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New York - Ein wenig unsicher steht Terry Bishop an der Straßenecke, eingeschüchtert von dem Trubel. Halb amüsiert, halb irritiert mustert sie die Typen, die neben ihr im Nieselregen frieren. Den jungen Mann, der aussieht wie ein Musterschüler, sich einen Dollarschein über den Mund geklebt hat und auf einem Poster kundtut, dass er nichts sagen kann, weil er sonst seine Arbeit verliert. Den Gitarristen mit Stirnband und Jimi-Hendrix-Frisur. Den falschen George Washington hinter der Maske des Staatsgründers. Das Mädchen mit der blauen Fahne und dem Slogan "Generation Revolution", das vom amerikanischen Herbst spricht, dem Zwilling des arabischen Frühlings.
Man merkt, das alles ist nicht Terry Bishops Welt. Dennoch hält auch sie ein Plakat in den Händen, manchmal versteckt sie sich fast dahinter - "Main St. Needs a Bail-Out!" Die Hauptstraße Amerikas, soll das heißen, braucht genauso ein Rettungspaket, wie es der Staat für die zockenden Banken der Wall Street schnürte.
Hinter der Frau mit der modischen Brille lärmt es aus dem Zuccotti Park, einem Rechteck aus Betonbänken und Blumenrabatten, auf halbem Weg zwischen Ground Zero und Börse. "Occupy Wall Street!", schallt es rhythmisch über den Platz. "Tax the Rich!", die Reichen sollen neunzig Prozent Steuern zahlen. In der Mitte werden Brot, Äpfel und Paprika in Plastikwannen gesammelt, alles Spenden. Freiwillige mit Rot-Kreuz-Binden verwalten ein kleines Medikamentenlager. Es gibt eine Bibliothek mit Büchern über den Kapitalismus und ein Medienzentrum, bestehend aus den Laptops schneller Blogger.
Begonnen hat es vor knapp drei Wochen mit ein paar Schlafsäcken und zwei Dutzend Demonstranten. Eigentlich wollte der Trupp zu den Bronzebullen und -bären der Wall Street ziehen, nur drei Straßen weiter, aber dort versperrten eilends aufgestellte Gitterzäune und Polizisten den Weg. Heute kampieren Hunderte im Zuccotti Park, der an ein Pfadfinderlager nach einem Hurrikan denken lässt. Ein bunter Haufen, von rastalockigen Marihuana-Freunden bis hin zu ergrauten Kriegsveteranen. Das Aufstellen von Zelten ist verboten, erlaubt sind nur Zeltbahnen zu ebener Erde.
Längst ist das Areal zu einem Magneten geworden, auch für Prominente. Die Schauspielerin Susan Sarandon war da, der Filmemacher Michael Moore hat ein paar Worte gesagt. Sogar George Soros, der milliardenschwere Finanzjongleur, lässt Sympathien erkennen. Dass der Steuerzahler den Bankern mit ihren Ramschpapieren aus der Patsche helfen musste und sich die Banker kurz darauf wieder üppige Boni genehmigten, den Ärger darüber kann Soros "sehr gut verstehen".
Für Terry Bishop ging es steil bergab nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers. 16 Jahre hat sie für ein Budgetbüro der Regierung gearbeitet, wurde entlassen, lebt nun vom Ersparten und putzt in fremden Wohnungen. Ihr Sohn Connor lernt Elektriker, normalerweise ein krisenfester Beruf. Doch weil die Baubranche zusammenbrach als die Immobilienpreisblase platzte, sieht es für Elektriker schlecht aus. Terry Bishop würde gern einen Neustart als Sekretärin versuchen. Bei einer Jobbörse, die sie vor ein paar Wochen besuchte, konkurrierte sie mit zweihundert Bewerbern. "Ich bin froh, dass jemand im Finanzbezirk Flagge zeigt. Endlich kannst du deinen Frust rauslassen."
