Schwerpunkt Lehre

Gut bezahlte Maurerlehrlinge

9. Oktober 2011, 16:50
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    foto: standard/cremer

    Im dritten Lehrjahr verdient man als angehende FriseurIn 510 Euro netto, dazu kommt noch Trinkgeld.

Lehrlinge am Bau verdienen mehr als viele ihrer Kolleginnen und Kollegen - FriseurInnen steigen schlecht aus

Der Beginn der Lehre ist das Ende vom Taschengeld. Doch so schlimm ist das nicht, denn die Lehrlinge verdienen mehr, als die meisten Schülerinnen und Schüler an Taschengeld bekommen. Doch wie viel man an seiner Lehrstelle verdient, variiert doch deutlich. Während Bekleidungsfertigerinnen und Bekleidungsfertiger im ersten Lehrjahr laut Kollektivvertrag 298 Euro brutto im Monat bekommen, verdienen Tiefbaulehrlinge im ersten Lehrjahr 1.627 Euro brutto - zumindest wenn sie nach Vollendung ihres 18. Lebensjahres ins Berufsleben starten.

Bemerkenswert auch: Landarbeiterinnen und Landarbeiter, die bei der Gemeinde Wien lernen, verdienen laut Kollektivvertrag 1.152 Euro brutto, während die Berufskollegen als Lehrlinge bäuerlicher Betriebe in der Steiermark nur mit 404 Euro brutto rechnen dürfen.

Gut bezahlt werden mit 818 Euro brutto auch Lehrlinge der Brau- und Getränketechnik in Brauereien. Der Grund dafür liegt darin, wie Alfred Freundlinger von der Abteilung für Bildungspolitik der Wirtschaftskammer Österreich erklärt, "dass Lehrlinge dieses Berufs oft schon weit im Erwachsenenalter stehen."

Gut bezahlte Maurerlehrlinge

Nur etwas weniger bekommen Maurerlehrlinge im ersten Lehrjahr: 814 Euro brutto. Manuel Wechtitsch arbeitet bei Pall-Bau im steirischen Gleinstätten und ist inzwischen im dritten Lehrjahr. "Ich werde nach dem Kollektivvertrag bezahlt und komme mit dem Geld ganz gut aus." Ein Blick in den Kollektivvertrag verrät, Manuel Wechtitsch verdient 1.627 Euro brutto, das sind 1.347 Euro netto im Monat. Warum Maurerlehrlinge mehr verdienen als viele andere, erklärt Manuel Wechtitsch: "Weil es ein harter Beruf ist, und wir ein hohes Unfallrisiko haben." Trotz der Gefahren macht ihm seine Arbeit viel Spaß: "Der Beruf ist interessant. Das habe ich schon erkannt, als ich die Schnupperlehre als Maurer machte."

Dass er mehr verdient als seine Freunde, die nicht am Bau arbeiten, merkt Manuel Wechtitsch nicht. "Darüber reden wir nicht." Dafür erzählt er, was er mit seinem Geld macht. "Ich versuche, viel Geld zu sparen." Seinen Führerschein hat sich der junge Steirer selbst finanziert, sein nächstes Ziel ist ein Sportcoupé. Zumindest wenn es um seine Motivation zu sparen geht. Beruflich möchte er noch ein wenig Praxis sammeln und dann die Polierschule machen. "Um am Ball zu bleiben, muss man sich ständig weiterbilden", ist Manuel Wechtitsch überzeugt.

Trinkgeld als Zusatzgehalt

Auf ein Auto spart auch Julia, die ebenfalls im dritten Lehrjahr ist und bei Friseur Millet in Wien Hernals Friseurin lernt. "Obwohl", meint sie, "noch habe ich gar keinen Führerschein." Von einer monatlichen Lehrlingsentschädigung, wie sie Manuel bekommt, kann Julia nur träumen. Auch sie wird nach Kollektivvertrag bezahlt und kommt so auf 510 Euro netto. Doch als Friseurin kann sie - wenn sie gut ist - mit Trinkgeld rechnen. "So komme ich im Monat auf etwas mehr als 900 Euro."

"Das Trinkgeld, das unsere Mitarbeiterinnen bekommen, wird natürlich über die Trinkgeld-Pauschale versteuert, und wir entrichten dafür auch einen Fixsatz an die Sozialversicherung", erklärt Julias Chef Peter Millet.

