Ist Demokratie auf Grundlage der Scharia möglich?

Leserkommentar | 29. Oktober 2011, 10:15

Beunruhigung vielerorts über die Einführung der Scharia in Libyen und Tunesien. Man hat den Leuten geholfen- und nun das! Alles halb so schlimm, winken nun manche ab. Ist es das wirklich?

Zunächst ist die Scharia kein juristisches System wie wir es kennen, mit grundlegenden Rechtsprinzipien und davon abgeleiteten Paragraphen. Die Scharia ist einfach ein Abgleich: Was ist konform mit den Lehren des Islam und was nicht? Es wird also verglichen. Zunächst einmal mit dem Koran. Weil aber der Koran höchstens 500 juristisch verwertbare Stellen aufweist, nimmt man die Hadithen dazu.

Als wichtigstes Standbeine der Scharia gelten die Hadithe

Hadithe sind in islamischer Tradition die Sprüche und Taten des Propheten, die als Beispiel eines perfekten religiösen Lebens gelten: Was hat Mohammed zu diesem oder jenem Anlass gesagt oder getan, welche Verbote und Gebote erließ er? Aber auch: was war sein Lieblingsessen (Kürbis), wer war seine Lieblingsfrau (Aischa), wie war sein Bart gefärbt, und wen traf er alles bei seinen nächtlichen Ausflügen in den Himmel oder in die Hölle an. Kurzum - nahezu jede denkbare und undenkbare Situation ist durch ein Hadith repräsentiert. Und mit diesen Sprüchen werden Rechtsfälle abgeglichen.

Zweihundert Jahre Verspätung

Die Zahl der Hadithe überschreitet insgesamt die Millionengrenze. Der sunnitische Islam kennt sechs kanonisierte, also "offizielle" Hadithsammlungen, der schiitische fünf. Andere haben wieder andere Sammlungen. Die "anerkannten" Sprüche gehen noch immer in die Zehntausende- und eine allgemein akzeptierte Übereinkunft darüber gibt es nicht.

Die Hadithe entstanden hauptsächlich zwischen den Jahren 850 (Buhari) und 915 (Nasa‘i). Das bedeutet 200 bis 300 Jahre nach dem Propheten (gest. 632). Nach islamischer Tradition wurden die Hadithe von Generation zu Generation mündlich weitergegeben.

Wie authentisch ist das Material?

Dies wirft natürlich die Frage nach der Authentizität des Materials auf. Warum wurden die Sprüche mit so großer zeitlicher Verzögerung aufgeschrieben? Und wie verlässlich sind Sprüche, die über sechs Generationen oder noch mehr erzählerisch weitergereicht wurden, von Teefeuer zu Teefeuer, von Bazar zu Bazar, bis sie schließlich bei einem der Sammler landeten? Das wäre so, als würden wir heute von den Taten Napoleons erfahren, in sämtlichen Details einschließlich aller seiner Reden, weitergegeben ausschließlich durch mündliche Erzählungen. Welche Verlässlichkeit hätte das?

Die Hadithe sind meist in wörtlicher Rede abgefasst, und jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt, handelt es sich doch um das wichtigste juristisches Instrument; denn im Gegensatz zum Koran liegen Hadithe in ausreichender Menge vor. Die Menge ist in Wirklichkeit erdrückend, und das ist neben der nicht für jedermann nachvollziehbaren Tradierung das Hauptproblem.

Probleme mit der Echtheit

Jedem ist klar, dass die Hadithe in ihrer Gesamtzahl nicht authentisch sein können. Aus dem dritten islamischen Jahrhundert ist noch dazu eine florierende Hadith-Industrie nachgewiesen. Hadithe wurden zu Tausenden "entdeckt", auf Bestellung angefertigt, und mit den Namen des Propheten und der "Gewährsmänner" aus seiner Umgebung versehen.

