Android

Amazon zieht mit dem Kindle Fire in die Tablet-Schlacht - gegen Google

6. Oktober 2011, 12:31

Der Gegner heißt nicht nur Apple sondern auch Google - Amazon schließt Services des Suchmaschinenbetreibers aus

Amazon zieht mit dem Kindle Fire in die Tablet-Schlacht und der Verlierer ist - Google. Auf den ersten Blick ist zwar bei allem, was flach ist, Platzhirsch Apple die offenkundige Zielscheibe. Aber Fire wird auch Google kräftig einheizen.

Android

Das Gerät baut auf Googles Android-Betriebssystem auf. Aber während Google so gut wie jedes neue Tablet bisher freudig willkommen hieß, würdigte es Amazon keines Wortes. Bei Amazon findet sich ein Hinweis auf Android nur an einer Stelle: dass Apps im "Amazon Appstore for Android" gekauft werden können.

Eigene Oberfläche

Amazon hat Android für seine Zwecke quasi ge-kindle-napt: Zwar verwendet es dessen Sourcecode als Kern, versteckt diesen aber unter der eigenständig entwickelten Oberfläche. Die gängigen Android-Standards - Google Market Place, der Chrome-Browser, sonstige Google-Services - fehlen völlig.

Amazon Silk

Dafür hat Amazon Google eine kleine Zeitbombe gelegt: einen eigenen Browser. Amazon Silk zieht durch seine Konstruktion Google geradezu den Boden unter seinem Geschäft weg. Denn mit Silk wird Amazons Rechnerwolke zum Ort, wo alle Informationen beim Surfen zusammenlaufen. Google erfährt dadurch nicht mehr, von welchem konkreten Gerät (und Benutzer) eine Anfrage kommt: Jede Anfrage von Fire-Usern kommt anonym von Amazon, individualisierte Werbung wird damit erschwert. Amazon weiß hingegen bestens über die Gewohnheiten und Interessen seiner User Bescheid, "liest" es doch beim Surfen ständig mit.

Werbung

Googles Rechnung kommt damit gehörig ins Wanken. Sie beruht auf der Gleichung: Die Lizenz für Android ist für die Hardwarehersteller gratis. Dafür erhält Google auf jedem Tablet ein Einfallstor, um mit Werbung und eigenen Diensten zu verdienen.

Großes Angebot

Amazon hat - zumindest in den USA, der internationale Ausbau hinkt nach - ein perfektes Angebot an Büchern, Magazinen, Musik, Video und Filmen für seine Kunden. Googles eigene Versuche sind hingegen weiterhin bescheiden, auf dem Fire kommen sie gar nicht erst zum Vorschein. Anstelle des Android-Marktplatzes gibt es Amazon Apps anstelle von Chrome Silk.

Suche und Mail

Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis Amazon mit seinem leistungsfähigen Cloudservice auch Mail und Suche anbietet. Eine Suchmaschine für Produkte (A9) gibt es bereits, und Kindle-Kunden haben bereits jetzt eine Mail-Adresse, über die sie Dokumente auf ihren Kindle schicken können. Wetten, dass Silk nicht auf dem Kindle Fire eingesperrt bleiben wird? Versionen für andere Tablets und den PC sind absehbar.

Apple-Modell

Dazu kommt, dass Amazon dank dieses Gesamtpakets, das weitgehend dem Apple-Modell entspricht, gute Aussichten hat, andere Android-Tablets zu verdrängen, denen Inhalte fehlen. Damit würde aber auch Google weiter verlieren, während ihm Android aufgrund der Patentstreitigkeiten immer teurer kommt.

Erfolg hat seinen Preis

Der potenzielle Fire-Erfolg hat seinen Preis: Amazons Billig-Tablet dürfte aus dem Verkauf des Contents subventioniert werden, und nachdem Microsoft schon von anderen Android-Herstellern Lizenzgebühren kassiert, wird es sich bald auch den erfolgreichen Nachbarn in Seattle vorknöpfen. (helmut.spudich@derStandard.at, PERSONAL TOOLS HELMUT SPUDICH, DER STANDARD Printausgabe 06.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 65
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Mike Webman
00
11.11.2011, 21:51
Amazon's halbproprietäres Tablet

ist ein zweiter Aufguss von Äppls Entmündigung mit eigenem Appstore und Browser. Das Amazon Tablet ist zudem technisch mickrig und nicht einmal durch TF Karten erweiterbar. Es gibt bessere, günstigere Tablets.

Deserteur
00
8.10.2011, 21:14
Hoffentlich wächst da jetzt endlich ein ernstzunehmender Google-Konkurrent heran!

Was Amazon da macht, ist vollkommen legitim und auch ganz wichtig, um nicht ebenso vollends in den gewaltigen Sog der alles verschlingenden Google-Maschinerie zu geraten...
Das Beispiel sollte Schule machen!

Karl Schreckt
21
7.10.2011, 13:51
komplett unattraktiv

ich versteh diese analysen nicht die dieses konzept so hoch loben. das ding kann ja eigentlich nix sinnvolles. also als tablet nicht. es gab seit beginn noch kein sinnloseres tablet als dieses. ja wenn ich einen mediaplayer will oder ebook reader, dann ja. aber wenn ich ein tablet will, dann muss es auch mehr können als bücher und filme anschauen. die zukunft wird es weisen, aber für mich ist das kein tablet.

joebufu
00
9.10.2011, 11:14

Tablet für 250 Euro, Cyanogenmod 8 :D für 0 Euro und fertig ein wünderschönes tablet. Solange der Bootloader offen ist weiß ich cniht was ihr für probleme habt

Metal Heini1
00
9.10.2011, 16:34
das man nicht telefonieren kann...

wozu nutzn leute den komputer ausser zum arbeitn? zum telophieren

the JJ
00
9.10.2011, 17:20

Hoffentlich irgendwann dazu, eine korrekte Rechtschreibung zu lernen...