Julia merkt wohl, dass ihre Freunde mehr Geld zur Verfügung haben als sie selbst, "aber ich nehme an, das liegt daran, weil ich sehr viel spare. Und ich gehe abends auch nicht fort." Für ihren Lebensunterhalt muss Julia nicht selbst aufkommen. Sie lebt bei ihren Eltern und zahlt dort keine Miete. "Mein Gewand kaufe ich mir aber selbst", sagt die 18-jährige Friseurin, "oder den neuen Computer, wenn ich ihn brauche."

Ob sie je eine eigene Firma aufmachen wird, weiß sie heute noch nicht. "Wenn ich ausgelernt habe, dann werde ich erst einmal weiterarbeiten und noch Erfahrung in der Praxis sammeln", sagt Julia und verabschiedet sich freundlich, weil sie ein Wecker dazu mahnt, ihrer Kundin wieder die Farbe aus den Haaren zu waschen. (Guido Gluschitsch, derStandard.at, 10.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 104
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philippe glatz1
01
20.10.2011, 00:13
Die beiden Maurer

auf dem Foto sind wohl keine Lehrlinge mehr.

cupertino
00
19.10.2011, 18:09
auch ein neues iphone

bitte nicht vergessen. als lehrling muss man ja bei jeder neuesten mode mit.

mich wuerde eine statistik interessieren, wo jugendliche nach dem ersten lehrmonat befragt werden, ob sie nicht doch zurueck auf die schulbank wollen.

Heavyweather
22
10.10.2011, 20:21

Ein BGE von 1500€ dann würde keiner mehr um dieses Geld solche Jobs machen.
Dann noch weg mit der Lohnsteuer damit Arbeit auch wieder etwas wert ist.

PS: So wenig Geld und dann will er sich ein (neues!?) Auto kaufen...Quotengöttin lass es Hirn regnen.

Carlos Pimpinela - kennt die Wahrheit
21
12.10.2011, 09:04
Aaah, BGE und dann macht keiner mehr eine Lehre!

Das klingt ja verlockend!
Da simma doch alle dafür!

Dr. Oaschhelmut Zdenko-Zdenk
00
11.10.2011, 14:30
dann müsste der Interspar halt für seine Lehrlinge 2000,- zahlen.

Und damit er das kann, kostet dann das Leberkässemmerl 4,70.

Und weil das alle Firmen mit allen Produkten und Dienstleistungen machen müssen, sind dann 1.500,- BGE weniger als 500,- Notstandshilfe.

Heavyweather
00
11.10.2011, 15:00

Für den Interspar würde es ja nicht teurer werden.

Rote Lagune
00
11.10.2011, 15:10
Wenn der Interpsar mehr zahlen muss, damit er Leute kriegt,

wirds für ihn ja nicht teurer?

Interessant - das Geld kommt nochmal genau wo her?
Druckerpresse?

Heavyweather
00
11.10.2011, 15:20

Mein erstes Posting enthält einen kleinen Hinweis.
Schon einmal vom BGE gehört?

Rote Lagune
10
11.10.2011, 15:22
Du verwechselst gerade die Kosten für die Transferleistung mit den Kosten, die der Interspar hat, weil er für das jetztige Geld keine Lehrlinge mehr findet

Heavyweather
00
11.10.2011, 22:06

Der Interspar hat weiterhin Kosten von ca. 1500€
Die Arbeit könnte er aber auf z.B. 2 Lehrlinge aufteilen. Weniger Arbeitsstunden für die Lehrlinge, mehr Ausbildungsplätze, abgesichert durch das BGE+Lohn.

Carlos Pimpinela - kennt die Wahrheit
01
12.10.2011, 09:03
1500 Euro pro Lehrling? Arbeit, die auf Lehrlinge aufgeteilt wird?

Unten dann noch Wirtschaftsnobellpreisträger und Grundsicherung?

Man merkt, du stehst mitten in der Praxis und kannst fundierte Auskünfte geben.

Fader Artikel, fader Thread, aber hie und da ein Schuß Humor, das hat schon was!

Heavyweather
01
12.10.2011, 12:35

Simon, Meade, Solow und Friedman.

