Radikale Änderung

Rudas fordert Mehrheitswahlrecht

5. Oktober 2011, 19:35

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin unternimmt Vorstoß für eine radikale Wahlrechtsänderung

Wien - SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas spricht sich für den Wechsel vom Verhältniswahlrecht zu einem Mehrheitswahlrecht nach dem Modell von Herwig Hösele, Ex-VP-Bundesrat und aktuell Mitstreiter einer Initiative für eine (Personen-)Wahlrechtsänderung, aus. Das Modell sieht zwar die Einführung des Mehrheitswahlrechts vor, also dass die stimmenstärkste Partei überproportional viele Mandate bekommt - aber eben nicht die absolute Mandatsmehrheit, sondern ein oder mehrere Mandate weniger. Damit wäre diese Partei gezwungen, auf jeden Fall eine Koalition einzugehen.

Rot-Grün wäre leichter

Damit hätten auch die Kleinparteien die Chance auf Regierungsbeteiligung. "Das würde die politischen Entscheidungsabläufe deutlich beschleunigen und wesentlich mehr Varianten erlauben", sagt Rudas in der "Presse". Dass damit das Ziel mancher in der SPÖ, nämlich Rot-Grün zu erreichen, näher rücke, verhehlt sie dabei gar nicht. Verlierer eines solchen Wahlrechts wäre - nach Stand der aktuellen Umfragen - vor allem die ÖVP, die auf Platz zwei oder drei genau genommen nicht viel mehr Gewicht als die Grünen hätte.

Strache als Regierungschef

Dass nach diesem System FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache Nummer eins und somit Herr über eine Beinahe-Absolute wäre, sieht Rudas ebenfalls: "Es gibt in unserer Partei natürlich auch gute Argumente gegen jede Form von Mehrheitswahlrecht, aber ich glaube persönlich, dass viele Wähler der FPÖ die Stimme aus Protest geben. Wenn sie damit rechnen müssten, dass Strache auch Regierungschef werden kann, verliert er diese Wähler wieder. Ich schätze, das wären minus zehn Prozent." (APA)

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heinz strobl
 
00
9.10.2011, 22:18
irgendwie witzig

dass z.B. in Großbritannien die Einführung eines Verhältniswahrechts diskutiert wird, weil man mit dem derzeitigen System unzufrieden ist.Dabei ist die Ursache der Unzufriedenheit nicht im Formalen zu suchen sondern im Inhaltlichen.Genau das fehlt.
Wir werden alle mit Spindoktorentextvorlagen abgespeist.Inhalt:0,Josef.
Am Wahrecht liegt's nicht, eher an der negativen Kaniditatenauswahl.

slow motion
00
14.10.2011, 14:53
Rudas fordert natürlich nicht ein Mehrheitswahlrecht a la Großbritannien.

heinz strobl
 
00
9.10.2011, 22:32
forts

wer bitte ist rudas ?????

slow motion
00
7.10.2011, 12:12
In Wirklichkeit weiß Rudas gar nicht,

was international als Mehrheitswahlrecht verstanden wird .....

Shoe Shine Pad
00
7.10.2011, 11:34
Bin prinzipiell eher gegen ein Mehrheitswahlrecht

Aber das vorgeschlagene Modell ist noch das am wenigsten schlimme, da es dem Wahlsieger eben NICHT die absolute Mehrheit gibt, wie es etwa Prof. Poier vorschwebt. Die Regierungsbildung würde es jedenfalls stark vereinfachen. So eine Situation hatten wir übrigens vor nicht allzulanger Zeit: Schüssel II war so stark, dass er mit jeder Partei damals eine Koalition hätte eingehen können.

karakal
00
7.10.2011, 11:18
Bist du deppat...

Rudas und denken in einem Satz geht einfach nicht zusammen, oder?

slow motion
00
7.10.2011, 12:17
Doch, Rudas und Denken geht schon zusammen,

allerdings nur Rudas und parteiapparatschik-typisches Denken ....

Zinnmo
 
00
6.10.2011, 22:03
Diktatur der Parteisekretariate

Das Modell spart den größten Vorteil eines Mehrheitswahlrecht - die Personalisierung - aus und vereinigt alle Nachteile. Wer bestimmt denn, wer auf die "Zusatzplätze" kommt? Die Parteispitze. Weniger Verantwortung für die einzelnen Abgeordneten noch mehr Stimmvieh.

bratak
02
6.10.2011, 15:16

kommt das dann auch ohne volksabstimmung, so wie die verlängerung von 4 auf 5 jahren?

Chien de Pique
22
6.10.2011, 15:28

Selbstverständlich. Ist ja keine Gesamtänderung der Bundesverfassung. Ohne Not wird es bei uns nie eine Volksabstimmung geben.

Nennt mich Loretta
00
6.10.2011, 21:38
Es bedarf keiner Gesamtänderung für eine zwingende Volksabstimmung.

Es reicht wenn ein Grundprinzip angetastet wird. Ob das hier der Fall wäre, ist wohl leider fraglich.

Heißer Herbst
21
6.10.2011, 14:39
naja

man kann ja mal darüber nachdenken und ne diskussion drüber starten - find ich legitim! net gleich wieder alles niederbetonieren und schlecht machen, wie das der 0-8-15-Österreicher immer macht.

außerdem: ich für meinen teil, zweifle zutiefest daran, dass die ach so großen kritiker hier im forum, überhaupt eine leise ahnung von unserem jetztiges wahlsystem haben. hauptsach die goschn aufreißen, wenn was von da rudas kommt. präventiv mal stänkern - weils ja sooo viel spass macht.

