Überlebenskampf bei Neumann International

Berater bleiben nach Insolvenz

Die Personalberatung Neumann International (NI) hat am Donnerstag überraschend Insolvenz angemeldet. Betroffen sind 113 Dienstnehmer und rund 220 Gläubiger. Die unbesicherten Außenstände liegen laut KSV bei zwölf Mio. Euro (Passiva: 14,1 Mio. Euro). Betroffen von dem Ausgleich sind auch die Tochtergesellschaften. Geboten wird eine 20-prozentige Quote.

Probleme waren im Markt bekannt, spätestens seit der Finanzvorstand im Sommer das Unternehmen verlassen hat, die Höhe der Außenstände überrascht jedoch. Die Büros in London und CEE sollen dafür verantwortlich sein - wobei namhafte Mitarbeiter der Osteuropa-Büros bereits vor geraumer Zeit zu Neumann Partners gewechselt sind.

Die Berater von NI bleiben kommittiert und an Bord, Österreich, Deutschland, Frankreich und Polen sollen entschuldet weitergeführt werden. Die Verlustbringer, die Büros ohne Geschäft, werden geschlossen. Stellungnahmen wollte bei NI niemand abgeben. Im positivsten Fall können dann wohl die Gehälter aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden. Im negativsten Fall stünde Liquidierung an.

Schnelle Vereinigung unwahrscheinlich

Dass es nun zu einer schnellen Vereinigung der beiden Neumann-Marken in der Personalberatung kommt, ist nicht wahrscheinlich - dem Vernehmen nach verhandelt Neumann-Partners-CEO Hans Jorda schon seit Jahren um ein Näherrücken der beiden aus der ursprünglichen Personalberatung Helmut Neumann hervorgegangenen Firmen. Sämtliche Gespräche sind nun mit Masseverwalter Johannes Müller zu führen. Jorda sagte auf Anfrage, er bedaure diese Situation, sie sei für ihn neu, und er verfüge noch nicht über detaillierte Informationen.

Den Klienten versichert Neumann International weiter "vollen Einsatz" und argumentiert die Insolvenz mit anhaltend schwieriger Lage seit der Wirtschaftskrise 2008. In jenen Büros, die weitergeführt werden, sei die Bilanz schwarz, nicht rot. (kbau, DER STANDARD, Printausgabe, 8./9.10.2011)

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4 Postings

mir war immer schleierhaft wie man geld dafür ausgeben kann?

es liegt wohl an den inkompetent chefs einer firma.
die entscheidungen nach aussen vergeben, damit es kein böses blut gibt.

Einer der größten in einer völlig unnötigen Branche,

die das meiste Geld damit verdient, Alibi-Personalsuche für öffentlich ausgeschriebene Posten zu betreiben, für die der erfolgreiche "Bewerber" schon lange feststeht.

Gut so. Weg mit den Beraterratten!

In letzter Zeit gehen aber einige solcher Büros pleite oder in Insolvenz - ein schlechtes Zeichen für den Jobmarkt? Derzeit überleben noch die Menschenvermieter ... man sollte vielleicht rechtzeitig in das artverwandte Geschäft umsatteln.

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