Österreich bei Spitzensteuersatz im Spitzenfeld

6. Oktober 2011, 12:33

KPMG-Untersuchung: Effektive Steuerbelastung vergleichsweise moderat

Wien - Eine Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG belegt, dass der heimische Spitzensteuersatz recht hoch ist. Mit 50 Prozent liegt Österreich im Europa-Vergleich auf Rang vier, hinter Schweden (56,6), Dänemark (55,4) und den Niederlanden (52). Die effektive Steuerbelastung ist allerdings - dank der günstigen Besteuerung des 13. und 14. Gehalts - vergleichsweise moderat. Sie ist in elf europäischen Ländern höher als in Österreich.

Denn die durchschnittliche Belastung durch Einkommenssteuer und Sozialversicherung macht für ein Jahreseinkommen von 100.000 Dollar in Österreich 38,4 Prozent aus - was deutlich weniger ist als beim Spitzenreiter Belgien (47,9 Prozent). Aber auch in Deutschland (43), Frankreich (42) oder Griechenland (43,5) ist mehr für Steuer und Sozialversicherung abzuführen. Im weltweiten Vergleich von 96 Ländern liegt Österreich auf Rang 16.

Den weltweit höchsten Spitzensteuersatz gibt es übrigens auf der kleinen Karibikinsel Aruba, mit 59 Prozent. Das ist auch das einzige außer-europäische Land mit mehr als 50 Prozent Spitzensteuersatz - insgesamt führt hier im Regionenvergleich Westeuropa mit einem Durchschnitts-Satz von 45 Prozent. Wie Österreich 50 Prozent weisen auch Belgien und Großbritannien sowie Japan aus.

Für KPMG sind diese Ergebnisse ein Anlass, sich "ganz entschieden" gegen eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes auszusprechen. Der Spitzensteuersatz sei im Standortwettbewerb entscheidend, der effektive Steuersatz hingegen wenig sichtbar. Außerdem habe die Studie "Individual Income Tax and Social Security Rate Survey" auch gezeigt, dass die G-20-Länder - trotz der gegenwärtigen Turbulenzen - weitgehend noch keine Veränderungen vornehmen. Nur Spanien habe 2011 eine neue Steuerklasse für Bezieher höherer Einkommen geschaffen und den Steuersatz 2011 von 43 auf 45 Prozent erhöht. (APA)

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25 Postings
einemeinung
00
8.10.2011, 22:02
nicht nur der quasi steuerfreie 13. und 14.

... ist zu berechnen, sondern auch, dass auch für gutverdiener die steursätze unter 60.000 so wie bei allen besteuert werden, erst ab dem 1. € über 60.000 fallen die 50% an. (nicht jedoch für den 13. und 14. monatsgehalt).
kurz: unser steuersatz ist moderat im vergleich. wird auch gesagt, später.
aber dennoch, auch im standard: die überschrift muss lauten: Östereich bei steuern im spitzenfeld
warum?

Franz Stefan
01
7.10.2011, 09:08
"der effektive Steuersatz hingegen wenig sichtbar"

Aha, KPMG meint also, diese ach so gebildeten, qualifizierten Leute seien nicht im Stande, nach einem Brutto-Netto Rechner zu googlen, oder einfach beim Steuerberater kurz nachzufragen.

Wie der Schelm denkt...

dIdI XYZ
00
6.10.2011, 15:30
6 % Begünstigung (teilweise) abschaffen

Schafft endlich die Begünstigung für Sonderzahlungen ab oder besser, eine Deckelung von max. 7.500 pro Jahr für die begünstige Besteuerung mit 6 % (inkl. Vergleichszahlungen und Diensterfindungen) Davon würden Einkommensbezieher mit bis zu Brutto 4.200 gar nichts bemerken.

Dimple
00
6.10.2011, 14:43
2 Dinge fehlen hier

Wie hoch sind die Abgaben inkl. gesetzlicher Lohnnebenkosten wirklich (SV-AG-Anteil, DB, DZ (=WK-Umlage), KommSt, DGA)?

Ab wann kommt der höchste Satz zum Tragen - 50% ab 60.000 ist ziemlich einzigartig.

lg
Dimple

sebaestschn ...
00
6.10.2011, 15:24
es sind keine EUR 60k brutto

musst noch knappe 20% (oder max 10,5k SV-Abgaben abziehen).
Dadurch fangt der Spass erst bei 70-80k an, wenn ich mich nicht verrechnet habe. Aber erst in diesem Bereich zahlst du auch einen Steuerschnitt von 36% (bei erreichen der spitze von 50%).
erst gehaltsklassen ab 150k merkens richtig.

Habe jetzt nicht genau nachgerechnet - das müsste man verifizieren.

Dimple
00
6.10.2011, 16:09
Mir ist schon klar

dass die 60.000 Einkommen bedeutet, d.h. Basis für die Einkommensteuer-Berechnung.

