Truppen an somalischer Grenze verstärkt

6. Oktober 2011, 16:30

Übergriffe der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz befürchtet

Addis Abeba/Nairobi - Kenia hat an der Grenze zu Somalia seine Truppen verstärkt, um sich gegen eventuelle Übergriffe der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz zu wappnen. Sicherheitskräfte hätten zuvor berichtet, hunderte Rebellen der Gruppe seien auf Lastwagen unterwegs in den somalischen Grenzort Dhobley, der nur fünf Kilometer von Kenia entfernt liegt, berichtete die kenianische Zeitung "The Standard" am Donnerstag.

"Es gibt Befürchtungen, dass es einen Krieg geben könnte, der auf die kenianische Seite übergreift", sagte ein Militärangehöriger. Die kenianischen Soldaten würden von Panzerwagen und Helikoptern unterstützt.

Grenzort angegriffen

Die Al-Shabaab ("Die Jugend") kämpft seit Jahren gegen die Übergangsregierung in Mogadischu und liefert sich immer wieder schwere Gefechte mit Regierungssoldaten. Erst in der vergangenen Woche hatten Rebellen Dhobley angegriffen. Bei den Kämpfen gab es nach Berichten von Augenzeugen Tote auf beiden Seiten sowie auch zivile Opfer.

Das angegriffene Dorf ist einer der Haupt-Grenzorte, über den hungernde Somalier seit Monaten vor der derzeitigen Dürre-Krise nach Kenia flüchten. Laut UN-Angaben versuchen täglich bis zu 1200 Menschen, in das Nachbarland zu gelangen. Sie wollen Dadaab erreichen, das derzeit größte Flüchtlingslager der Welt.

Die Miliz blockiert immer wieder Hilfslieferungen an die leidende Bevölkerung - speziell in den von ihr kontrollierten Gebieten im Süden des Landes, in denen die Not besonders groß ist. Erst im August waren die Rebellen vom Militär aus der Hauptstadt Mogadischu vertrieben worden. Als Reaktion hatte sie am Dienstag einen verheerenden Selbstmordanschlag im Regierungsviertel Mogadischus mit Dutzenden Toten verübt.

Ziel der Gruppe mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida ist es, in der Region eine strenge Auslegung des islamischen Rechts durchzusetzen und am Horn von Afrika einen islamischen Staat zu gründen, der sich an einem weltweiten Jihad beteiligt. (APA)

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