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Wikipedia ist wieder online - aber die Proteste gehen weiter
Nachdem die Italienische Wikipedia am 5. Oktober aus Protest ihre Seiten blockiert hat, ist sie nun wieder frei zugänglich. Die Wikipedia-Gemeinschaft hatte mit der radikalen Maßnahme für Aufmerksamkeit auf das geplante Gesetz gesorgt.
Inhalte innerhalb 48 Stunden löschen
Nach diesem Gesetz sind Webseitenbetreiber dazu verpflichtet, innerhalb von 48 Stunden Inhalte zu löschen, wenn sich eine Person oder Firma dadurch beleidigt fühlt. Dafür ist kein Richterspruch nötig. Kommt der Betreiber der Forderung nicht nach, muss er ein Strafe von 12.000 Euro zahlen.
"Sitenotice"
Das Parlament habe nach Angaben von Wikipedia das entsprechende Gesetz entschärft. Die Änderungsanträge sind allerdings noch nicht vom Parlament angenommen worden. Auf der italienische Wikipedia-Seite ist eine "Sitenotice" aktiviert, die auf allen Wiki-Seiten zu sehen ist und vor dem geplanten Gesetz warnt.
"Idiotisches Gesetz"
Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales schreibt auf Twitter, dass das Gesetz idiotisch sei. In einem Interview beim International Journalism Festival sagt er weiter: "So ein Gesetz gibt es sonst niergendwo auf der Welt. Es ist ein schwerer Eingriff in die Pressefreiheit in Italien."
Demonstrationen
Vor dem italienischen Parlament demonstrieren seit Tagen Internetnutzer mit geknebeltem Mund gegen den Maulkorberlass. Einen kleine Erfolg haben die Demonstranten damit erzielt: Das Gesetz soll nun nicht für private Blogs gelten. (red)
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Meiner Meinung sind Gesetze wie diese nicht gültig, egal was irgendeine Regierung sagt.
Information muss frei sein und frei bleiben. Wir leben nicht in einer Diktatur.
Im übrigen sehe ich das Modell der indirekten Demokratie im Auslauf befindlich, man sieht zu welchen Exzessen es ausartet. Berlusconi spielt sich wie ein König auf. Die Guillotine wartet auf solche Leute.
Information ist relativ. Darunter fallen auch Beleidigung, Verleumdung, Drohung, Erpressung etc. Ich habe kein Problem damit wenn nicht jede Information ungestraft veröffentlicht wird, aber was legal ist muss ein Gericht entscheiden. Dass beleidigte Firmen darüber entscheiden dürfen wäre ein Skandal hoch drei!
Onlinemedien, also u.a. die Websites der Zeitungen. Wie soll Journalismus funktionieren, wenn die veröffentlichten Texte auf Zuruf zu löschen und durch eine "korrigierte" Fassung desjenigen zu ersetzen sind, der ich da falsch dargestellt fühlt. Einfach so, ohne Kontrolle, ohne Gerichtsbeschluss (damit können ja Diffamierungen ohnehin auch jetzt bereits geahndet werden). Das ist absurd. Damit würde jede kritische Berichterstattung etwa über Berlusconi unmöglich, statt dessen könnte er ganz einfach flächendeckend seine PR-Texte verteilen.
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