Fit im Schritt 09
01
6.10.2011, 14:30
passt schon...

gibt genug politikwissenschaftler die schon lange das mehrheitswahlrecht fordern und die vorzüge vom system anpreisen.
- somit: auch ein 'blindes huhn' (spö) findet mal ein korn :)

Chien de Pique
08
6.10.2011, 14:12

Ich weiß nicht, warum in Österreich ein Vorschlag zum Thema Mehrheitswahlrecht immer noch jenseitiger sein muss als der letzte, ich glaube, dieses schießt wirklich den Vogel ab. Wenn man das denn will, gibt es genug erprobte Mehrheitswahlrecht-Modelle mit unbestreitbaren Vorteilen (und Nachteilen).
In Österreich geht es aber offenbar lediglich darum, kreativ Kleinparteien zu eliminieren und/oder Ergebnisse zugunsten der ehemaligen Großparteien umzudrehen. Ohne mehr Parlamentarismus und stärkere Personalisierung. Dass das alles ohne jede Zustimmung des Volkes passieren kann, ist eigentlich das Allerschlimmste.

Fit im Schritt 09
01
6.10.2011, 15:36
?

was heißt hier passiert was 'ohne jede Zustimmung des Volkes'?
- wenn ich mich recht entsinne ist das ein 'Vorschlag' - für begriffsdefinitionen steht google bereit!

ehrlich! nicht immer gleich auszucken und sofort den teufel an die wand malen. soweit ich weiß, kann man eine sachliche diskussion, mit abschließendem - hoffentlich gutem - endergebnis, nur dann führen, wenn man einmal die unterschiedlichen standpunkte und ideen vorgebracht und sich ausgetauscht hat.
also bitte nicht gleich davon ausgehen, dass man *uuuuh* seiner rechte als bürger beraubt wird^^

Chien de Pique
02
6.10.2011, 16:19

Selbstverständlich rede ich von einer Situation, wo so ein Vorschlag umgesetzt würde, nicht von der Situation, wo er gemacht wird. Das ist natürlich legitim, auch wenn es Böses ahnen lässt.
Aber das einzige, was eine Umsetzung eines noch so absurden, verzerrenden und entmündigenden Wahlrechts verhindern kann, ist die gottlob bedeutende Uneinigkeit der großen Parteien. Aber wenn sie sich einmal über die Verteilung der Beute einig sind, dann geht das über Nacht, ohne nennenswerte Diskussion und selbstverständlich ohne irgendwie das Volk zu Wort kommen zu lassen.
Die Einflussmöglichkeiten der Parteien über das Wahlrecht die Zusammensetzung des Parlaments recht beliebig zu ändern, sind hier weit größer als jene des Volkes, das zu verhindern.

Staatssekretär
13
6.10.2011, 14:08
Nicht mit einem Pseudovorschlag blamieren - einfach neue Wege im bestehenden System riskieren.

Habs gestern weiter hinten schon deponiert.
Fräulein Rudas könnte sich ja einfach für einen "Lagerwahlkampf" aussprechen (den es in anderen Ländern selbstverständlich gibt). - Dieses "naja, der Wähler entscheidet und nach der Wahl schauen wir weiter" - ist ja eigentlich undemokratisch, weil der Wähler nicht weiß, wer zusammengeht und was rauskommt!

Frau Rudas. Einfach ein halbes Jahr vor der nächsten Wahl festlegen (Überraschungseffekt), dass Rot mit Grün regieren möchte - 5 fixe Punke zur Umsetzung im Falle einer Mehrheit festlegen. Und für eine gemeinsame Koalition kämpfen.

Der Wähler hätte die fixe Alternative: Rot/Grün oder Blau/Schwarz (wird dann folglich eine Notpartnerschaft) - und dann schauma mal.

Stef Hoche
00
6.10.2011, 14:02
Frankreich

ist das beste Beispiel wieso man die Finger weg lassen sollte vom Mehrheitswahlrecht. Kompromisse sind nicht immer nur Stillstand sondern auch die Grantie, daß keine extremen Ideen zu leicht umgesetzt werden.

hoba goas
21
6.10.2011, 13:56
Bravo!!!

Der einzige Weg aus dem Stillstand!

Stef Hoche
03
6.10.2011, 14:02
der einzige

WEg aus dem Stillstand wären gescheite Politiker.

yoda3
01
6.10.2011, 13:53
wieder ein vorstoss

der nur gerede ist.
wollte die spö wirklich was bewirken, könnte sie mit einem klaren programm auch die absolute erreichen und es durchsetzen, oder zumindest soviel, dass sich eine rot grüne koalition ausgeht.
und wie der fall laura zeigt haben wir wirklich viel zu viele politiker, beamte und in irgendwelche jobs hineinversorgte günstlinge.

Presumption of Innosence
21
6.10.2011, 13:36
Kommt das wirklich von ihr?

Wer hätte ihr das zugetraut?
Endlich was Gescheites!

pox vobiscum
12
6.10.2011, 14:06

Geh, die kann wahrscheinlich nicht einmal zufriedenstellend erklären, was ein Mehrheitswahlrecht ist oder wie unser jetziges System genau funktioniert.

playground love
00
6.10.2011, 15:55
zur info

sie hat politikwissenschaft studiert (das ö-wahlrecht lernt man schon im 2. semester)
aber ganz fein gemacht - hinhauen, ins lächerliche ziehen und einfach irgendwas posten um einmal wichtig zu sein macht doooch sooo viel mehr spass

pox vobiscum
00
7.10.2011, 09:05

Hehe, Politikwissenschaft.
Ich habe genaugenommen nicht geschrieben, dass sie nicht weiß, was es ist, sondern dass sie es wahrscheinlich nicht zufriedenstellend erklären kann.
:)

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