Es gab und gibt immer noch Versuche, "echte" Sprüche von "falschen" zu trennen. Untersucht wird dabei nicht das Hadith selber, sondern das isnad , das ist die Kette der Tradenten, indem man versucht die charakterliche Integrität und intellektuelle Kapazität des Erzählers herauszufinden um so den Wahrheitsgehalt eines Hadith zu ermitteln. Der offizielle Sammler al-Dawud verfügte nach eigenen Angaben über 500 000 Hadithe Rohmaterial, al-Buhari über 600 000, wovon sie 4800 bzw. 7400 als "echt" verwendeten. Das heisst, nur diese beiden Sammler hätten eine Million Überprüfungen durchführen müssen.

Ein Hadith aus der Sammlung des al-Buhari

Abu Sail al-Khudri berichtet: "Der Prophet sagte zu den Frauen: "Ist es nicht so, dass der Zeugenaussage einer Frau das halbe Gewicht der Zeugenaussage eines Mannes zukommt?" Sie erwiderten: "Ja, oh Gesandter Gottes!" ... "Der Grund dafür ist euer mangelhafter Verstand."

Niemand weiß, wie viele Hadithe welchen Anerkennungsgrades aktuell kursieren. Die Anerkennung der einzelnen Hadithe ist denn auch unterschiedlich. Was sich pompös "Islamische Rechtsschulen" nennt, ist nicht viel mehr als die Festlegung auf den Gebrauch bestimmter Referenzhadithe. Während die frühesten islamischen Rechtsschulen ganz ohne Hadithe auskamen und generelle Rechtsprinzipien entwickelten, beschränkten sich alle späteren Schulen auf den bloßen Abgleich: Was hat der Prophet dazu gesagt, was seine "Genossen", was seine "Nachfolger"?

Für jeden das passende Hadith

Die hauptsächliche juristische Grundlage der Scharia sind also Zitate, die hunderttausendfach in wörtlicher Rede über Generationen mündlich weitergegeben wurden, bis sie 200 - 300 Jahre nach ihrem Ausspruch zur Verschriftlichung gelangten.

Sie spielen die zentrale Rolle zumindest im sunnitischen Islam. Denn die Sira, die Lebens-Geschichte des Propheten ist nichts weiter als biographisch aufbereitetes Hadithenmaterial. Das macht die Hadithe zum wichtigsten Baustoff für die Sunna, das ist die "Prophetentradition", nach der sich die Sunniten benennen. Bereits im 3.islamischen Jahrhundert wurde die Göttlichkeit der Sunna verkündet und damit traten die Hadithe nahezu gleichwertig neben den Koran (was nebenbei erwähnt, ein großes Problem für moderne islamische Theologen aufwirft).

Mörderisch oder liberal: Die schiere Menge der Hadithe (und auch die Widersprüchlichkeit zahlreicher Koransuren) lässt theoretisch alles offen. Ob Demokratie auf der Grundlage der Scharia möglich ist? Diese Frage erhebt sich nicht unmittelbar. Zuvor müssen die Betroffenen die Frage klären, wie man mit diesem System Rechtssicherheit erreichen will, ohne die ein Rechtsstaat nicht möglich ist. (Leser-Kommentar, Norbert Schmid, derStandard.at, 29.10.2011)

Autor

Mag. Norbert Schmidt, geboren 1947, ist Publizist und arbeitete fünfzehn Jahre in islamischen Ländern. Er beschäftigt sich mit geisteswissenschaftlichen Studien mit dem Schwerpunkt "Der frühe Islam".

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Und was würden Sie vorschlagen?

Einmarsch der NATO Truppen, wenn es nicht so läuft wie es uns passt?

Nicht unbedingt. Aber nur weil mir so schnell keine Lösung einfällt, muss ich diese Entwicklungen ja nicht kritiklos akzeptieren, oder?

