Deine Spuren im Sand

7. Oktober 2011, 16:08
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Der kleine Maxi hat beim Sandalenfilm klassischer Prägung oft das Problem, dass hier immer nur die Männer halbnackt herumlaufen

Der kleine Maxi hat beim Sandalenfilm klassischer Prägung oft das Problem, dass hier immer nur die Männer halbnackt herumlaufen. Dieses Problem wird mit den Bezahlsender-Serien Spartacus: Blood and Sand sowie dem nun im deutschen Raum auf RTL Crime nachgereichten sechsteiligen Prequel Spartacus - Gods of the Arena endlich gelöst. Die schönen römischen Sklavinnen machen nicht nur zu knallharter Rammstein-Musik leidenschaftlich Liebe mit ästhetisch eingeölten Gladiatoren. Auch deren Herrinnen legen ein Schäuferl nach und praktizieren mitunter unter dem Einfluss von Opium nackige lesbische Liebe bei flackernden Fackeln.

Körpersäfte wallen auch anderswo. Der Sand in der Arena färbt sich rot, Blut spritzt Richtung Kamera, Menschen werden ausgepeitscht oder anderswie gemaßregelt.

Die Sprache auch der römischen High Society ist derb und durchaus jener angepasst, in der sich heutige junge Männer in sozialen Brennpunkten gern verständigen. Die dünne Geschichte erzählt vom Aufstieg einer Gladiatorenschule in der römischen Provinz. Sie kann nicht davon ablenken, dass Spartacus Kohle mit Sex, Drugs & Rock 'n' Roll macht.

Damit man sieht, was passiert, wenn man Hälse aufschneidet, verfallen die Macher gern in den Zeitlupenmodus. Die Musik bricht dann ab. Sie prügelt erst wieder los, wenn man Spuren im Sand sieht.

Sensationelle Quoten weltweit wohl auch wegen der Darsteller. Die Frauen gehen Richtung Porno, die guten Kämpfer mit ihren Vokuhilas kombinieren den Chippendales- mit dem Wrestling-Look. Die Bösen tragen Glatze und Mitgliedsausweise der Russenmafia. So einfach kann Fernsehen sein. (Christian Schachinger, DER STANDARD; Printausgabe, 7.10.2011)

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    "Spartacus: Blood and Sand"

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