Alexander Pereiras erste Salzburger Neukonzeption
Am Ende der Pressekonferenz dankte Salzburgs neuer Festspielintendant
Alexander Pereira dem Chef des Züricher Opernhauses für die
Gastfreundschaft - es dankte also Alexander Pereira sich selbst. Man
sieht: Der neue Salzburger Oberverantwortliche (Amtsantritt war 1.
Oktober) ist dieser Tage guter, nicht ironiefreier Dinge. Er scheint
jene noch diese Saison bestehende Doppelbelastung fast schon zu
genießen. Sie animierte ihn ja auch zu einem kleinen Symbolspiel mit
einem "Züricher" und einem "Salzburger" Hut.
Dass Alexander Pereira kleinere Neuigkeiten zu Salzburg in Zürich
präsentierte, hängt nicht nur mit seiner dortigen Verpflichtung
zusammen. Vielmehr will er die Festspiele als globale Marke verstehen.
Das Festspiel-Programm (am 11. November) wird denn auch nicht nur in
Salzburg, sondern ein paar Stunden später auch in London präsentiert.
Überhaupt werde es "Pressekonferenzen an vielen Orten geben", so
Pereira.
Ein Grund für den Züricher Termin dürfte aber darin zu suchen sein,
dass
ein Schweizer Sponsor der Festspiele sein Engagement erneuert hat.
Konkret: Nestlé zahlt bis 2015 die Summe von 850.000 Euro, wobei 150.000
Euro für den Young Conductors Award aufgewendet werden.
Selbiger Award wird zwecks einer profunderen Bewertung der Kandidaten
neu strukturiert: Nach einer Vorauswahl mündet er in einem "Concert
Weekend" (28. und 29. April 2012) und präsentiert die drei Finalisten
(sie bekommen vier bis fünf Proben) in Rahmen öffentlich zugänglicher
Konzerte in der Felsenreitschule. Der Sieger wird später bei den
Festspielen einen Abend mit dem Mahler Jugendorchester (12. August 2012)
bestreiten.
Auch neu: Der Jury steht nach dem freiwilligen Rückzug von Franz
Welser-Möst nun Dirigent Ingo Metzmacher vor. An seiner Seite sind u. a.
auch Komponist Aribert Reimann und Bariton Thomas Hampson (der Preis ist
mit 15.000 Euro dotiert und wird an einen Dirigenten zwischen 22 und 35
Jahren verliehen).
Weiters: Es wird nicht nur weiterhin einen Young Singers und einen
Young
Directors Award geben. Es dürfte auch ein Young Composers Award
dazukommen, war in Zürich vom Doppelintendanten zu erfahren. (Ljubisa Tosic aus Zürich/ DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2011)