Hayek war nicht der einzige Ökonom und Wirtschaftsphilosoph der sich mit Grundeinkommen beschäftigt hat bzw. dieses unterstützt (hat).
Würdest du es nicht merkwürdig finden wenn ein Ökonom so ein grundlegendes Modell einfach ausklammern würde?
Hayek kommt zu dem Schluss dass es politisch brisant, die Höhe schwer zu verhandeln aber wirtschaftlich sinnvoll wäre.

Fred Lobbster
01
12.10.2011, 13:26
Hayek hat sich überhaupt nicht mit Mikroökonomie befassst,

und "für sinnvoll halten" tut die descriptive Ökonomie gar nix, die beobachtet Zusammenhänge, und gibt keine Ratschläge ab..

Du bist sicher ein guter Kerl, hast aber eine bissserl komische Vorstellung darüber, welche Gschichterl du in welchem Forum drücken kannst.

Byte the way - Brasilien hat noch nicht mal eine Sozialhilfe....

Heavyweather
01
12.10.2011, 10:55

Mit Grundsicherungs Modellen hat sich schon Hayek beschäftigt. Vielleicht liest du einfach nochmal ein paar wirtschaftstheoretische Bücher von Nobelpreisträgern.

Fred Lobbster
01
12.10.2011, 17:03
Junge, noch auf dieser Seite können alle lesen, dass du nicht mal den Begriff "Grenznutzen" verstehst

Und das ist Mittelschulstoff aus "Geographie und Wirtschaftskunde".

Was denkst du also denken die Leute über dich, wenn du hier behauptest, du würdest Hayek oder Friedmann lesen?

Was denkst du denken Leute über dich, die diese Autoren wirklich kennen, und wissen, worüber die geschrieben haben?

Du willst armen Leuten helfen, aber machst dich hier völlig lächerlich.
Das ist doch traurig, nicht wahr?

Rote Lagune
00
12.10.2011, 07:28
Guten Morgen! Ein Vorschlag: Google dir doch mal "abnehmender Grenznutzen". Lies mal in Ruhe durch, was mit "Grenznutzen" beschrieben wird. Es wird dir so banal und logisch erscheinen, dass da nix zu diskutieren ist (es ist auch banal und logisch).

Dann überleg (wenn du magst), was abnehmender Grenznutzen bedeutet:
1. Für den Teil Lohn bei BGE und Lohn (würde der tatsächlich gleich bleiben können?)
2. Für die Idee, eine Arbeit auf xy Leute aufzuteilen

Dies ist nämlich einfach der Grund, warum es seit 30 Jahren das Konzept der BGE gibt, und nirgendwo auf der Welt auch nur annähernd ernsthaft verfolgt wird.

Klar, wenn du nicht magst, und glücklicher bist etwas zu "kennen", was halt alle anderen nicht schnallen, bitte :))

Aber die Vorstellung, dass statt 2500 Gehalt halt dann 1500 BGE und 1000 Lohn tritt, ist einfach absurd, und super leicht zu widerlegen.

Viel Spaß beim googlen!

Heavyweather
00
12.10.2011, 08:57

Dann liegen ein paar Wirtschafts Nobelpreisträger auch einfach falsch. Das BGE wird in Brasilien bereits umgesetzt. Es gibt auch in Afrika reale und erfolgreiche Beispiele. So einfach zu widerlegen?

Dr. Oaschhelmut Zdenko-Zdenk
01
12.10.2011, 09:12
Brasilien? Das Land wo in Pernambuco die Kinder verhungern?

Dort gibts ein bedinungsloses Grundeinkommen, das jeder zusätzlich zum Gehalt kriegt?

Sag mal, wie naiv bist du?
Und mach mir die Mühe, hier auch noch sinnvoll zu antworten?

Maria und Josef!

Heavyweather
00
12.10.2011, 12:10

Die Grundsicherung in Brasilien ist der erste Schritt.
Natürlich kann man ein neues gesellschaftliches Modell nicht von heute auf morgen umsetzen.

Der Nachteil an der Grundsicherung ist noch dass weiterhin z.B. Motivation zur Schwarzarbeit besteht. Die Umstellung des Abgabensystems und die Bedingungslosigkeit des Grundeinkommens ist der nächste Schritt.

Dr. Oaschhelmut Zdenko-Zdenk
01
12.10.2011, 12:26
Es gibt in Brasilien keine Grundsicherung, die zusätzlich zum Einkommen ausbezahlt wird

Wäre das so, gäbe es in Brasilien 500% Hyperinflation.

