Islam-Zentrum Wien

Spindelegger-Projekt mit Saudi-Arabien "ein schlechter Scherz"

5. Oktober 2011, 17:44

Interreligiöses Dialogzentrum erregt die Gemüter

Wien - Das in Wien geplante interreligiöse Dialogzentrum in Zusammenarbeit mit Saudi-Arabien sorgt weiter für Diskussionen. Der Ministerrat hat das Projekt am Dienstag abgesegnet, Außenminister Michael Spindelegger (VP) soll die Verträge am 13. Oktober unterfertigen. Das Zentrum soll in einem Palais in der Wiener Innenstadt angesiedelt werden und noch heuer mit 60 Mitarbeitern seine Tätigkeit beginnen.

Empört zeigen sich die Grünen. Ihre Abgeordnete Alev Korun sprach von einem "schlechten Scherz". Ausgerechnet Saudi-Arabien, wo auf "Abfall vom Islam" die Todesstrafe stehe, solle einen internationalen interreligiösen Dialog fördern wollen, fragte sich Korun. In Saudi-Arabien seien bekanntlich alle Religionen "außer dem ultrakonservativen und fundamentalistischen Wahabismus" verboten. Der im 18. Jahrhundert gegründete Wahabismus gilt als besonders konservativ-puritanische Auslegung des Islam.

Initiative begrüßt

Spindelegger hingegen begrüßt die Initiative ausdrücklich. Mit dem Zentrum könne sich Wien als Plattform und Drehscheibe für Dialog und Frieden präsentieren. Ziel sei es, mit Dialog Konflikten und Kriegen vorzubeugen. Veranstaltet werden sollen Konferenzen, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen. Kosten für die Republik entstehen durch das Zentrum nicht.

Gegen das Projekt haben sich am Mittwoch auch der grüne Bundesrat Efgani Dönmez und die Initiative Liberaler Muslime Österreichs (Ilmö) ausgesprochen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft hingegen hat nichts dagegen und hofft laut Presse auf einen "Dialog der Völker". (red/DER STANDARD-Printausgabe, 6.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
1 2 3 4 5
Rijad
00
10.10.2011, 10:51

Einfach nur unglaubwürdig. Da versucht wohl wer sein Image auf sehr flache Art aufzuputzen und von der Diskrepanz zwischen der unzufriedenen Bevölkerung und dem Königshaus abzulenken. "Weltoffenheit" und "Dialog" im Ausland ja, aber nicht im eigenen Land mit der eigenen Bevölkerung.

Rijad
00
10.10.2011, 10:53

... und Spindelegger denkt wahrscheinlich nur "Geht's der Wirtschaft gut, geht's uns allen gut".

MondXicht
00
10.10.2011, 17:18

Die Luft ist halt ziemlich dünn da oben bei Spindelegger und Freunde.

Querulant1951
00
7.10.2011, 17:34
Hauptschache Drehscheibe

aber Spindi trägt die Verantwortung für etwaige Attentate durch Islamisten, die den "echten Allah" kennen und anbeten.

ger65
00
7.10.2011, 15:49
wahabis sind das letzte...

...und dafür 60 mio kohle ausgeben ist angesichts der finanz und budgetmisere ein vorsätzliches verbrechen!!!

statt in die kommunikation auf unis zu setzen oder das geld sonst wie zu verheizen, ist diese art der geldvernichtung ein ausdruck besonderer blödheit und ignoranz von fakten und tatsachen!

wahabis aus österreich haben munter in bosnien gekämpft und genügend zivilisten am gewissen. in dem fall könnte man auch die alkaida gleich direkt sponsern ...

Maxengine
00
7.10.2011, 14:55
...wieviel Cash hat er für das bekommen?

Gilgamesh
02
7.10.2011, 13:52

Interreligiöse Dialogzentrum..

Bespricht man dort, wann neue christliche Kirchen in der Türkei, Saudi Arabien,... gebaut werden?
Oder kann man dort die Kopten aus Ägypten freikaufen, die gejagt werden?

momodeluxe
01
7.10.2011, 09:27

fekter: banker werden verfolgt wie vorm 2.wk
mickey: "existenzen und familien" ihrer untergebenen werden vernichtet
spindel: islamzentrum (natürlich ohne so genannte haßprediger)

was bitte ist in diese partei gefahren?

hinweis4
12
6.10.2011, 22:20
Also, das hätt ich jetzt gerne verstanden:

Verschleierung von Frauen - Ausdruck konservativen Islams - darf nicht kritisiert werden, weil Ausdruck von freier Religionsausübung
Ein von Wahabiten bezahltes Dialogzentrum - Wahabismus ist konservativer Islam - wird von denen kritisiert, die Kritik am Kopftuch ablehnen.

Das ist mir echt zu hoch!

der paulek
01
7.10.2011, 15:12
zur erklärung

natürlich gehört es kritisiert, wenn auf frauen druck ausgeübt wird, ein kopftuch zu tragen. das persönliche tragen eines kopftuches hat damit nichts zu tun, weil man die jeweilige motivation nicht kennt.

wer diesen unterschied nicht erkennt hat glaube ich ein problem - wenn ich ihre kleidung akzeptiere kann und muss ich trotzdem jene kritisieren, die alle mit druck (in welcher form) dazu bringen wollen, sich so wie sie zu kleiden.

ist kompliziert die sache, aber mit etwas mühe kann man es dann doch verstehen.

hinweis4
00
7.10.2011, 20:27
Ich fühle mich missverstanden!