Nur: Das ist in anderen Ländern auch nicht anders - und dort fangen Steuersätze von 45% und mehr erst bei weitaus höheren Einkommen an.

lg
Dimple, würden wir die 50%-Grenze dort ansetzen, wo sie - inflationsbereinigt - seit der Einführung 1988 hingehört, wären es so ca. 82.000,00 Einkommensteuer-Basis

Para Dox
01
6.10.2011, 20:34
Wir haben keinen effektiven Spitzen-Steuersatz von 50% bei unselbständig Beschäftigten

, weil das Jahressechstel unabhängig von der Einkommenshöhe nur mit 6% besteuert wird.

Und Selbständige haben einige Gestaltungsspielraum, um ihr steuerrelevantes Einkommen zu reduzieren.

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
00
6.10.2011, 17:54

In Belgien sind es 50% (eher 53-54% wg Kommunalzuschlag) ab 35000 €. Allerdings gibt es auch viele Schlupflöcher.

Solche Vergleiche sind immer sehr manipulierbar.

duplo66
11
6.10.2011, 13:51

Und von den zahlreichen Sondersteuern à la Nova, Vergebührungen und 20% Mwst. spricht keiner, oder was? Das, was hier in Österreich die Realität ist, erfasst offenbar keine Statistik wirklich.

großgoscherter Zwerghamster
00
6.10.2011, 14:38
Glaubst wirklich das es das in anderen Ländern nicht gibt?

Traumtänzer!

duplo66
10
6.10.2011, 14:54

Nicht in diesem Ausmass.

Dieses Nichtwahrhabenwollen hier zu Lande gibt mir zu denken.

großgoscherter Zwerghamster
01
6.10.2011, 15:23
Die deutsche MWST leigt gerade mal ein Prozent unterhalb jener hierzulande.

In GR liegt sie mittlerweile sogar bei 23% OBWOHL die Griechen schon viel mehr Steuern zahlen (zumindest theoretisch).
In D zahlst noch KFZ-Steuer und viel höhere Benzinpreise, da ist unsere NOVA ein Lercherlfurz dagegen.
Und die Liste lässt sich ewig weiter führen.

Innerhalb der EU wird niemand was geschenkt. Und Ö ist bei weitem nicht so schlimm wie es gerne dargestellt wird. Das ist reine Kampfrhetorik der Steuerverweigerer.
Wären wir am letzten Platz würden diese Leute immer noch Raunzen und irgend welche fadenscheinige Argumente erfinden.

Wems nicht passt der soll doch bitte einfach gehen, wenn es doch eh woanders so viel besser ist. Aber das Geraunze sollen sie sich hinten rein schieben!

duplo66
00
6.10.2011, 15:41

Steuerverweigerer? Keinesfalls, ich habe absolut nichts gegen das Solidaritätsprinzip einzuwenden, der Gegenwert meiner Steuerabgaben ist aber sehr gering.

Wenn ich resp. mein Unternehmen so budgetieren und arbeiten würde wie der österreichische Staat, wäre das Ganze nicht überlebensfähig.

Etwas mehr Vernunft wäre durchaus angebracht, auch in den Diskussionen zur Thematik.

Nennen Sie mir mal ein Land, wo man am Abschluss eines Mietvertrags so kräftig mitkassiert wie hier. Nur mal so als Gegenbeispiel zu Ihrer Aufzählung.

großgoscherter Zwerghamster
01
6.10.2011, 16:03
Was ist ihr Argument? Das es Steuern gibt die sie persönlich als absurd empfinden?

Die werden sie in jedem Staat finden.
Und nur weil es in Ö eine Mietvertragsgebühr gibt, wird nicht plötzlich alles schlecht.

All die Dinge die sie aufbringen gibt es in jedem Staat. Österreich ist da keine Ausnahme. Weder im Negativen noch im Positiven Sinne.

Man kann sich das eigene Land auch mit Gewalt schlecht reden. Keine Ahnung was das bringen soll, aber es ist quasi ein Volkssport. Wird wohl daran liegen, dass der durchschnittliche Österreicher noch nie seine Nase in ein anderes Land gesteckt hat, außer für 2 Wochen Sommerurlaub.

Was glauben sie was ich hier in GR für absurde Steuern zahlen muss - vor allem als Ausländer. Von der Bürokratie gar nicht zu sprechen.
Dagegen ist Ö das reinste Schlaraffenland!

otto lochachter
01
6.10.2011, 13:40
Lohnkosten statt Bruttoeinkommen

Der Vergleich hinkt da er die Lohnnebenkosten unberücksichtigt lässt- die muss aber der Arbeitnehmer auch erarbeiten sonst kriegt er diesen Lohn nicht.

