Lokal im 1. Bezirk

Wirtshaus zum Lift

8. Oktober 2011, 11:00
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    foto: gerhard wasserbauer

    Die Sky-Bar auf dem Dach des Steffl-Kaufhauses soll nun ein "Wirtshaus modern" sein.

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    foto: gerhard wasserbauer

    Es gibt Krautfleisch, aber auch Karotte mit Grapefruit und Tofu (u.).

Die Küche der Sky war bisher auf Steaks und Wok konditioniert - Jetzt versucht sie sich in der Nobelabteilung

Joachim Gradwohl als oberster Manager für alle Küchen der Gruppe, Thomas Göls als Küchenchef und Ex-Coburg-Sommelier Alexander Adlgasser als Restaurantchef für die Sky: Den Namen nach hat der Großwinzer und Unternehmer Hans Schmid gerade kräftig in die Gastro-Abteilung seines Imperiums (Pfarrwirt, Mayer am Pfarrplatz, Sky) investiert. Für kommendes Jahr wurde auch ein Komplettumbau des Restaurants mit der prächtigen Aussicht auf den Stephansdom angekündigt.

In der Praxis merkt man, trotz neuer "Wirtshaus modern"-Speisekarte samt erhöhten Preisen, noch nicht viel. Da sitzen Mittagsgäste nach wie vor neben Steffl-Personal, das den Ort als Kantine nutzt, während die neben dem Restaurant gelegene Bar am Abend wie gehabt von Autoverkäufern, Versicherungsmaklern und anderen Erfolgstypen frequentiert wird.

Kalte Küche

Der Fairness halber muss angemerkt werden, dass Thomas Göls (einst Gradwohls Sous-Chef im Graben-Meinl, später im Lecher Aurelio für zwei Hauben gut) am Testabend wegen eines verstauchten Fußes ausgefallen war. Umso mehr fiel auf, wie überfordert die Küchenmannschaft mit der neuen Speisekarte ist. Quasi ansatzlos vom Wokschupfen auf feine Küche umzusteigen ist auch wirklich viel verlangt.

Die Gerichte aus der kalten Küche gelingen vergleichsweise am besten: Glacierte Ochsenherzkarotte mit filetierter Grapefruit und Tofu gerät zur erfrischenden, vielschichtig aromatischen Komposition - einzig die Tofustreifen wirken unattraktiv kernig in der Textur. Gebeizte Forelle erweist sich als pochiert, auch ein würzig rauchiger Paradeisfond mit Estragon vermag ihr teichiges Grundaroma nicht zu überdecken.

Touristengruppen

Vergleichsweise besser gelingt das subtil abgeschmeckte Krautfleisch mit gesurtem Schweinsbackerl - dass das Kraut einerseits nur lauwarm, anderseits bis an die Zerfallgrenze weichgeschmort zu Tisch kommt, ist bei 19 Euro für eine Vorspeisenportion aber nicht tolerierbar. Auch die Karfiolsamtsuppe wird gerade einmal handwarm serviert, nach den angekündigten, gehobelten Kräuterseitlingen fischt man vergeblich.

Noch machen Touristengruppen den überwiegenden Anteil der Gäste aus - denen geht es mehr um die Aussicht als um die Küche. Auf dem Papier mag die personelle Ausstattung der Sky bereits eine neue Topadresse versprechen, de facto aber befindet sich das Restaurant aber noch in den Vorbereitungen für einen Neustart. (Severin Corti/Der Standard/rondo/07/10/2011)

Skybar
Kärntner Str. 19
1010 Wien
Tel.: 01/513 17 12
Mo-Sa 9.30-3 (Küche bis 23.30), So 18-2 Uhr (keine Küche)
VS € 7-18, HS € 27-33


Fotos: Gerhard Wasserbauer

Emil_Sacklinger II (Der Sohn)
01
11.10.2011, 13:13
Die Aussicht

Ist ja lustig, daß ein Lokal in erster Linie wegen der Aussicht auf den Stephansdom aufgesucht und dafür ein weit über dem Durchschnitt angesiedeltes Preisniveau in kauf genommen wird.

Da wird manchem staunenden Besucher vor lauter Domausblick der Mund so weit offen stehen, daß man ein Schnitzerl in Haubenlokalgröße ohne weiteres hineinschieben könnte.

Emil Sacklinger
 
00
11.10.2011, 13:56

... schnitzerl in haubenlokalgröße ...

(im klartext: in "inlokalen" haben schnitzel maximal die größe eines zehennagels - und zwar der kleinen zehe, was nicht bedeutet, dass das minischnitzerl zwangsläufig zäh' sein muß)

Emil Sacklinger
 
01
11.10.2011, 10:14
die aussicht auf den stephansdom mag grandios sein

jene auf den spärlich bedeckten teller durchaus ernüchternd.

( ... das ist ja nicht mal eine kostprobe ... )

Rene Stangeler
01
9.10.2011, 14:18
Da heissts immer

Verkaufspersonal verdient so wenig. Im Steffl dürft das anders sein wenn dort beschäftigtes Personal dei Skybar quasi als Kantine nutzt. So ein Mittagessen um 20 bis 30 Euro dürft leistbar sein.

OttotheBusdriver
01
9.10.2011, 13:45
Irrtum, den Artikel gibts zweimal

http://derstandard.at/157783711... s-zum-Lift

die zeitung für unaufmerksame leser

song
00
9.10.2011, 20:33

wären sie hingegen ein aufmerksamer leser, würde ihnen auffallen, dass jede vorstellung eines lokals zweimal erscheint. einmal im lifestyle-bereich und einmal im panorama des jeweiligen bezirks...

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