Asyl

Grüne und NGOs kritisieren Österreichs Umgang mit jugendlichen Asylwerbern

6. Oktober 2011, 12:21
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    foto: standard/newald

    Minderjährige Flüchtlinge: Gezwungen, durch Untersuchungen ihre Gesundheit zu beeinträchtigen, kritisiert der Menschenrechtsbeirat.

Menschenrechtsbeirat sieht Mängel wegen Altersfeststellung durch Röntgen und der Schubhaft für 16- bis 18-Jährige

Wien - Die Unterbringung und Betreuung minderjähriger Asylwerber hat sich in den letzten Jahren zwar verbessert, es gibt aber noch immer viele Mängel. Das ist das Ergebnis eines Berichts des Menschenrechtsbeirats zum Thema "Kinder und Jugendliche im fremdenrechtlichen Verfahren", der am Donnerstag präsentiert wurde. Umstritten bleiben vor allem die Altersfeststellung mittels Röntgen und die Schubhaft für 16- bis 18-Jährige.

Fülle medizinischer Feststellungsmethoden

Der letzte Bericht über "Minderjährige in Schubhaft" stammt aus dem Jahr 2000. Er wurde nun von einer Arbeitsgruppe aktualisiert. Dabei stellte der Menschenrechtsbeirat zwar Fortschritte, etwa im Bereich der Schubhaft und bei Familienabschiebungen, fest, letzteres bedingt durch den Fall der Komani-Zwillinge. Es gebe aber noch immer Probleme und Handlungsbedarf. Konkret kritisiert wird die überbordende Anwendung medizinischer Methoden (Zahnpanorama, Handwurzel- und Schlüsselbeinröntgen) zur Altersfeststellung, die mangelnde Betreuung durch die Jugendwohlfahrt und die Schubhaft für 16- bis 18-Jährige.

Die medizinischen Diagnosen zur Altersfeststellung dürften nur als "ultima ratio" angeordnet werden, denn sie können für Kinder und Jugendliche traumatisierend sein, erklärte der Beiratsvorsitzende Gerhart Wielinger. Außerdem sei die Strahlenbelastung beim Schlüsselbeinröntgen um das 6000-fache höher als Handwurzelröntgen. Durch die Kombination mehrerer Untersuchungen könne es daher zu einer möglichen Erhöhung des Krebsrisikos kommen, warnte der Beirat. Die Altersfeststellung wird deshalb angewandt, weil sich in der Vergangenheit volljährige Asylwerber oft als Jugendliche ausgegebenen haben. Diese genießen nämlich bestimmte rechtliche Privilegien. Sie können zum Beispiel, auch wenn sie aus einem anderen EU-Land kommen (Dublin-Verfahren), im Land bleiben.

Grüne fühlen sich bestätigt

Die Kritiker der Asylpolitik des Innenministeriums sehen sich durch den Bericht bestätigt: Die Caritas, SOS Mitmensch und die Grünen schlossen sich der Rüge des Beirates wegen der zu oft angewendeten Altersfeststellung durch Röntgen und der Schubhaft für 16- bis 18-Jährige an.

"Auch jugendliche Asylwerber haben eine Würde", betonte Caritas-Präsident Franz Küberl gegenüber "Kathpress". Methoden wie die Altersfeststellung durch Handwurzel- oder Schlüsselbeinröntgen dürften laut Gesetz nur als "ultima ratio", also bloß bei echtem Zweifel, eingesetzt werden, pflichtete Küberl dem Menschenrechtsbeirat bei. Ziel müsse zudem sein, "dass möglichst kein Minderjähriger in Schubhaft kommt". Grünen-Menschenrechtssprecherin Alev Korun sieht den Schutz von jungen Asylsuchenden immer mehr untergraben: "Die Jugendämter können sich wegen Überlastung oft nicht ihrer annehmen. Ihre Minderjährigkeit wird von Asylbehörden pauschal infrage gestellt und sie werden gezwungen, um den Preis der Schädigung ihrer Gesundheit per Röntgenstrahlen diese 'nachzuweisen'". Das müsse gestoppt werden.

Immer mehr Kinder als Asylwerber

Norbert Ceipek von der Betreuungseinrichtung "Drehscheibe" machte darauf aufmerksam, dass durch die vermehrte Altersfeststellung die Asylwerber "immer jünger" werden. So seien alleine in seiner Einrichtung derzeit zehn Kinder zwischen zehn- und vierzehn Jahren aus Afghanistan untergebracht. Ceipek sprach von einer "dramatischen Entwicklung".

Laut "asylkoordination" wurden in den ersten acht Monaten dieses Jahres 36 Anträge von Unter-14-Jährigen eingebracht. Das sind mehr als im gesamten Jahr 2010, wo es 34 solcher Ansuchen gab. Anträge von Unter-18-Jährigen gab es zwischen Anfang Jänner und Ende August 632. Der mit Abstand größter Teil dieser jungen Asylwerber kommt aus Afghanistan.

Sparkurs macht skeptisch

Ein weiteres Problem gibt es laut Menschenrechtsbeirat mit der Betreuung durch die Jugendwohlfahrt aufgrund mangelnder Ressourcen. Man zeigte sich aber angesichts des Sparkurses skeptisch, was einen Ausbau der Betreuung betrifft.