-e!-
02
8.10.2011, 03:13

ich stimme mit den analysen, im gegensatz zu ihnen, ausnahmsweise überein.

die grundbedürfnisse (surfen, mailen) sollten imho damit gedeckt sein. auch medieninhalte können einfach geladen werden, was für unbedarfte nutzer einen vorteil darstellt. der günstige preis wirkt dazu attraktiv und apps gibt es ja auch.

was genau fehlt ihnen denn an dem tablet?

Drake
00
7.10.2011, 19:05

Nicht mal zum ebook lesen würde ich das Fire verwenden. Denn dafür ist ein Gerät mit e-Ink Display einfach besser geeignet.

jono
10
7.10.2011, 14:36

... sehe ich absolut genauso. Als Tablet ein völlig uniteressantes Gerät ...

_loquee
00
7.10.2011, 13:03
spy vs spy vs spy

ich finde es schade, dass nur jeweils 1-2 der großen Konzerne durch mein Surfverhalten meine awesomeness dokumentieren und archivieren können.
Ich hoffe die vereinbaren irgendwann mal ein Datenaustauschprogramm.

Wer mir Rot gibt, ist ein Prolet
00
7.10.2011, 12:10

Was macht Kevin Spacey da?

arno über alles
01
7.10.2011, 11:42
hmm

sehr gute analyse.

amazon geht einen sehr interessanten weg, der fire ist ja quasi ein sub-tablet. nicht mal ein mikro wenn ich das richtig verstanden hab, also keine chance für skype, etc.

also wirklich die evolution eines kindles, mit verbesserter anbindung ans netz. amazon hätte das ganze wohl auch auf webOS oder meego bauen können, android war aber sicher die ausgereifteste und billigste variante.

fast schon aikido, google macht die entwicklung, damit amazon die dann billig aushebelt.

Luke G
00
7.10.2011, 10:13
Toller Artikel!

Danke

Der_Pirat
14
7.10.2011, 10:12

Damit ist das Tablet für mich gestorben - Sorry Amazon, Kindergarten mit Ausschluss von frei zugänglicher/n Software / Services mach ich nicht mit! Hätte mir das Teil wirklich gerne gekauft...

Deserteur
00
8.10.2011, 21:57
Ein echt ehrliches Konzept!

Will nur ein einfaches Tablet sein...
...für Mail, Web und Medienkonsum...
nicht mehr und nicht weniger...
...und eben KEIN Möchtegern-PC!
...dafür eben auch der niedrige Preis...

Für die meisten PC-Anwendungen ist ein Touchscreen-Konzept gar nicht so ideal...
Und bei mobiler Verwendung wird man nicht unbedingt Programme für lange Texte oder Bildbearbeitung brauchen!
Apple schafft den angepeilten Spagat ohnehin nicht, weil da die typischen PC-Eigenschaften doch zu sehr eingeschränkt sind...
Und reizt einen die Freiheit bei Android, greift man doch gleich besser zu einem wirklich vollwertigen Notebook...
Mit diesem stimmigen Amazon-Konzept macht für mich so ein "Tablet" erstmals wirklich Sinn...
Da könnte man doch schwach werden.

Mathias Steinlaus
 
01
7.10.2011, 12:47
vollste Zustimmung...

... Amazon geht den von Microsoft und Apple vorgelebten Weg ... wer nicht von einem Anbieter abhängig sein will, lässt die Finger davon!

Werner Masslos
00
7.10.2011, 09:26
hmm ...

jetzt muß nur noch jemand dieses fire-dingens auch kaufen (wollen).
Reden wir in einem Jahr weiter.

Jeder hat das Recht auf meine Meinung
00
7.10.2011, 06:07

Die Google Sachen sind beinahe die brauchbarsten auf den tablets... ohne die bringt das ding nichts...

derunbestechliche
00
6.10.2011, 21:31

Die Meinungen mögen geteilt sein, aber offenbar verkauft sich das Kindle Fire in den USA wie warme Semmeln.
http://goo.gl/3nKZo
[dailytech.com]

Johoomirsanschowiedado
00
6.10.2011, 19:58
ein offenes OS von einem Freamdanbieter "zumauern"???

... ob das eine gute Idee ist - ich weiß nicht...

"Hört" eigentlich Google bei allen Datenflüssen von Android-OS-Systemen mit?

brevis
02
7.10.2011, 11:37
Oh! Kommen ma a scho drauf!

Womit glauben Sie verdient Google sein Geld?

Meine Großmutter hat mich schon als Kind vor Dingen gewarnt, die gratis sind.
Glaubt nur alle schön weiter an den Weihnachtsmann!

:-D

Börek Obama
00
6.10.2011, 18:40

würde mal sagen: fail...

fizcaraldo
01
6.10.2011, 18:28

So dramatisch ist es auch wieder nicht. Die ganzen Google Apps kann man ja alle downloaden. Es wird niemand seinen Mail Account wechselnd nur weil die GMail App nicht vorinstalliert ist.

Prof. Vogel
02
6.10.2011, 17:15

Meines wissens nach gibts Chrome immernoch nicht für Android.

.. und ge-kindle-napt bedeutet, dass man ein kindle entführt.

DieFizinuss
10
6.10.2011, 18:09

natürlich, der android standard browser ist die mobile version von chrome.

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