Lehrer-Ausbildung

Zustimmung von PH, Kritik von Unis an Schmied-Vorschlägen

6. Oktober 2011, 17:14

PH-Rektoren: Hochschulen schon bisher "immens bemüht" - Freude über geplanten Master - Uniko: Regierung soll bei Reform miteinander statt gegeneinanderarbeiten

Wien - Äußerst positiv haben sich am Donnerstag Vertreter der Pädagogischen Hochschulen (PH) über die von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) angekündigten PH-Reformen geäußert. Schon bisher hätten die PH sich trotz schlechter Rahmenbedingungen "immens bemüht", internationales hochschulisches Niveau zu erreichen, so Ivo Brunner, Vorsitzender der PH-Rektorenkonferenz. Durch Unterstützung der Politik könne die Entwicklung zu einer "qualitätsvollen PädagogInnenbildung NEU beschleunigt werden".

Brunner verteidigte auch Schmieds Plan, künftig öffentlich-rechtlich finanzierte Masterstudiengänge an den PH anzubieten. Schon die bisherigen kostenpflichtige Fortbildungsmaster seien "von den Teilnehmern und Evaluatoren sowohl akademisch als auch hinsichtlich Gesellschaftsrelevanz als sehr hochwertig eingestuft" worden. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) hatte sich gegenüber der APA skeptisch gezeigt, ob die PH die Ansprüche derzeit erfüllen können.

Auch aus Sicht des Rektors der Kirchlichen PH (KPH) Wien/Krems, Michael Wagner, ist Töchterles Skepsis bezüglich der akademischen Qualifikationen der PH-Lehrenden "in vielen Bereichen" nicht mehr gerechtfertigt. An seiner Hochschule seien etwa bereits 36 Prozent der Lehrenden promoviert und sechs Prozent habilitiert. An der PH Niederösterreich wurden beim geplanten öffentlichen Masterangebot überhaupt "bereits die nötigen organisatorischen und personellen Vorkehrungen getroffen, um auf hohem Qualitätsniveau dieses Angebot realisieren zu können", heißt es in einer Aussendung der Hochschule.

Kritik von Unis

Gerald Bast, geschäftsführender Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), sieht unterdessen ein neuerliches Beispiel von "krasser Kommunikations- und Koordinationsverweigerung der Bundesregierung in der Bildungspolitik". Während Töchterle bei der Reform der Lehrerausbildung auf laufende Gespräche mit Schmied verweise, stelle diese im "Alleingang" eine PH-Reform vor. Bast hob dabei die Ankündigung von PH-Masterstudien hervor: Schmied habe die Unis "als zentrale Träger" der Lehrerbildung in den Gesprächen über die Reform "konsequent beiseite" gelassen, obwohl diese schon jetzt gemeinsam mit PH Masterstudien anbieten und Verträge miteinander abschließen würden. "Dies passt offensichtlich nicht in die parteipolitischen Konzepte, in denen es um gegenseitiges Abgrenzen von Ressortinteressen geht", so Bast.

Dass beim Hochschulplan das Thema Lehrerausbildung in Kooperation mit den PH nicht vorkomme, obwohl der Sektor für die Unis "inhaltlich und quantitativ von großer Bedeutung ist", ist aus Basts Sicht "unsinnig". Auch dass weder Finanzministerin Maria Fekter (V) noch Bundeskanzler Werner Faymann (S) sich zur von Töchterle angekündigten Hochschulmilliarde äußerten, ist für den Rektor der Angewandten Anlass zur Kritik. Der SPÖ wirft er wiederum vor, in Zeiten eines bevorstehenden Lehrermangels zwar Zugangsbeschränkungen an den PH zu befürworten, für "völlig überlastete Studienrichtungen" in anderen Bereichen aber nicht. Die Regierung solle in diesem Bereich endlich miteinander statt gegeneinander zu arbeiten (APA)

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11 Postings
mountaineer
00
23.10.2011, 18:21
Vorschlag zur Rettung des österr. Bildungswesens:

Ich habe an der Uni studiert und mache nun mein Pflichtprogramm an der PH durch und ich kann Ihnen sagen:
Die PHs (ehedem PÄDAKs) sind unter jeglicher Kritik.

Das, was dort geboten wird, ist ein himmelschreiender Zustand. Die dort Unterrichtenden sollten sich schämen.
Die Lehrerausbildung gehört einzig und allein an die Universitäten.

Bortolino
00
7.10.2011, 11:27
Wissenschaftspolitik zwischen Strickliesl und Studienabbrecher

Nach 10 Jahren Strickliesl als Wissenschaftsministerin haben wir jetzt einen Studienabbrecher als Bundeskanzler.

