Die autorisierte Biographie erscheint erst am 24. Oktober, führt bei Amazon jedoch bereits die Bestseller-Liste an
Am 24. Oktober erscheint die autorisierte Biographie des am Donnerstag an Krebs verstorbenen Apple-Mitgründer Steve Jobs. Ursprünglich war geplant, das Buch erst Ende November zu veröffentlichen. Der Verlag Simon & Schuster hat sich nach dem Tod von Jobs jedoch entschieden den Termin vorzuziehen. Auf Amazon ist die Biographie aufgrund der zahlreichen Vorbestellungen bereits zum Beststeller aufgestiegen.
"Damit mich meine Kinder besser kennen"
Autor der Biographie ist der ehemalige Managing Editor des Time Magazins und CEO des Aspen Instituts Walter Isaacson. Er zählt zu jenen Personen, mit denen Jobs vor seinem Ableben noch intensiven Kontakt pflegte. Für die Biografie führte Isaacson nach eigenen Angaben über 40 Interview mit Jobs selbst sowie dessen Familienmitgliedern, Freunden, Kollegen und Wegbegleitern der Konkurrenz. Auf die Frage, wieso der sonst sehr zurückgezogen lebende Jobs sich dazu entschlossen habe, die Interviews für die Biografie zu geben antwortete dieser: "Ich wollte, dass mich meine Kinder besser kennen. Ich war nicht immer für sie da und wollte, dass sie wissen wieso und verstehen, was ich getan habe."
Intime Momente
In einem Essay für die Spezial-Ausgabe des Time Magazins beschreibt Isaacons auch sehr intime Momente aus dem Leben von Steve Jobs. So habe er in den letzten Wochen kaum mehr Kraft gehabt, noch Stiegen zu steigen und habe sein Quartier im Haus ins Erdgeschoss verlegen müssen. "Aber sein Verstand war immer noch scharf und sein Humor lebhaft", erinnert sich der Autor.
Biografie bereits Bestseller
Die Biographie mit dem schlichten Titel "Steve Jobs" kann auf Amazon bereits vorbestellt werden, was sie nun in die Bestseller-Liste auf Platz eins katapultiert hat. Die E-Book-Version für den Kindle folgt gleich auf Platz zwei. Isaacson betont, dass Jobs keinen Einfluss darauf genommen habe, wie das Buch geschrieben werden sollte. Er habe die Menschen in seinem Umfeld aufgefordert, ehrlich zu sein und wollte den Text vorab nicht lesen. So habe Jobs auch sehr offen und teilweise brutal über Kollegen und Mitbewerber gesprochen.
Abschied in den letzten Monaten
Laut New York Times habe Jobs im Februar erfahren, dass sich seine Krebserkrankung verschlechtert habe und ihm nicht mehr viel Zeit bleiben werde. Viele Menschen aus seinem Umfeld hätten ihn daraufhin gedrängt, sich von ihm verabschieden können. In vielen Fällen habe seine Frau Lauren jedoch aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes ihres Mannes abgelehnt. Jobs war erst im August als CEO von Apple zurückgegeben und hatte die Verantwortung auf Tim Cook übertragen.
Nachlass
Lauren Powell Jobs und die vier Kinder des ehemaligen Apple-CEOs sind es auch, die nun die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich ziehen. So wird bereits spekuliert, was mit dem Vermögen von geschätzten 6,5 Milliarden US-Dollar passiert, das Jobs hinterlässt. In Wohltätigkeitsorganisationen wie sein langjähriger Konkurrent Microsoft-Gründer Bill Gates hatte sich Jobs nie engagiert. Beobachter vermuten, dass seine Erben einen Teil spenden könnten. (red/derStandard.at, 7. Oktober 2011)