Demokratie ist aber auch, eben diese Scharia wieder abzuschaffen, wenn die Mehrheit es wünscht, das erlaubt die Scharia aber nicht, so what?
Ganz nebenbei fehlt mir hier eine genauere Definition des Begriffes "Demokratie", denn die nur mit "es geschieht, was die Mehrheit des Volkes will" zu definieren, greift etwas kurz.

Das ist eine hinreichende Definition für Demokratie. Genauso, wie eine Dikatur hinreichend definiert ist, wenn ich sie als Regierungsform beschreibe, in der eine Person sämtliche Herrschaftbefugnisse auf sich vereint.

Diese Diktatur kann aber durchaus liberal, rechtsstaatlich, etc sein und Minderheiten- wie auch Menschenrechte achten.

Dass sich Demokratie demokratsich abschaffen kann, ist ein unlösbares Paradoxon, ändert aber grundsätzlich nichts an der demokratischen Legitimation solcher Entscheidungen.
Ebenso könnte aber auch der Diktator duch einen Erlass die Demokratie einführen und auch dieser Erlass wäre diktatorischer Natur und keinesfalls demokratisch...

Wenn ein demokratischer Entschluss sich nur mehr durch eine Revolution (oder einen dikataorischen Befeht) abändern oder abschaffen lässt, dann ist das nicht sehr demokratisch oder es hakt mE ein bisschen am Demokratieverständnis.
Es ist allerdings "Geschmacksache" welche Definition man genau wählt.

Der Entschluss ist und bleibt demokratisch – das Resultat ist es aber nicht mehr.
Dieses Paradoxon ist aber rein akademischer Natur. Soweit ich weiß, hat noch nie in der Geschichte ein Volk die Demokratie freiwillig wieder abgeschafft.

Die Definitionsfrage ist eben keine Geschmacksfrage. Was hier bei den "Demokratiedefinitionen" immer mitschwingt, ist die eigene, gesellschaftpolitische Idealvorstellung. Das gibt der Demokratiebegriff an sich aber nicht her.

Das stimmt einerseits. Man kann in Grunde auf allen Arten von Glauben und Ideologien Demokratien (im Sinne von Herrschaft des Volkes/der Mehrheit) aufbauen.
Zum heutigen Demokratieverständnis gehört aber etwas mehr dazu, als nur die "Diktatur der Mehrheit".
Die wichtigere Frage ist sowieso, ob die Scharia (oder andere Arten von Glaubenslehren/Ideologien) sich mit den Menschenrechten vertragen.

Der Grundbegriff als Organisationsform ist aber nicht mehr. Und das gilt es jetzt einmal für die nordafrikanischen Staaten zu etablieren.

Was womit kompatibel ist oder nicht, wird sich dann zeigen und kann jetzt noch nicht beantwortet werden...

aber dann haben Sie in der schule nicht aufgepasst...

demokratie ist nicht das, was die mehrheit will, sondern ein set von regeln, das dazu da ist, um konflikte gewaltfrei zu lösen.

die mehrheit der menschen in österreich hat die vertreibung und ermordung der juden befürwortet. deshalb ist es aber noch lange nicht demokratisch...

"ein set von regeln, das dazu da ist, um konflikte gewaltfrei zu lösen. "

Das alleine klärt gar nichts, bzw ist auch in jeder anderen Regierungsform denkbar. Auch ein Diktator kann Konflikte gewaltfrei lösen.

Demokratie ist nicht Konfliktlösung, sondern ein System der Entscheidungsfindung durch einen möglichst großen Anteil des Volkes - Volksherrschaft.

da stellt sich doch glatt die frage, was...

..."das volk" ist. demokratie ist jedenfalls nicht die herrschaft der mehrheit über die minderheit. zur demokratie gehören, rechtsstaat, grundrechte, checks & balances, freie wahlen, transparenz,...

diktaturen können konflikte nicht gewaltfrei lösen. nennen Sie auch nur ein beispiel...

