Dramatische Lage

In zehn Jahren fehlen in Europa 230.000 Ärzte

6. Oktober 2011, 13:07

Reichere Länder saugen Personal aus ärmeren Staaten ab - Landflucht weltweites Problem

Bad Hofgastein - 2020 werden im Gesundheitswesen in Europa ein bis zwei Millionen Fachkräfte fehlen, falls nicht rasch gegengesteuert wird. Schätzungen der EU-Kommission gehen von rund 600.000 fehlenden Fachkräften in der Pflege und von 230.000 fehlenden Ärzten aus. Besonders dramatisch wird die Lage für die ärmeren Länder, weil die wohlhabenderen das Personal von dort absaugen, warnte am Donnerstag Armin Fidler, Strategischer Berater für Gesundheitspolitik bei der Weltbank, beim European Health Forum Gastein (EHFG).

Viele Staaten versuchen zwar, mit gezielten Programmen die Arbeitsbedingungen attraktiver zu machen und Gesundheitspersonal länger im Job zu halten, verstärkt würde jedoch auch Personal aus dem Ausland geholt - von Fachärzten für den Spitalsbetrieb bis zu angelernten Pflegekräften, die in Haushalten pflegebedürftige Menschen betreuen. In Großbritannien kämen bereits 47 Prozent der Ärzte aus dem Ausland, in Polen hingegen nur drei Prozent, zitierte Fidler das European Observatory on Health Systems and Policies.

In Rumänien wandern inzwischen mehr als zehn Prozent der Mediziner ins westeuropäische Ausland ab. "Eine rumänische Allgemeinmedizinerin bekommt in Frankreich das Zehnfache dessen, was sie in Rumänien einnehmen kann. Da sind die Wanderbewegungen schon nachvollziehbar", so Fidler. Geld sei jedoch nur ein Faktor für die Mobilität. Eine wichtige Rolle würden auch die Arbeitsbedingungen, das Arbeitsumfeld und die Entfaltungsmöglichkeiten spielen.

Eklatanter Mangel in Afrika

Noch schwieriger sei die Situation aber global betrachtet. Nur drei Prozent des gesamten medizinischen Personals weltweit arbeitet in Afrika südlich der Sahara. Der eklatante Mangel an Ärzten und Pflegepersonen in dieser Region werde durch die erhöhte Nachfrage in den Industrieländern noch verschärft. Das sei aber über die medizinische Frage hinaus auch eine der Ethik.

"Man kann aber nicht verhindern, dass sich Menschen bessere Lebensgrundlagen suchen", zeigte Fidler auch Verständnis. Das betreffe keinesfalls nur die Frage des Einkommens. Sein Vater beispielsweise sei Arzt am Land in Österreich gewesen. Als er, Fidler, zehn Jahre alt wurde, stellte sich die Frage, ob die ganze Familie in eine Stadt ziehen solle oder der Sohn ins Internat komme, um eine gute Ausbildung zu erhalten. Dieses Problem gebe es weltweit. In der Türkei begegnete man ihm ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts damit, dass junge Ärzte einige Jahre am Land arbeiten mussten, wenn sie später Aufstiegsmöglichkeiten haben wollten. Da aber inzwischen auch sehr viele Frauen den Beruf ergreifen, diese aber außerhalb der Städte aufgrund ihres Geschlechtes kaum anerkannt werden, funktioniere das nicht mehr.

Andererseits könne die Migration von medizinischem Personal auch Vorteile bringen. Hunderttausende Philippiner seien auf der ganzen Welt als Pflegerinnen und Pfleger im Einsatz. "Die schicken ihr Geld in ihre Heimat. Das ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, ein beträchtlicher Teil des Bruttoinlandsproduktes wird im Ausland erwirtschaftet", so der Weltbank-Experte. (APA)

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16 Postings
Mr. T himself
00
9.10.2011, 17:15
hm

hier wird das so thematisiert als ob das nur ein problem der ärmeren länder ist... die wenigsten wissen das es in österreich bald ähnlich ausschauen wird.

wenn ich (medizinstudent) sehe wie das einstiegsgehalt als turnusarzt hier aussieht (~1500) dann vergehts mir vollkommen irgendwo in Ö den turnus zu machen...unmögliche arbeitszeiten, oft nur handlanger jobs UND ein niedriges gehalt schreckt immer mehr leute ab. als gebürtiger vlbger werde ich wie soviele andere definitiv mal in der schweiz arbeiten.

und nein, das hat nichts mit geldgier zu tun. wenn ich minimum 6 jahre lange ein sehr schweres studium hinter mir habe und einen job der viel zeit beansprucht vor mir habe, halte ich 1500 für einen schlechten scherz.

