Umfrage

Über die Prostata wird nicht geredet

6. Oktober 2011, 14:33

Männer interpretieren Miktionsbeschwerden gerne als unvermeidlichen Teil des Altwerdens

Wien - Erste Ergebnisse einer Online-Umfrage mit mehr als 1.000 europäischen Männern im Alter von 50+ lassen darauf schließen, dass Männer es vermeiden, über lästige Harnwegsymptome zu sprechen. Dabei weisen Symptome oft auf eine benigne Prostatahyperplasie hin. 

Bedenkenlos suchen Männer den Arzt auf, wenn sie unter Bluthochdruck oder Diabetes leiden, bei Beschwerden im Urogenitaltrakt, sind die befragten Teilnehmer dagegen nicht bereit ärztlichen Rat einzuholen. Der Grund: Die Symptome werden oft als unvermeidlicher Teil des Altwerdens interpretiert, und das obwohl beispielsweise nächtlicher Harndrang die Lebensqualität vieler Betroffener massiv beeinträchtigt.

Arzt-Patienten-Gespräch

"Diese Umfrage zeigt deutlich, dass Männer Miktionsbeschwerden nicht mit Prostatabeschwerden in Verbindung bringen und sie daher nicht als Problem mit ihrem Arzt besprechen, auch wenn sie Symptome haben, die ihr Leben erheblich beeinträchtigen. Daher müssen Ärzte das Gespräch in die Hand nehmen und Mythen über Harnwegsymptome aus dem Weg räumen", Mark Emberton, Professor für Interventionelle Onkologie, University College London und Associate Professor, Middlesex University, London.

Miktionsbeschwerden können auftreten, wenn Mann eine vergrößerte Prostata hat. Mediziner sprechen von einer benignen Prostatahyperplasie (BPH). Mit der Größe der Vorsteherdrüse steigt der mechanische Druck auf die Harnröhre. Nächtlicher Harndrang, erschwertes Wasserlassen bis zum schmerzhaften Harnverhalt können die Folge sein. Der regelmäßige Gang zum Urologen lohnt sich, denn  Früherkennung einer vergrößerten Prostata ermöglicht schon beim ersten Auftreten von eine Therapie und macht eine Operation zu einem späteren Zeitpunkt eventuell überflüssig. (red)

Weiterlesen:

Auf zum Urologen

mbli
02
7.10.2011, 10:25
ich glaube es gibt auch wenige frauen die über die befindlichkeit ihrer gebärmutter plaudern ;-)

Mann40
00
7.10.2011, 08:01

Versuche mir gerade ein solches Gespräch von Männern im Alter von 50+ vorzustellen:

"Und...wie geht es Eurer Prostata? Alles ok damit?"

Ich glaube da gibt es spannendere Themen

trollvottel
01
7.10.2011, 10:37

Bei Rotkreuz-Ersthelferkursen in Betrieben fragen die Kursleiter oft gezielt nach, ob einer der Teilnehmer wegen Herzproblemen behandelt wird, und bitten ihn dann, so gut wie er kann zu schildern, wie sich das anfühlt.

... und so gut wie immer findet sich dann ein älterer Teilnehmer, der dann plötzlich doch dringend einen Termin beim Kardiologen aausmacht.

Ich verabscheue zwar Leute, die am öffentlichen Pissoir zu quatschen beginnen; aber da würde es sich doch eigentlich anbieten, solche Themen zu besprechen?

gustav gans42
01
7.10.2011, 06:09

Der Rat meines Urologen:
3xtäglich die Blase im Stehen vollständig entleeren; 3xwöchentlich GV, oder zumindest HV.
(Sitzpinkeln ist zwar vielfach gesellschaftlich erwünscht, jedoch nicht natürlich)

Rohrleger
00
7.10.2011, 10:55
Bedeutet das,

daß ich meine Urinierfrequenz halbieren und meine GV-Frequenz auf ein Drittel reduzieren muß? Beim HV würde das auch eine Reduktion um 75% bedeuten.
Was mach ich dann mit der vielen Zeit?

Mc U2
12
6.10.2011, 23:42
Die Untersuchung durch den Mastdarm ist eher das Unangenehme dran, nicht das Reden

Der Große von Gegenüber
01
7.10.2011, 12:30
mein Urologe hat dicke Finger - ich finds eher angenehm ...

gaisbock
00
6.10.2011, 23:34
oiso, i red` gern über mei` prostata.

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