Das ist das klassische Missverständnis. Man geht von den eigenen Idealvorstellungen aus, oder von der westlichen Spielart der Demokratie und behauptet dann, das wäre die einzige Möglichkeit.

Was Sie aufzählen können alles Attribute einer beliebigen Herrschaft sein. Es sind aber weder notwendige noch hinreichende Voraussetzungen für Demokratie.

Kaiser, Könige und Co haben sich nicht deswegen Jahrhunderte oder Jahrtausende gehalten, weil sie Konflikte nur durch Gewalt lösen könnten.
Ein Herrscher, der sich nur auf Gewalt stützt, wird über kurz oder lang gestürzt werden...

die konstruktion eines "gottes" entzieht sich jeglicher demokratischer grundlage, daher ist allein die frage schon schwachsinnig.

deiner einschaetzung nach waere z.b. der NS-staat auch demokratisch gewesen. nur eine mehrheit zu haben hat mit demokratie noch nichts zu tun. eine mehrheit kann sich auch fuer die diktatur entscheiden.

"deiner einschaetzung nach waere z.b. der NS-staat auch demokratisch gewesen."

Der Punkt daran ist, dass die Nazis demokratisch an die Macht gekommen sind, die Demokratie aber dann abschafften.
Und da bin ich auf die arabischen Parallelen neugierig.

Nachdem die meisten arabischen Diktaturen - die Baath Parteien sogar bis ins Detail!- ohnehin NS Nachbildungen inkl. Holocaust waren, würde mich auch die Technik der "Machtergreifung" der Islamisten nicht sonderliche überraschen.

Dass sich die Mehrheit für eine Diktatur entscheidet, wiederspricht nach Meinung vieler Fachleute der Demokratie, denn die Diktatur kann ja nicht mehr mit Mehrheitsbeschluss abgeschafft werden. Eine demokratische Entscheidung muss immer auch ( durch Mehrheitsbeschluss o.ä.) korrigierbar und änderbar bleiben.

und das wiederum belegt, dass eine mehrheit fuer ein antidemokratisches, von einem hoeheren wesen diktiertes glaubensgebilde - auch wenn es von der mehrheit akzeptiert ist - niemals demokratisch sein kann.

demokratie ist eben mehr als ein blosser plebiszit, wie du selbst richtig feststellst.

eine mehrheit kann sich auch fuer die diktatur entscheiden.

Richtig.
Dann muß man das als Demokrat akzeptieren und auswandern.

das macht die diktatur aber eben nicht zur demokratie, und das schliesst ein von "hoeheren maechten" oder goettern diktiertes (oder zumindest von menschen so kommuniziertes) rechtssystem vom demokratischen standard aus. q.e.d.

"Wenn die Mehrheit die Scharia will..."

In einem Scharia Staat hat es bislang noch niemals freie Wahlen gegeben.
Und das dürfte so bleiben.

Zeuge. Frau. Das hat was.

Gebt dem Kaiser,

was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
So einfach lässt sich diese Frage beantworten.

Keineswegs. Die Sharia ist ein Rechtssystem, also Teil des 'Kaiserlichen' und nicht Teil des Religiösen.

Die Urteile gemäss Sharia können in sehr konkreten Sachen enden wie Blendung, Kopfabschlagen, Hände abhacken, Auspeitschung usw.

Lieber Richard!

Die Sharia und auch die Bibel sind religiöse Bücher. Das sollte uns heutzutage nicht mehr berühren.
Die zehn Gebote sagen, du sollst nicht töten. Ich sage, du sollst nicht mobben. Und wenn die Söhne Mohammeds sagen, schlagt den Kopf ab, dann kann ich nur sagen, beginnt wirklich bei diesen kranken Köpfen.

na super, jetzt haben wir uns einiger maßen

von den geisteswirren der katholiken und evangelen getrennt, jetzt sollen wir uns auch noch den kopf über die geisteswirren unserer zuwanderer machen, als ob nichts besseres zu tun wäre. na sicher nicht, jeder der in österreich lebt muss einen Schwur ablegen, die Scharia, und wie heisst der 2te blödsinn, na jedenfalls ab zu schwören.