Und das spiegelt sich in der österreichischen Politik des tertiären Bildungssektors klar wieder:

- die Erreichung akademischer Abschlüsse möglichst nach unten nivellieren, damit wir einfach zu möglichst vielen Quotenstatistikakademikern kommen.

- ausschließlich jene Einrichtungen stärken, auf die man selbst politischen Einfluß hat. Dort alle Privilegien schaffen, dies halt so gibt.

- den Universitäten, als einzigen Leistungsträgern mit gesicherten Qualitätsstandards sowohl bei den Lehrenden als auch Forschenden eine ordentliche Finanzierung und Studienregulierung versagen.

Das bringt uns echt super in die Zukunft!

Bortolino
11
7.10.2011, 11:00
Es geht Schmied nicht um die Schüler. Es geht um parteipolitische Einflußsphären.

Und da ist es Schmied egal, wenn - würde man ihr Modell umsetzen - die PH-LehrerInnenausbildung ...

- von der wissenschaftlichen Forschung im Bereich der Didaktik, die de fakto ausschließlich an den Universitäten passiert, abgeschnitten wird.

- der lachse von Parteibuchgünstligen durchsetzte Haufen an den PHs auch in 10 Jahren noch nicht auf Touren gebracht sein wird.

- das Ausbildungsniveau der an den PHs Lehrenden deutlich unter dem liegt, die an den Universitäten LehrerInnen ausbilden.

- bei den PHs schon jetzt meist nur verzweifelte Ratlosigkeit herrscht, wenn sie irgendetwas an eigener Forschung hervorbringen sollen.

Eine volkswirtschaftlich sinnvolle Reform muss UNIs und PHs verbinden. Nicht gegeneinander ausspielen.

progressor
00
7.10.2011, 20:02
hinten nach?

- bei den PHs schon jetzt meist nur verzweifelte Ratlosigkeit herrscht, wenn sie irgendetwas an eigener Forschung hervorbringen sollen."

Das war einmal. Offensichtlich haben Sie leider keine Ahnung, wie weit manche PHs in der Zwischenzeit schon aufgeholt haben!

Ein wenig hysterisch, weil man die eigenen Felle davonschwimmen sieht?

stall
00
7.10.2011, 05:43
unerträglich und eine schande

"Denn hier wird - von mancher Seite bewusst - das Leben einzelner Menschen und ihrer Familien zerstört. Das ist unerträglich und eine Schande."
was mikl-leitner hier kritisiert, wird an der schulfront schon seit jahren praktiziert, u.a. als nichtstuer und abkassierer abgestempelt, was allein schon statistisch ein unsinn ist, wer etwas davon versteht.

Mike Webman
41
6.10.2011, 21:57
Unter Volkshochschulniveau !

"Qualitätsvollen PädagogInnenbildung" ist mit den vielen Blitzern und unfähigen Politgünstlingen an den Päd. (Volks-)Hochschulen nicht zu machen !
Auch wenn sich ihre Rektoren Talare umhängen und die Absolventen Papp-Doktorhüte aufsetzen. AMERICAN PIE schau oba?

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01
7.10.2011, 10:15
rofl,...

pädagogen bash,... ist aber eh verständlich. schliesslich werden die lehramtler auf den unis auch nur ausgelacht,... da ist es nur logisch, dass man sich dann mal austobt, wenn man selbst wo drauftreten kann - nicht?

D/E
01
7.10.2011, 17:00
ich weiß ja nicht, wo Sie studiert haben,

aber ich habe weder am Institut noch an anderen Orten so etwas wie Arroganz gegenüber Lehrern miterlebt.

Die paar meiner Studienkolleg/inn/en, die irgendeine Assistentenstelle ergattern konnten, haben nach wenigen Jahren das Handtuch geworfen und sind ebenfalls bald in die Schule gewechselt.

Meine zumeist promovierten Technik-Kollegen an der HTL sind sehr gerne in die Schule gegangen, da sie die Arbeitsbedingungen an der TU noch in grauenvoller Erinnerung hatten.

Der Respekt zwischen Allgemeinbildnern und Technikern ist übrigens wechselseitig.

Meiner Erfahrung lachen nur die eher Unterbelichteten gerne über andere.

lehrer
01
6.10.2011, 21:33
überheblichkeit der unis

auch an den unis gibt es nur wenige (echte) profs...die mehrheit hat auch nur magister/mastergrad wie an PH..!

progressor
00
18.10.2011, 22:06

Stimmt! Und die echten Profs bringen viel für die Fachwissenschaft, aber kaum etwas für das Kerninteresse der Lehramtler: Methodik und Didaktik.

lehrer
00
6.10.2011, 21:33
überheblichkeit der unis

auch an den unis gibt es nur wenige (echte) profs...die mehrheit hat auch nur magister/mastergrad wie an PH..!

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