Auf Kritik stiße gerade auch die jüngste Gesetzesänderung, wonach für 16- bis 18-Jährige nicht mehr die "grundsätzliche Pflicht zur Anwendung gelinderer Mittel als die Schubhaft" besteht. Diese dürfen daher bis zu zwei Monate in Schubhaft genommen werden. Laut Roland Miklau vom Beirat werden bei zwei Drittel der Jugendlichen gelindere Mittel und bei einem Drittel Schubhaft angewandt. Da sei noch "Verbesserung möglich". Der Beirat empfiehlt, das Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände mit dem Schubhaftvollzug für Jugendliche für ganz Österreich zu betrauen, um die Anhaltung Jugendlicher in Einzelhaft zu vermeiden. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 443
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erxxich
00
14.10.2011, 22:22
Staatliche Beihilfen/Zuschüsse/Mindestsicherung

Nur für in Österreich Geborene und nur für Zuwanderer/Asylanten nachdem diese 10 Jahre ins Sozialsystem eingezahlt und dadurch die Staatsbürgerschaft erhalten haben !! Dazu Abschiebung wer in diesen 10 Jahren eine Straftat begeht !!!!

gas karl
00
24.10.2011, 16:01
die Zuwanderer wollen eh arbeiten

gas karl
00
24.10.2011, 16:01
die Zuwanderer wollen eh arbeiten

Josef Moholi
11
14.10.2011, 11:10
Es sind nicht die Asylanten,

die unser Sozial- und Wirtschaftssystem gefährden. Es ist die Gier, einiger Weniger, die das Sozialsystem zunehmend in die Knie zwingt. Und diese Profiteure reiben sich natürlich die Hände, wenn sich die armen Würstel (Leiharbeiter, Mindestlohnbezieher, Arbeitslose, "freie" Mitarbeiter. Migranten, Asylanten..) die Schädel einschlagen und sich den letzten Cent wechselseitig neidig sind....

das ist fix
08
10.10.2011, 15:16

Österreich ist nur von sicheren Staaten umgeben, alle Menschen die hierher kommen, flüchten nicht, sondern reisen ein.
Wer sich sich nicht an die Einreisebestimmungen hält, der muss wieder ausreisen.

mstislav raskachlovitsch
01
10.10.2011, 13:00
Lügt der NGO-Vertreter vorsätzlich?

Habe kürzlich in einer "Orientierung"-Sendung vernommen, wie ein Vertreter der Diakonie (oder SOS Mitmensch?) beim Thema unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (UMF) in die Kamera sagte, dass für diese UMF bloß ein Tagsatz von 5,00 Euro und 40 Euro monatliches Taschengeld bezahlt würden - dies ist jedenfalls eine glatte Lüge! Warum darf ein NGO-Vertreter im öffentlichen Rundfunk ungestraft lügen? Warum kommt vom ORF keine Korrekturmeldung nach?

MAXIMA
17
8.10.2011, 09:10
... wie wäre es mit der Wahrheit???

... einfach nicht lügen und das wahre Alter angeben.

censeo
37
7.10.2011, 19:28
Ressourcen...

.. .sind nicht unendlich. Wie soll Europa dies auf Dauer verkraften? Es muss gewisse Kriterien für Asyl und auc h für Zuwanderung geben, oder unser Sozialsystem bricht zusammen.

Hier geht es in erster Linie um viel Geld und nicht um den Menschen, ein Ende ist nicht in Sicht, im
Gegenteil, hier gibt es für gewisse Gruppen die Möglichkeit ,sehr viel Geld zu verdienen.

Peacefaktor
32
9.10.2011, 23:20
Wie wäre es, wenn wir unser Systeme, den Kapitalismus und das Zinssystem abschaffen.

Denn beide Systeme, die ineinander greifen, sind verantwortlich für Krieg Armut und Hungersnöte sowie der totalen Ausbeutung von Mensch, anderen Kulturen und Umwelt.
Würden der Westen anderen Ländern nicht den Krieg bringen oder auch diktatorische Systeme unterstützen, solange die Herrscher im westlichen Wirtschaftsinteresse handeln, durch falsche Politik auch für die große Armut und Hungersnöte verantwortlich sein, würden wesentlich weniger Menschen flüchten müssen
Es geht nicht, die Lebensgrundlage anderer Völker zu zerstören und die Menschen, die aus dem Wahnsinn flüchten dann im Stich zu lassen.
Wir müssen unser gesamtes Systen, dass auf Ausbeutung ausgerichtet ist verändern, dann verändern wir auch das Flüchtlingsproblem, hin zu keinem

Isegrim1
00
10.10.2011, 20:58

Diese Systeme gibt es schon so lange wie die Menschheit sesshaft ist, was hat sich also bisher immer bewährt?

vladimov
62
7.10.2011, 17:20
WEILS GRAD SO SCHÖN PASST…

… eine aktuelle Unterschriftenaktion für ein Europa der Humanität und Solidarität – sechs Einsprüche gegen das Grenzregime:

http://bewegung.taz.de/aktionen/... schreibung

mfg v.

the bugger_off
213
7.10.2011, 15:25
liebe online redaktion,

angesichts der vielen hasstriaden wäre es langsam angebracht das posten für manche artikel nicht mehr zuzulassen.

anyuser
 
30
12.10.2011, 09:03
ich würde eher das posten für manche, rechtsextreme hetzposter

nicht mehr zulassen

sepp schilehrer
15
11.10.2011, 08:56

Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden.

