Weltweit viertes Stück seiner Art steckte in mittelalterlicher Mauer

6. Oktober 2011, 19:42
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Deutsche Archäologen legen Kopf eines Satyrs Typus "Ludovisi" im tunesischen Chimtou frei

Bei den Ausgrabungen deutscher Archäologen in der ehemaligen römischen Colonia Simitthus im tunesischen Chimtou wurde 2010 der fragmentierte Kopf eines Satyrs geborgen. Nun haben Detailuntersuchungen gezeigt, dass es sich bei dem unterlebensgroßen Kopf um einen Satyr der Satyr-Mänaden-Gruppe vom sogenannten Typus "Ludovisi" handelt. Der Kopf aus Chimtou ist damit der vierte bekannte Satyrkopf dieser Art weltweit.

Besondere Aufmerksamkeit erregt der Fund darüber hinaus, da es erst die zweite bekannte Großplastik aus Simitthus ist, die nicht aus numidischen Marmor (gallo antico) gefertigt wurde. Neben dem Kopf des Satyrn aus weißem kristallinem Marmor ist bisher nur der sogenannte "Knabe aus Chimtou" bekannt. Der Vergleich mit dem Satyrkopf im Thermenmuseum in Rom zeigte nun, dass es sich bei dem Fragment aus Chimtou um eine Replik der hellenistischen Satyr-Mänaden-Gruppe "Ludovisi" handelt.

In mittelalterlicher Mauer entdeckt

Der fragmentierte Kopf war als Spolie in einer mittelalterlichen Mauer verbaut, die im zerstörten Podium eines römischen Tempels dokumentiert werden konnte. Der Podiumtempel, der allgemein als Kaiserkulttempel angesprochen wird, wurde in severischer Zeit mit einer monumentalen Platzanlage ausgestattet. Zusätzlich wurde im Westen des Areals eine Thermenanlage errichtet, aus der möglicherweise auch die Gruppe des Satyrs und der Mänade stammt.

Die Arbeiten am Kaiserkulttempel sind Teil des deutsch-tunesischen Kooperationsprojekts in Chimtou im heutigen Tunesien. Das Deutsche Archäologische Institut, Abteilung Rom und das Institut National du Patrimoine de la Tunisie (INP Tunis) forschen seit 1965 im Stadtgebiet der ehemaligen römischen Colonia Simitthus. (red)


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Informationen zur Ausgrabung: Simitthus/ Chimtou, Tunesien

  • Der Kopf des Satyrs "Ludovisi" aus Chimtou sieht zunächst unscheinbar aus, ist aber ein spektakulärer Fund. Der Ausbruch an der Stirnseite ist zur Hand der Mänade zu ergänzen.
    foto: dai rom

    Der Kopf des Satyrs "Ludovisi" aus Chimtou sieht zunächst unscheinbar aus, ist aber ein spektakulärer Fund. Der Ausbruch an der Stirnseite ist zur Hand der Mänade zu ergänzen.

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