BK W. Shoyssel
00
7.10.2011, 13:01
und deshalb

dürfen wir kein unnützes Geld in die Unis pumpen, sondern müssen wir mit allen Mitteln verhindern, dass wir zu viele deutsche Medizinstudenten bekommen ;)

Spielverderber1
00
7.10.2011, 19:43
ja, genau...

außerdem hab ich noch immer Angst vor der Ärzteschwemme... könnt ihr euch an die noch erinnern?

Alles, nur nicht Medizin, haben sie damals gesagt..

1337 camp0r
20
7.10.2011, 12:20
ausgezeichnet

Die Plan der Pharmaindustrie geht langsam auf - alle in die Apotheken und dort Medikamente kaufen - wer braucht noch den Artzt?

Daisy Lord
01
7.10.2011, 06:13

Noch immer warten junge Ärzte drei Jahre auf einen Turnusplatz, auf einen Facharzt-Ausbildungsplatz oft noch länger....kann also doch nicht so schlimm sein mit dem zukünftigen Ärztemangel, oder?

zahnfee
00
7.10.2011, 12:21
Warten auf den Turnus

Das ist eher ein Verteilungsproblem, weil viele im Studium die Annehmlichkeiten Wiens genossen haben und dann nicht mehr weg wollen und lieber in Wien ewig auf einen Platz warten.

Mittlerweile bekommen sie z.B. in Linz oder Salzburg sofort einen Turnusplatz.

Momentan werden durch die strengen Zugangsregelungen fürs Medizinstudium einfach zu wenige fertig. Nicht zu vergessen der hohe Prozentsatz der dann gleich ins Ausland abhaut...

Pump Kin
00
9.10.2011, 11:29

Die Wartzezeit auf einen Turnusplatz in NÖ beträgt in NÖ oft nur noch 2 Wochen.
Und jaaaaa, natürlich bekommt man keine Ausbildungsstelle ohne nicht eine Zeit lang gezeigt zu haben was man draufhat.

Geoffrey of Monmouth
00
7.10.2011, 08:42

Vielleicht sind aber auch nur die Turnusplätze rar?

Erwin Wolfram
00
7.10.2011, 04:03
...

Benoetigt wird eine Studieneingangsphase in der Sie das Selbstlernbuch kaufen. Keinesfalls darf ein Professor sprechen. Das Wissen waere schaedlich, denn man muss unbedingt korrekt pruefen. Pruefen ist wichtiger als Wissen, dass muss schon in jungen Jahren sitzen (wie sonst weiter von staatlichen Faelschungen leben)? Spaeter schreiben dann die Einen fuer die Anderen, die Anderen behandeln dann die Einen (vergass so war es frueher heute heisst es arbeiten). Vor allem wichtig ist es die fehlende akademische Leistung durch Jus Studien zu ersetzen damit man gerechterweise alles falsch machen darf. Besser ist einfach die Titel zuzusprechen die gebuehren und Fragen zu beantworten.

BK W. Shoyssel
00
7.10.2011, 21:55

bitte nochmal in verständlichen Worten

Mc U2
70
6.10.2011, 23:44
230.000 weniger Ärtze = 230.000 weniger Fehlerquellen

es sterben weniger Menschen durchs Rauchen als durch Ärztefehler.

netter nick
02
7.10.2011, 11:01

ich (raucher) halte dieses posting für unglaublichen schwachsinn! ... inhaltlich, sowie von der intention her

Bonair
01
7.10.2011, 10:33
230.000 weniger Ärtze

- Textverständnis: Nicht genügend
- Rechtschreibung: Nicht genügend
- Logik: Nicht genügend

Ist sicher leicht, so wie Sie zu reden solange man keine ärztliche Hilfe braucht.

Geoffrey of Monmouth
10
7.10.2011, 08:43

Aber im Gegensatz zu Zigaretten versuchen Ärzte das Leben der Menschen zu verlängern.

utt=c²uxx+f
00
6.10.2011, 17:49

Wir berichten live aus Bad Hofgastein!

.MS.
011
6.10.2011, 14:41
Wir brauchen dirngend strengere Einstiegshürden ins Medizinstudium!

Menschen in einem Beruf ausbilden der auch gebraucht wird?! - Nicht mit dieser Regierung!

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