PH-Rektoren: Hochschulen schon bisher "immens bemüht" - Freude über geplanten Master - Uniko: Regierung soll bei Reform miteinander statt gegeneinanderarbeiten
Wien - Äußerst positiv haben sich am Donnerstag Vertreter der Pädagogischen Hochschulen (PH) über die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) angekündigten PH-Reformen geäußert. Schon bisher hätten die PH sich trotz schlechter Rahmenbedingungen "immens bemüht", internationales hochschulisches Niveau zu erreichen, so Ivo Brunner, Vorsitzender der PH-Rektorenkonferenz. Durch Unterstützung der Politik könne die Entwicklung zu einer "qualitätsvollen PädagogInnenbildung NEU beschleunigt werden".
Brunner verteidigte auch Schmieds Plan, künftig öffentlich-rechtlich finanzierte Masterstudiengänge an den PH anzubieten. Schon die bisherigen kostenpflichtige Fortbildungsmaster seien "von den Teilnehmern und Evaluatoren sowohl akademisch als auch hinsichtlich Gesellschaftsrelevanz als sehr hochwertig eingestuft" worden. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) hatte sich gegenüber der APA skeptisch gezeigt, ob die PH die Ansprüche derzeit erfüllen können.
Auch aus Sicht des Rektors der Kirchlichen PH (KPH) Wien/Krems, Michael Wagner, ist Töchterles Skepsis bezüglich der akademischen Qualifikationen der PH-Lehrenden "in vielen Bereichen" nicht mehr gerechtfertigt. An seiner Hochschule seien etwa bereits 36 Prozent der Lehrenden promoviert und sechs Prozent habilitiert. An der PH Niederösterreich wurden beim geplanten öffentlichen Masterangebot überhaupt "bereits die nötigen organisatorischen und personellen Vorkehrungen getroffen, um auf hohem Qualitätsniveau dieses Angebot realisieren zu können", heißt es in einer Aussendung der Hochschule.
Kritik von Unis
Gerald Bast, geschäftsführender Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), sieht unterdessen ein neuerliches Beispiel von "krasser Kommunikations- und Koordinationsverweigerung der Bundesregierung in der Bildungspolitik". Während Töchterle bei der Reform der Lehrerausbildung auf laufende Gespräche mit Schmied verweise, stelle diese im "Alleingang" eine PH-Reform vor. Bast hob dabei die Ankündigung von PH-Masterstudien hervor: Schmied habe die Unis "als zentrale Träger" der Lehrerbildung in den Gesprächen über die Reform "konsequent beiseite" gelassen, obwohl diese schon jetzt gemeinsam mit PH Masterstudien anbieten und Verträge miteinander abschließen würden. "Dies passt offensichtlich nicht in die parteipolitischen Konzepte, in denen es um gegenseitiges Abgrenzen von Ressortinteressen geht", so Bast.
Dass beim Hochschulplan das Thema Lehrerausbildung in Kooperation mit den PH nicht vorkomme, obwohl der Sektor für die Unis "inhaltlich und quantitativ von großer Bedeutung ist", ist aus Basts Sicht "unsinnig". Auch dass weder Finanzministerin Maria Fekter (V) noch Bundeskanzler Werner Faymann (S) sich zur von Töchterle angekündigten Hochschulmilliarde äußerten, ist für den Rektor der Angewandten Anlass zur Kritik. Der SPÖ wirft er wiederum vor, in Zeiten eines bevorstehenden Lehrermangels zwar Zugangsbeschränkungen an den PH zu befürworten, für "völlig überlastete Studienrichtungen" in anderen Bereichen aber nicht. Die Regierung solle in diesem Bereich endlich miteinander statt gegeneinander zu arbeiten (APA)