Versuchens mal, dass die unsrigen vom Schulklassenkreuz abschwören....

Soviel zum Thema getrennt.

Was reden Sie da überhaupt?

Demokratie ist nichts weiter, als dass die Mehrheit über die Minderheit bestimmt. Und wenn die Mehrheit die Minderheit schlachtet, so bleibt es Demokratie.

Und genau das ist es, was Obama, Joschka Fischer etc. in die Welt hinaustragen: Demokratie!

Haben Sie sich schon mal gefragt, weshalb es trotz dieser barbarischen Staatsform einigermaßen rund bei uns läuft?

Die Grundpfeiler unserer Demokratie (in Ö und in D) sind die Menschenrechte. Ohne diese im Grundgesetz verbrieften Menschenrechte sähe es auch hier anders aus.

Die Grundpfeiler der Scharia sind Steine, mit denen Menschen totgeworfen werden, Burkas, um Frauen darin einzusperren und Edikte und Erlasse aus dem Jahr 1000, die jede andere Denk- und Glaubensrichtung verbieten.

wenn die Mehrheit bestimmen kann was sie will, dann ist das die Diktatur der Mehrheit, und keine Demokratie.

Das stimmt, deshalb sind Korrektive unbedingt notwendig und die eigentliche Frage sollte lauten, ob sich die Scharia mit den allgemeinen Menschenrechten (die zZ die vernünftigste Diskussionsgrundlage in ethischen und rechtlichen Belangen darstellen) verträgt - was sie offensichtlich nicht tut.

ich weiß nicht ob das so offensichtlich ist. Weil anscheinend gibt es nicht die Scharia, sondern mehrere verschiedene Auffassungen. Warum sollte es dann nicht auch eine Scharia der liberalen oder moderaten Moslems geben können? Und die könnte dann auch mit den Menschenrechten vereinbar sein.
Ich weiß aber nicht ob sowas auch wirklich existiert.

Nun, warum wohl war die Kairoer Erklärung zu den Menschenrechten notwendig?
Ich denke eine Demokratie, die ungefähr den moderneren vorstellungen und Definitionen entspricht - also mit Gleichberechtigung in mehrfacher Hinsicht, Religionsfreiheit etc - ist auf Basis religiöser Vorstellungen mit Absolutheitsanspruch nicht möglich.

kommt doch auf die Vorstellungen an, nicht? Wenn jemand meint die Demokratie wäre Gottes Wille für die Menschheit, steht das wohl kaum im Widerspruch zur Demokratie.
Nicht der Absolutheitsanspruch religiöser Vorstellungen ist doch das Problem, sondern wenn schon dann die Vorstellungen an sich.

Ok, ich korrigiere auf " auf Basis der Vorstellung anerkannter - vor allem abrahamitischer - Religionen".
Der Pastafarianismus ist zweifellos leicht mit Demokratie vereinbar.

kommt trotzdem auf die Vorstellungen an. Es gibt ja in allen Religionen auch liberale und moderate Strömungen.
Und bei den Pastafaris gibts vielleicht auch Fundies...

De**en gibts tatsächlich überall, aber in Religionen und Ideologien können sie sich so richtig austoben.

in Religionen, dort wo es Regeln gibt und Vorschriften? Kann man sich nicht leichter dort austoben, wo es diese Dinge nicht in diesem Ausmaß gibt?

Kottans Erben haben das schon ganz gut beschrieben.

Der Grat zwischen Demokratie und einer Diktatur der Mehrheit ist sehr schmal, und wird, wie schon angemerkt, durch Grundgesetze und Menschenrechte weitestgehend verhindert.

