Dialogzentrum: Widerstand in Wien und in Saudi-Arabien

6. Oktober 2011, 17:47

Wien - Das umstrittene interreligiöse Dialogzentrum, das nächste Woche in Wien entstehen soll, hat offenbar nicht nur in Österreich für Empörung gesorgt. Auch in Saudi-Arabien habe es "sehr negative Reaktionen" von konservativen Vertretern des Wahabismus gegeben, hieß es aus diplomatischen Kreisen. Diese hätten versucht, das Vorhaben zu torpedieren. Das Zentrum entsteht auf Initiative des saudi-arabischen Königs Abdullah Bin Abdulaziz und wird auch nach ihm benannt. Der Wahabismus, in Saudi-Arabien Staatsreligion, gilt als besonders konservativ-puritanische Auslegung des Islam.

Hintergrund der Initiative sollen demnach auch innenpolitische Gründe sein: "Der König will seine eigenen Leute zwingen, einen Dialog über Religion zu führen." Durch die damit erhoffte Öffnung wolle das Staatsoberhaupt geplante Reformen vorantreiben. Aufgrund des Widerstands im eigenen Land sei es nicht möglich gewesen, das Zentrum in Saudi-Arabien selbst zu eröffnen.

"Große Chance"

Das Außenministerium preist das Projekt als große Chance, dem interreligiösen Dialog eine Plattform zu geben. Angesichts der mangelnden Akzeptanz anderer Religionen in Saudi-Arabien hatte es in Österreich, wie berichtet, von mehreren Seiten scharfe Kritik gegeben.

Das Zentrum wird eine internationale Organisation werden, die allen Staaten offensteht. Den Gründungsvertrag will Außenminister Michael Spindelegger mit seinen Kollegen aus Saudi-Arabien und Spanien, Prinz Saud al-Faisal und Trinidad Jimenez, am Donnerstag kommender Woche in Wien unterzeichnen. (raa, DER STANDARD-Printausgabe, 7.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2
Extraterritorial bedeutet:

nichts, was in diesem 'Institut' geschieht, untersteht künftig der österreichischen Rechtsordnung. Nun gibt es viele Rechtsordnungen, die so halbwegs mit der österreichischen kompatibel sind. Das ist hier aber nicht der Fall.

Wenn die Saudis schon vorgeben, den Dialog zu suchen, braucht man ihnen doch nicht gleich einen Teil des Staatsgebietes zu schenken, sozusagen in vorauseilender Hoffnung, dass sie künftig den Argumenten Andersgläubiger aufgeschlossener gegenüberstehen werden bisher. Warum macht man so etwas Dummes, Herr Spindelegger?

na schön

das sollen wir also die internen Saudi-Arabischen Religionsstreitigkeiten importieren?

dringend die verbindungen offenlegen!!!

ich ersuche dringend, die aktivitäten des Ordens zu recherchieren, bei dem spindelegger mitglied ist und der im nahen osten für seine Christan sorgt. es kann nicht sein, dass die österr. bevölkerung für die anliegen dieses ordens herhalten muss. zumal das alles hinter dem rücken der österreicher passiert ist. unheimlich ist das regelrecht. Wenn man sich vorstellt: gleich zu gleich gesellt sich gern, dann kann man das ausmaß an fundamentalistischer Verquere erraten, das diesem Christenorden innewohnt.
Nachsatz: und da eine Spanierin dabei ist, ist der Gedanken zulässig, dass die Liebelei des Spindelegger und seines Ordens mit christlichen Fundis wie dem Opus Die mit im Spiel ist.

der orden des herrn spindelegger

ich ersuche dringend, die aktivitäten des Ordens zu recherchieren, bei dem spindelegger mitglied ist und der im nahen osten für seine Christan sorgt. es kann nciht sein, dass die österr. bevölkerung für die anliegen dieses ordens herhalten muss. zumal das alles hinter dem rücken der österreicher passiert ist. unheimlich ist das regelrecht. Wenn man sich vorstelt: gleich zu gleich gesellt sich gern, dann kann man das ausmaß an fundamenatlistischer Verquere erraten, das diesem Christenorden innewohnt.

erbärmlich

wie unsere volkszertreter sich primitivsten diktatoren anbiedern.

Reformen sind ja nur gut wenn es von 0 auf 100 geht

wo sehen sie

in saudiarabien reformen auch nur von 0 bis 0,0001?

Der König versucht die bretter zu bohren. Mehr kann er nicht tun. Im westen hat man offenbar keine bessere idee als ihm bei der mühsamen millimeterarbeit in den rücken zu fallen

er will sich ein Denkmal setzen

und Europa soll ihm dabei helfen...zu hause hat er es schwer - immerhin hat er die Lenkerin begnadigt...

Persönlich wundert mich an der ganzen Sache ja am meisten, dass die Grünen, oder zumindest die Korun, in der Öffentlichkeit dagegen zu sein scheinen.
Gerade die Partei die sonst zu sowas unnötigen wie Kerzerlmärschen aufruft wenn sich jemand mal gegen den Wahnsinn ausspricht den man "Religion" nennt und diese dann Nazis, Effen, usw. schimpft - da allerdings nur wenn es mal gegen eine andere als das Christentum geht, das "darf" ja beschimpft werden, nach denen...
Bin schon gespannt wie die sich da rausargumentieren wollen.

Ist gut sollen sie bauen

aber dafür dürfen wir in Saudi-Arabien ein atheistisches Zentrum der Völkerverständigung bauen.

nein, eine Destillerie von Glenfiddich.

Ein TOP Test für die Ernsthaftigkeit, mit dem geplanten Dialogzentrum tatsächlich einen INTER-religiösen Dialog zu erleichtern, wird darin liegen, ob dort auch eine www.atheistische-religionsgesellschaft.at als religiöse Dialogpartnerin willkommen sein wird...

Größenwahn?

kaum

Wenn das passiert, ist am nächsten Tag nach der Fertigstellung eine Grillparty - in den Ruinen dieses Gebäudes.

Man braucht weder ein interreligiöses, noch ein innerreligiöses Dialogzentrum! Können die Betreiber diesen Hokus Pokus aber selbst zahlen und erhalten, sollen sie es machen, aber ohne öffentliche Förderungen!!!
Der Staat soll sich gefälligts raushalten! Und mit diktatorischen Regimes führt man keinen "Dialog"!!!
Eigentlich...

[...] "Der König will seine eigenen Leute zwingen, einen Dialog über Religion zu führen." [...]

Ist das ernstgemeint????

Dazu braucht er dann ein Zentrum in Wien!

hoffentlich sieht dann dort der Saudi-interne-Religionsdialog nicht etwa so aus:

http://www.vienna.at/toedliche... 4-09131000

Wo findet man eigentlich diesen Gründungsvertrag?
Gibt es den irgendwo im Internet?

jeden tag ein bisschen mehr

und plötzlich trägt deine tochter in der schule ein kopftuch, weil sie nicht als kafir/infidel/ungläubige belästigt werden will.... you will see..

habens paranoia? es ist sicher sinnvoller mit moderaten bzw sekulären muslims zu reden als durch solche geistesblitze das klima zu vergiften. allerdings spindeleggers entscheidung gerade mit wahabiten, die auch andere muslims als ungläubige einstufen, ist me absolut nicht sinnvoll. da gehts nicht um kopftuch sondern um fundamentalismus der übelsten sorte

Ganz aus der Luft gegriffen ist das, was Sie als Paranoia bezeichnen nicht. In meiner Klasse haben isl. Schüler andere kritisiert, wenn sie Schweinefleisch aßen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 41
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.