Es gibt auch keine Nobelpreisträger, die auf die skurile Idee kämen, dass man einfach mal jedem xy,- zustätzlich im Monat gibt, weil dir jeder 2.Klasse-HAK-Schüler erklären kann, wozu das führt.

Auf Tonga-Tonga verwenden die Insulaner Kaori-Muscheln statt Geld.
Nehmen wir an, ein Schiff landet, und lädt 20 Tonnen Muscheln ab.
Glaubst du, jetzt sind die Insulaner alle reich?

Aber wenn jeder (!) zusätzlich (!!!) xy,- Euro vom Staat kriegt, kaufen wir uns alle mehr.

Und das hat Hayek (!!!!! bist du gscheit!!!!) bewiesen??

Keine Macht den Drogen mein Freund!

Rote Lagune
00
12.10.2011, 09:00
ach und nochwas.

Aus dem Umstand, dass du nicht mal nachgesehen hast, was unter abnehmendem Grenznutzen gemeint ist, interpretiere ich, dass es dich eh nicht interessiert.

Heavyweather
00
12.10.2011, 11:58

Man sollte bei Überlegungen immer von sich selbst ausgehen.
Wenn ich Grenznutzen auf mich anwenden würde müsste ich keinen Finger mehr rühren. Für mein Auskommen und das meiner Kinder und Enkelkinder wäre finanziell gesorgt.
Als Erbe hätte ich keinen Grund gehabt irgendwelche wirtschaftlichen Ambitionen zu verfolgen.
Wo liegt dieser Grenznutzen bei dir persönlich? Würdest du mit einer Million Vermögen nicht mehr arbeiten oder erst ab 10 Millionen?
Was würdest du dann machen? Geld ausgeben? Einer anderen Tätigkeit komplett ohne Nutzen nachgehen?

Heavyweather
00
12.10.2011, 11:53

Beginnen wir einfach von vorne.
Wenn du möchtest und Ideen hast ist es schön wenn du dich in die Diskussion einbringst.

Mit "abnehmendem Grenznutzen" unterstellst du wirtschaftlich benachteiligten Personen eine bestimmte Haltung bzw. Motivation.
Dabei geht es doch genau darum beim BGE. Ein Grundeinkommen das die Bedürfnisse absichert keinen Zwang ausübt.
Diese Stabilität fehlt im aktuellen System. Sozialleistungen und Transfereinkommen wie wir sie kennen sind erst der Beginn einer Entwicklung.

Wenn sich jemand mit der reinen abgesicherten Existenz zufrieden gibt kann er das heute auch schon so handhaben.

Rote Lagune
01
12.10.2011, 12:04
Nein, mit abenehmendem Grenznutzen unterstelle ich NICHT einer bestimmten Gruppe irgend eine Haltung.

Haltungen von Gruppen haben NICHTS, aber nicht mal ansatzweise oder weit hergeholt IRGENDWAS mit abnehmendem Grenznutzen zu tun.

Weißt du, deine Mischung aus Ignoranz (sich nicht mit dem Thema befassen, Dinge frei erfinden, wie etwa die Nobelpreisträger oder Brasilien) und Belehrung ("bring dich konstruktiv ein") ist absurd.

Ich frage mich wirklich was du bezwecken willst?
Ist man glücklicher, wenn man sich was einbildet?
Warum denkst du, interessiert dein Konzept niemanden?

Na ist ja egal, du hast dir nicht mal die Mühe gemacht, irgend einen Wikipedia-Artikel zu abnehmendem Grenznutzen auch nur zu LESEN!

Aber du dozierst über Ökonomie....

Bitte verschwende die Zeit eines anderen, Tschüss

Heavyweather
10
12.10.2011, 12:21

Die von mir aufgezählten Nobelpreisträger unterstützen bzw. haben alle ein Gundeinkommen unterstützt.

Wenn du das bezweifelst dann befasse dich damit.

Abnehmenden Grenznutzen kann man natürlich nicht allgemein definieren bzw. geht das Gossensche Gesetz davon aus dass man Nutzen quantifizieren kann.
Subjektive Wertlehre ist zwar relevant aber kein Gegenargument zu einem BGE.
Warum soll es auch keine Individuen geben die sich mit Grundbedürfnissen zufrieden geben?

Wenn dich das Konzept nicht interessieren würde wärst du nicht hier.

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