Ich persönlich sehe Demokratie als ein bissl überbewertet an, letztendlich ist es imho egal, welche Regierungsform ein Land hat, solange es Reisefreiheit gibt, und Menschenrechte nicht nur die Bedeutung von Worthülsen haben.

na, er hat das nicht gut beschrieben. Demokratie ist nicht die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Das ist ein grundsätzlicher Irrtum.

Hadith und Koran...

Der Koran selber untersagt die Heranziehung der Hadithe zur Rechtsprechung mit einfachen Worten:

Dritte Sure Vers 80 (nach anderer Zählweise Vers 81)

"Und er gebietet euch nicht, dass ihr euch die Engel oder die Propheten zu Herren zu nehmt. Sollte Er euch den Unglauben gebieten, nachdem ihr Ergebene seid?"

Zitatende

Dieser Vers stellt sozusagen die Freiheitsgarantie des Koran dar, nur Gott selbst wird gehorsam geschuldet, niemanden sonst, nicht einmal Engeln oder Propheten.
Mehr noch, dieser Gehorsam Engeln oder Propheten gegenüber, wie er in der Scharia verlangt wird, ist Unglauben, also Apostasie!!

1. Der Koran verbietet keine Hadithe und 2. Der Prophet hat niemals gesagt, dass man sich andere Götter nehmen soll.

Imran/79

"Ein Mensch den Gott auserwählt hat, und ihm ein (heiliges) Buch gegeben und ihn zu einem Propheten gemacht hat, wird euch niemals beauftragen, 'verlasst den Glauben (an Gott) und glaubt an mich'. Doch er wird euch folgendermaßen raten: Hört, Lernt, Vertieft euch in das Buch, auf das ihr Gottes Diener werdet."

Imran/80

Habt ihr gehört das er euch geraten hat, das ihr den Glauben an Gott verlassen sollt, und euch Engel und Propheten als Götter nehmen sollt?

---

Der Prophet sagte: "Und wer an den Koran und an meiner Familie festhält wird nicht vom rechten Weg abkommen."

Der Prophet sagte: "Allah ist mein Meister, und ich bin euer Meister, wessen Meister ich bin, dessen Meister ist auch Ali."

Und wenn man kein Diener werden möchte?

Dann Rübe ab oder?

"dass ihr euch die Engel oder die Propheten zu Herren zu nehmt. "

Und genau das ist der Sunnnismus.

Genaugenommen eine völlige Verbiegung des ursprünglichen Islam.

Korrektur Teil 4:

Textausschnitt: "Die hauptsächliche juristische Grundlage der Scharia ist ... "

Der 6. Imam des Islams, ... Imam Dschafer-ul Sadiq.

Kein wirklicher Islamgelehrter kann das abstreiten.

wie können sie von gelehrten sprechen, sie unterliegen dem irrglauben, daß man sich mit legenden wissenschaftlich auseinander setzen kann
begreift den keiner von euch verteidigern eines steinzeitrelikts, daß jedliche religiöse schrift von menschen verfasst wurde, euer mohammed war nichts anders als ein grausamer kriegsherr, der seinen wahnwitz schon damals mit dem schwerte
verbreitete

Korrektur Teil 3:

Textausschnit: "Wie authentisch ist das Material?"

Hier wird eine wissenschaftliche Arbeit, die von mehreren unabhängigen Islamgelehrten durchgeführt worden ist, und die höchste wissenschaftliche Standards für unsere heutige Zeit aufweisen würde .... mit folgenden Sätzen ins unsinnige navigiert:

"Und wie verlässlich sind Sprüche, die über sechs Generationen oder noch mehr erzählerisch weitergereicht wurden, von Teefeuer zu Teefeuer, von Bazar zu Bazar, bis sie schließlich bei einem der Sammler landeten?"

Fakt ist das diese "Sammler" von Stadt zu Stadt reisten.

