Michael Grabner hat sich in der NHL etabliert. Der beste Rookie der Vorsaison will wieder zumindest 30 Tore erzielen
New York - Er lief lange unter "der dritte Österreicher", der in der NHL zum
Einsatz kommt. Auch in dieser Saison sind die anderen beiden vor Michael Grabner
dran. Für Andreas Nödl ging's bereits gestern mit den Philadelphia Flyers gegen
Titelverteidiger Boston Bruins los, und Thomas Vaneks Buffalo Sabres spielen
heute in Helsinki gegen die Anaheim Ducks. Doch zuletzt war aus heimischer Sicht
weder Vanek noch Nödl, sondern Grabner der Mann mit den meisten Schlagzeilen.
Der Villacher, der in der Vorsaison auf 34 Goals für die New York Islanders kam,
war nicht nur erfolgreichster Österreicher, nicht nur bester Torschütze seines
Teams, sondern auch bester Rookie der gesamten Liga.
Grabner, seit Mittwoch 24 Jahre alt, zeichnete sich beim All-Star-Event als
schnellster NHL-Skater aus. Und die Islanders, die seine letzte Hoffnung vor
einer sich bereits abzeichnenden Rückkehr nach Österreich waren, gaben ihm einen
mit 15 Millionen Dollar dotierten Fünfjahresvertrag. Das reicht zwar nicht an
Vaneks fünfzig Millionen (für sieben Jahre) in Buffalo heran, reicht aber doch,
um eine gewisse Gelassenheit an den Tag zu legen. "Ich liebe es, Tore zu
schießen, und hoffe, dass ich wieder zumindest auf 30 Tore komme. Das ist ein
realistisches Ziel. Dazu will ich mehr Assists machen und damit meine Mitspieler
unterstützen."
Speziell im Unterzahlspiel ist Grabner stark, seine sechs Tore wurden
NHL-weit nur von seinem dänischen Klubkollegen Frans Nielsen (7) überboten.
Insgesamt können die Islanders nur positiv überraschen, seit 2007 standen sie
nicht im Playoff, seit 1993 nicht in der zweiten Runde. Mehr ist jedenfalls den
Sabres zuzutrauen, Buffalo hat sich defensiv wie offensiv verstärkt. Thomas
Vanek hinterließ in den Tests einen guten Eindruck, zum 8:3 in Mannheim steuerte
er ein Tor und zwei Assists bei. Der Steirer redet wie jedes Jahr zu
Saisonbeginn vom möglichen Stanley-Cup-Gewinn. "Das ist grundsätzlich immer das
Ziel." (DER STANDARD, Printausgabe, Freitag, 7. Oktober 2011, APA, fri)