Demokratie kann man lernen.

Es muss möglich sein, seine Bedenken gegen die zügellose Zuwanderung und gegen den massenhaften Asylmissbrauch seine Stimme zu erheben.

the bugger_off
01
11.10.2011, 15:02

ja eh was die meinungsfreiheit anlangtaber manchmal wirds einfach zu unertäglich bösartig und menschenverachtend...

aber von "massenhaften Asylmissbrauch" zu sprechen ist einfach UN-FAKTISCH. tut leid.

und wenn sie der "meinung" sind es ist in ordnung asylwerber wie vieh oder dreck zu behandeln, werde ich das nicht ändern können.

bugger off!

thys
01
9.10.2011, 09:46
denn die meinung anderer ist nur dann zulässig, wenn sie der ihren entspricht?

und ein forum darf auch nur denen gegeben werden?

sie wissen, wozu sie das macht?

_tom_100
27
7.10.2011, 18:28

Jaja, alles was der poltisch korrekte Lemming als Hasstirade abtut muss umgehend verboten und gesperrt werden. Demokratieverständnis? Meinungsfreiheit? Heimliche Faschisten!

melli91
15
8.10.2011, 12:31
Lenin läßt grüssen!

Immer wieder fällt mir bei den Linken auf, wie gerne sie nicht überzeugen sondern was verbieten möchten.
Ob das die jungen Standard-Leser nicht sehen wollen?

anyuser
 
00
12.10.2011, 09:05
die faschistische politik kommt von den rechten

die övp will invalide entrechten, ist das etwa links ?

King of Cowards
24
8.10.2011, 11:03
Ich darf Sie belehren:

http://derstandard.at/2934632/C... orenregeln

Diesen Link haben Sie noch nie angeklickt, stimmt's? Wenn Sie oder Ihre Kameraden sich nicht an gewisse Regeln halten, dann müssen Sie gehen, auch wenn Sie noch so laut "Demokratie! Meinungsfreiheit!" schreien - so einfach geht das.

haruki222
48
7.10.2011, 13:56
Ein sehr netter, mit mir befreundeter Afghane hat früher im Iran in einem Handwerk gearbeitet. Er wurde dabei nach Leistung bezahlt

und hat oft, wenn die Auftragslage gut war, bis zu 20 Stunden/Tag gearbeitet und gutes Geld dabei verdient, das er nach Hause geschickt hat. Allerdings war er den rass. Anfeindungen der Heimischen ausgesetzte - die Iraner bezeichnen Gastarbeiter gerne ganz offen als Parasiten - und musste arbeiten wie ein Tier.
Nach Hause zurück wollte er nicht mehr, also sollte es - jung genug war er - nach Norwegen gehen. N. deswegen, weil man dort am meisten verdienen kann.
Er ist aber in Österreich hängen geblieben, fühlt sich hier mit seinem humanitären Aufenthalt (den er nach dem Erzählen einer erfundenen Geschichte erhalten hat) jetzt aber auch recht wohl.
Wie soll man das jetzt einordnen. Menschlich total verständlich, aber rechtlich?

anyuser
 
00
12.10.2011, 09:06
ich glaube ihnen ihre erfundene geschichte nicht

raten sie mal warum

mephista
01
7.10.2011, 15:26

Beim humanitären Aufenthalt geht es meines Wissens nicht mehr um die Frage, ob ein Fluchtgrund besteht. Vielmehr stellt sich die Frage, ob der Antragssteller in Österreich schon so integriert ist, dass es nicht gerechtfertigt wäre diesen Menschen wieder abzuschieben. Also rechtlich alles tiptop. Immerhin scheint er ja gut integriert zu sein, wenn er einen Freund wie sie hat :)

Hubert Ungeist
 
12
8.10.2011, 16:11
Nein, die integration alleine ist es nicht..

und ein offensichtlich erlogenes Asylverfahren ist IMHO keine sehr guter Beweis sich zu integrieren

TheMentat
74
7.10.2011, 14:54
Ist die Rechtsfrage nicht total nebensächlich?

Ob nun seine Geschichte erfunden ist oder nicht, weder die politische Situation in Afghanistan, noch die sicherlich schwierigen Lebens- und Arbeitsbedingungen im Iran lassen daran Zweifel, dass diesem Menschen humanitäre Hilfe zu leisten ist. Alles andere wäre menschenverachtend, aber das ist wiederum sehr gesellschaftsfähig geworden.

Unterm Strich ist es ja traurig, dass jemand Lügen muss, damit ihm geholfen wird. Das zeigt nur, dass das geltende Recht, in diesem Bezug ein klares Unrecht ist.

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