Von 100.000 Lohnkosten pro Jahr kriegt ein Angestellter in Österrech etwas über 49%.

Franz Woyzecks liebste Erbse
01
6.10.2011, 13:26

Ein Spitzensteuersatz vom 50% ist zwar gerade noch abbildbar, aber dass man ihn bereits in guten, aber bei weitem nicht Spitzengehaltshöhen zahlt und die Steuergrenzen nicht mal jährlich valorisiert werden, sicher nicht.

Und völlig daneben ist die Schieflage in der Besteuerung von leistungslosem Einkommen bzw. Besitz.

Österreichs Steuersystem ist leistungshemmend und zementiert die Menschen wie ein Schraubstock in den Klassen ein, in die sie hineingehören wurden.

Para Dox
01
6.10.2011, 14:29
Es gibt in A keinen Spitzensteuersatz von 50%.

Kein unselbständig Beschäftigter zahlt in Österreich auch nur für 1 Cent seines Einkommens effektiv(!!) 50% Spitzensteuersatz. Der höchste Steuersatz beträgt Dank steuerlich begünstigtem 13. & 14. Gehalt effektiv(!!) ca. 43%. Und das ist vergleichsweise wenig.

Man sollte in der Diskussion weg von dem verlogenen 50% Spitzensteuersatz.

dIdI XYZ
00
6.10.2011, 15:36

Es gibt in Österreich 7 Einkunftsarten nur eine einzige davon hat keinen effektiven 50 % Steuersatz. Für Landwirte, Selbständige, Freiberufler, Gewerbetreibende, Vermieter gibt es diesen 50 % Steuersatz.

Und sogar bei unselbständigen Beschäftigten gibt es für Grenzgänger einen 50 % Steuersatz (nicht in allen Ländern gibt es 14 Gehälter, somit können dies oft nicht 2 steuerfrei beziehen ...) - spätenstens bei der Pension ist für Grenzgänger der 13. und 14. Gehalt weg.

Para Dox
00
6.10.2011, 20:26

Selbständige unter einer gewissen Einkommensgrenze können seit 2010. Ebenfalls ca. 1/6 als Grundinvestitionsfreibetrag (oder so ähnlich) absetzen. Das wurde als Ausgleich zum Jahressechste bei unselbst. Beschäftigten. Zusätzlich kann man viele Dinge absetzen, die vielleicht nicht wirklich Betriebsmittel sind. Viele nutzen auch die 12/6%ige Pauschalierung (bei niedrigen Werbekosten).

--> als Selbständiger hat man einige Möglichkeiten.

dIdI XYZ
00
7.10.2011, 00:39

den Grundfreibetrag gibts aber nur bis 30.000 Einkommen. Danach bekommt man diesen Freibetrag nur noch, wenn man investiert und diese Investition mindestens 4 Jahre im Betriebsvermögen behält.

Wenn man den Betrieb vor Ablauf der 4 Jahren aufgibt bzw. der Computer, das Handy etc nicht so länge hält, muss man nachversteuern und landet damit wieder bei 50 %.

Und nicht jeder Selbständige hat Möglichkeiten etwas schwarz zu machen. Es gibt sehr viele Branchen wo alles offiziell läuft, insbesondere wenn die Kunden ausschließlich Unternehmer sind kann man nicht viel regeln. Oder ein Versicherungsmakler, dessen Provisionen von den Anstalten direkt ans Finanzamt meldet, etc ... Es ist ja nicht jeder Selbständige im Bau, Gastronomie, etc tätig.

sebaestschn ...
00
6.10.2011, 15:20
naja

es ist limes gegen 50% im schnitt, wenn man es genau nimmt.
mit der ust, ists lim-> 70% im schnitt :-)
LNKs etc. nicht mitgerechnet.

aber im prinzip gebe ich dir recht: und selbständige können ihre steuerlast ebenfalls "steuern".

Para Dox
00
6.10.2011, 20:30

Nein, durch das günstiger besteuerte Jahressechstel liegt der Grenzwert eben nicht bei 50%.

Selbst wenn jemand unendlich viel verdient, zahlt er nicht 50% Steuer, weil 1/6 seines Einkommens deutlich günstiger besteuert wird (mit 6%).

gigngogn
 
10
6.10.2011, 14:52
Die *durchschnittliche* Abgabenlast auf Erwerbseinkommen in Ö liegt bei 49,1%, Sozialversicherung u.ä. müssen sie da auch dazuzählen. Dann kommen noch die Verbrauchssteuern für 20+%, in SUmme gut 70% des Einkommens kassiert der Staat!

Para Dox
00
6.10.2011, 20:27
Themenverfehlung

Es geht um die Behauptung, dass der Spitzensteuersatz 50% beträgt.

Staatssekretär
00
6.10.2011, 15:19

Mathematik für Anfänger?

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