James Sims braucht zwei Jobs, um über die Runden zu kommen. Acht Stunden steht er hinterm Empfangstresen eines New Yorker Hotels, dann folgt eine kurze Pause und eine Nachtschicht im nächsten Hotel. Der 26-Jährige hat Politikwissenschaften studiert, für Unigebühren, Bücher und Unterkunft 45.000 Dollar pro Jahr bezahlt und das alles auf Pump finanziert. Er wäre gern staatlicher Umweltberater. Daraus wird nichts, denn Uncle Sam muss sparen. Sims hat keine Ahnung, wie er den Schuldenberg abbauen soll. (Frank Herrmann, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 6.10.2011)
Bei der Zwangsräumung in einem New Yorker Park 2011 waren Hunderte Bücher beschädigt und beschlagnahmt worden, jetzt fließt Geld
Mit einer Benefiz-Gala sammelte die Bewegung mehr als 250.000 Dollar. Das Geld soll etwa Arztrechnungen begleichen
gerne doch :-)
( http://upload.wikimedia.org/wikipedia... N_Logo.png )
dass "ihr" system, für das viele sogar in den krieg zogen, nicht funktionieren kann. das konsumsystem aufgebaut auf pump mit immens steigender geldmenge kann nicht funktionieren und beim jetzigen sturm fällt es langsam aber stetig,in den abgrund.
mehr geld, mehr schulden - das rezept der mächtigen heute, kann nicht funktionieren, auch einer merkel nicht.
es ist vorbei, es sind zuviele. das internet gibt ihm den rest. dort sind menschen noch menschen, wo maschinen nur dienen. in der finanz dienen menschen dem system.
es wird wohl bald vorüber sein, aber nachher kommt nur neustart, kein systemwechsel. weniger konsum/schulden, mehr investition/sparen sind der einzige weg. nachhaltig für ökonomie/umwelt.
http://wearethe99percent.tumblr.com
auf totale Eskalation an. Ich versteh es nicht, denn was das bringt, die Menschen so ins Eck zu treiben, dass man sie nötigt sich zu wehren ist mir nicht klar. Es kann nur die krankhafte Gier sein, die, die Gehirne der sogenannten Elite völlig aufgeweicht hat. Zu viel Geld mach offensichtlich krank, geistig und ethisch.
Wenn die Herren und Damen in Politik und Geldwirtschaft nicht bald begreifen, dass sie nicht nur von den Menschen, die ihre Gewinne erst erarbeiten und erwirtschaften abhängig sind, und es nur gemeinsam geht, dann wird es für die sogenannte Elite ein blutiges Ende nehmen. Aber ich fürchte, die checken das nicht.
Die Polizei wird sich entscheiden müssen, wen sie schützt: die Menschen oder die Finanzoligarchie.
nun herscht ratlosigkeit.den politikern wird das schon auch bewusst sein (ok. faymann vielleicht nicht),tja und jetzt will niemand die reset taste drücken.
fazit:ein weiterwurschteln der politiker,in der hoffnung der nächsten politikergeneration den schwarzen peter zuzuschieben.
auf der insel.
so schlecht haben wir nicht "gearbeitet" - in jeder hinsicht in den letzten jahrzehnten. jeder polizist hat genug bildung, genug hirn um selber zu denken, um der "kaste" die gefolgschaft zu verweigern und sich somit gegen eine eu-diktatur zu stemmen.
beim bundesheer ist das sowieso eine rhetorische frage. darabos als mini-diktator ist kein thema, der könnte sich nur absetzen ... ungarn, nordkorea oder kuba.
dank der wehrpflicht gilt obiges. mit einem grindigen söldnerheer der untersten "kaste" und das über jahre würds evtl. anders ausschauen.
10.000 profikiller könnte man leicht "einkaufen" und dann wärs blutig, womöglich.
Aus dem verlinkten Artikel:
"Das Bankhaus JP Morgan hat gerade die größte Spende in der Geschichte des Instituts an die New Yorker Polizei gezahlt: 4,6 Millionen Dollar. Die Beauftragten der New Yorker Polizei, Raymond Kelly bekundete gegenüber dem Bankhaus seine „tiefe Dankbarkeit"
man bzw. weibe kauft sich das volk, zumindest den wichtigen teil (polizei, usw) derzeitig.
wie immer, aber die leute denken zuviel, sie werden sich nicht kaufen lassen und die kohle nehmen, um danach mitaufzuräumen. hoffentlich.
The number of Americans receiving food stamps reached 45 million in May 2011, the highest number since the SNAP program began in 1939 and the 37th straight monthly increase.[4] In Washington, D.C., and Mississippi, more than one-fifth of residents receive food stamps.[5] As of June 2009, the average monthly benefit was $133.12 per person.[6] As of late November 2009, one in eight Americans and one in four children[7] are using food stamps and the program rate is growing at 20,000 people a day.[8] Recipients must have at most near-poverty incomes to qualify for benefits.[9]
http://en.wikipedia.org/wiki/Food_stamps
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