
Befragt wurden volljährige Personen, die rezeptpflichtige oder frei verkäufliche Medikamente einnehmen. In sechs Wochen konnten in 30 Apotheken insgesamt 646 Fragebögen ausgefüllt werden. Die erfassten Daten werden derzeit ausgewertet und anschließend publiziert. Ein Trend zeichnet sich bereits jetzt ab: Deutlich mehr Personen, als erwartet, weisen erhöhte Leberwerte infolge einer Medikamenten-Einnahme auf.
Die Kunden werden mit dem Ergebnis nicht alleine gelassen. Sie können sich in einer von Experten der Deutschen Leberstiftung besetzten Telefonsprechstunde beraten lassen. Leberwerterhöhungen unter Medikamenteneinnahme sind in jedem Fall kontrollbedürftig, rechtfertigen jedoch nicht immer ein Absetzen der Medikamente. (red)