Mich stört, dass dieselben Personen, die im Fall des Kopftuchtragens auf freier Religionsausübung bestehen - obwohl das Kopftuch ja kein religiöses Symbol ist und nicht zwingend vorgeschrieben - dass diese Personen also gegen ein Wahabitisches Dialogzentrum protestieren!
Ich finde, da wird mit zweierlei Maß gemessen, und das hätte ich denn doch ganz gerne erklärt bekommen!

der paulek
00
9.10.2011, 11:38
unterschiedliche dinge sind unterschiedlich zu bewerten

sie vermischen äpfel und birnen
äpfel sind die persönlichen entscheidungen, die menschen treffen - zum beispiel die entscheidung als frau ein kopftuch zu tragen. ich kann nie genau sagen, welche beweggründe dahinter stehen, ich helfe auch menschen, die das in zwangsituationen machen nicht, indem ich sie nochmals diskriminiere.
birnen sind in diesem fall die offizielle anerkennung für ein extrem rückschrittliches religiöses regime - also für jene, die zwang ausüben wollen.

der wunsch hier lebender menschen eine religiöse begegnungsstätte aufzubauen fällt meiner meinung nach unter äpfel.

hinweis4
00
9.10.2011, 23:16

Ich fühle mich immer noch missverstanden!

Freie Religionausübung hat für alle zu gelten! Freie Diskussion über Glaube und Religion muß ebenfalls allen erlaubt sein! Deshalb kann ich nicht in einem Fall mit dem Hinweis auf ein Grundrecht Kritiker in die Schranken weisen, und in einem anderen, mir nicht passenden Zusammenhang selber Kritik üben, die ein Grundrecht einschränkt...

Ist jetzt klar, was ich meine?

##V+##
01
6.10.2011, 21:28
Alev Korun ist absolut recht zu geben!

Vergib ihnen
20
6.10.2011, 14:28
eine Art Gegengeschäft?

Ich finde, es wäre höchste Zeit, die Aktivitäten des christlich fundamentalistischen Ordens zu untersuchen, dem Spindelegger angehört. Dieser ist im Nahen Osten in Sachen Christen unterwegs. Möglicherweise resultiert diese absurde Idee aus einer "kooperation". Denn der ÖVP als solche kann dieser Gedanke nicht entsprungen sein. Er müsste ihr sogar zuwiderlaufen, weswegen sich hier dringend eine Klärung aufzwingt. Auch ist das vorgehen ungewöhnlich.

insertnamehere
 
01
6.10.2011, 18:33
"Dieser ist im Nahen Osten in Sachen Christen unterwegs. Möglicherweise resultiert diese absurde Idee aus einer "kooperation". "

Grade WENN man sich für Christen im Nahen Osten engagiert, sind die Saudis wohl so ziemlich die ALLERletzten, mit denen man eine Kooperation anstrebt.

Vergib ihnen
00
7.10.2011, 20:43
denken Sie mal das zu Ende durch

da ist ein ziemlich prägnanter Christ im Nahen Osten unterwegs, Was veranlasst ihn, so ziemlich klamheimlich hinter dem rücken des volkes, das er vertritt und von dem er weiß, dass es das nicht goutieren würde, so eine Vereinbarung zu treffen und nicht etwa einen Muslim zum dialog einzuladen, nein, eine ganze Mannschaft gleich von dort anzukarren. Was geht in diesem mann vor? Erklären Sie mirden Weg zu diesem Ergebnis, im detail bitte. Welchen Nutzen kann Österreich daraus haben? Keinen. Welchen Nutzen hat wer? zB die Ordensbrüder dort unten - vielleicht!!! oder gewiss!!!!! Was genau hat Spindelegger dafür im gegengeshäft bekommen. Ich freu mich, wenn es jemand recherchiert und hier mitteilt. Danke

Kra Wuzikabuzi
15
6.10.2011, 13:50
und noch heuer mit 60 Mitarbeitern seine Tätigkeit beginnen.

was bitte tun SECHZIG Mitarbeiter ??
sind das missionierende keilertruppen ??

Adolf Ogi
04
6.10.2011, 13:44
Wikileaks

wie steht schon in den Wikileaks-Kabeln: Herr Spindelegger ist überhaupt nicht an Außenpolitik interessiert sondern nur an der Förderung österreichischer Wirtschaftsinteressen.

Und das macht er ja ganz gut. Erlaubt man den Saudis so ein Kulturzentrum, gibt's im Gegenzug Erleichterungen für österreichische Firmen in Saudi-Arabien.

Promille Prolet
00
10.10.2011, 17:16

und was sollte aussenpolitik sonst sein als die förderung von wirtschaftsinteressen?

Amalrich
 
00
6.10.2011, 13:41

Was soll mit diesem Dialog erreicht werden? Oder soll an dieser Stelle doch nur ein "Leuchtturm" erstrahlen?

u7b
01
6.10.2011, 12:33

So sucht also die ÖVP ihre neuen Wählerstimmen ....

m_M
02
6.10.2011, 14:16
Spindelegger-Projekt mit Saudi-Arabien "ein schlechter Scherz" <nein es ist ein echter Sch... >

Reblaus
11
6.10.2011, 13:13
Im Ministerrat sitzen Rot und Schwarz

Oder ist das neu für sie?

anders and
 
00
6.10.2011, 13:50

Der Ministerrat hat genügend Zeit jeden Antrag genau zu präsentieren, anschließend zu beraten und dann abzustimmen?

Sie sind nie in einer höheren Position gesessen und haben keine Ahnung, wie es dort zugeht!
Man verlässt sich weitgehend auf seine Kollegen und diskutiert nur die allerwichtigsten Dinge und Angelegenheiten, die mehrere Ressorts betreffen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 197
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.