Fakt ist das diese Gelehrten, vor jeder Hadisaufnahme alles über die jeweilige Person in Erfahrung gebracht hatten.

Fakt sind viele Einzelfälle die die Schärfe der Aufnahme dokum

ich erinnere an den Begründer der modernen Medizin .... Ibn-i Sina .... eine ismailitischer Shiite.

Bis vor wenigen Jahren, wurde noch aus seinem 1000 Jahre alten Werk Medizin gelehrt.

Noch heute ist der thematische Aufbau eines Medizinstudiums auf sein vor 1000 Jahren erstelltes Kompendium der Medizin zurückzuführen.

Sie sehen die Grundlagen der Medizin sind islamisch.

Wenn sich heute ein Arzt die Hände vor einer Operation wäscht, dann sehen sie die selbe Bewegung die vor 1500 Jahren der Prophet den Menschen vorzeigte.

Sollte das der Grund sein, warum die Medizin im Iran dermaßen hinterherhinkte?
Dass man sich allerdings vor Operationen die Hände wäscht haben die Ärzte hierzulande leider lange Zeit vergessen und es ist va der Verdienst von Semmelweis, dass die Händedesinfektion wieder zu den Regeln der Heikunst hinzugefügt wurde.

Entschuldigung, aber sein Vertrauen in die detektivischen Fähigkeiten, die Integrität, die Unbeeinflußbarkeit (auch vom eigenen Wunschdenken) und Gedächtnisleistung von (Islam)Gelehrten vor vielen hunderten Jahren zu setzen ist nun, ja, etwas naiv. Und keinesfalls sollte diese Naivität einen Absolutheitsanspruch in Rechtssprechung und Moralvorschriften stellen, das ist eine Zumutung für jeden vernüftig denkenden Menschen mit etwas Hausverstand.

Die Tradierung erfolgte vornehmlich durch sog. "Quassas"

Berufserzähler, die exakt das sind, was man unter einem orientalischen Märchenerzähler versteht.

"und die höchste wissenschaftliche Standards für unsere heutige Zeit aufweisen würde ...."

Erzählen Sie was Sie wollen.

Nur lassen Sie das Wort "wissenschaftlich" aus dem Spiel. Es ist eine Beleidigung höchsten Masses für Wissenschaftler. Sie wissen nicht was Wissenschaft ist.
Da gibt es konkrete Kriterien (zum Beispiel die unabhängige Überprüfbarkeit-klick?-). Die Verabsolutierung von Geschichten vom Hörensagen gehört mit Sicherheit nicht dazu. Das ist eine Verarschung.

Glaubensbildung fand immer in einem konkreten historischen Umfeld statt. Und das sollte man erst abklären, zahlreiche Glaubensdiskussionen würden sich damit von selber erledigen.
Paradebeispiel einer Bildung von Gerüchten und ihre Verfestigung zu "Tatsachen" durch "Wissenschaftler" die (in der Spätantike!!) nicht mal schreiben konnten, sind eben die Hadithe.

Selbst im Mittelalter gab es Trends. Und wenn eine Geschichte über 200 Jahre immerwieder nur aus dem Gedächtnis erzählt wird, gibts Änderungen.

Ohne Ihnen jetzt mit dem Verlgeich nahetreten zu wollen: 150 Jahre lang erzählen die Omas ihren Enkerln zum Einschlafen von Rotkäppchen und dem bösen Erbschleicher. Weil aber die Schafherden zuviel Grasflächen benötigen, gibts einen Populationsrückgang anderer Grasfresser. Die Wölfe sind nun gezwungen neue Beute zu finden und fallen vermehrt über die Herden her. Die Bauern erzählen dann nach nächtelanger Jagd ihr Jägerlatein (uuurcool). Somit werden die Omas nachziehen müssen und Rotkäppchen wird nicht mehr vom Erbschleicher sondern vom Wolf bedroht. 50 Jahre später ist das die einzige Version.

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