Präsidentin fordert Reform des UN-Sicherheitsrats

5. Oktober 2011, 17:08

Pratibha Patil in Wien: Indien will ständigen Sitz in dem Gremium

Wien - Die indische Präsidentin Pratibha Patil fordert eine Reform der Vereinten Nationen. Der Sicherheitsrat müsse umstrukturiert werden, um den heutigen Realitäten zu entsprechen, erklärte sie bei einem Staatsbesuch in Wien. Österreich unterstütze die Forderung nach einer stärkeren Rolle Indiens im UN-Sicherheitsrat, sagte Bundespräsident Heinz Fischer. Indien strebt wie Deutschland, Japan, Brasilien und Südafrika nach einem ständigen Sitz in dem Gremium.

Die fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat - USA, China, Frankreich, Großbritannien und Russland - können mit ihrem Vetorecht jede Entscheidung, zum Beispiel Resolutionen, verhindern. Rufe nach einer Reform sind anhaltend, aber bisher erfolglos.

Neben der UN erörterten die beiden Staatsoberhäupter die wirtschaftliche und technologische Kooperation zwischen den beiden Ländern. Fischer betonte, dass das Handelsvolumen bereits eine Milliarde US-Dollar (mehr als 750 Millionen Euro) überschritten habe. Patil kündigte außerdem an, eine Mitgliedschaft Indiens bei der kürzlich gegründeten Internationalen Antikorruptionsakademie in Laxenburg zu prüfen.

Heute, Donnerstag, nehmen Patil und Fischer an der Eröffnung eines österreichisch-indischen Wirtschaftsforums teil. Patil wird auf ihrer Reise von einer 45-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. (jaae/DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2011)

Kommentar posten
18 Postings
Wolfgang Bergthaler
 
00
7.10.2011, 11:41
Die Rede der indischen Präsidentin Patil

finden Sie hier http://indische-wirtschaft.de/?p=1701

Presumption of Innosence
01
6.10.2011, 13:41
Hat er wieder Gulasch gekocht wie für Benedikt XVI?

Kuldip K.
 
00
6.10.2011, 10:35
Braucht Indien wirklich Laxenburger Ezzes

wie man effizienter korrumpiert?

ein neuer tag
12
6.10.2011, 08:03
da stimme ich vollinhaltlich zu:

...Der Sicherheitsrat müsse umstrukturiert werden, um den heutigen Realitäten zu entsprechen....

Kein Vetorecht der Großmächte mehr.
Eine UNO Armee, die auch in der Lage ist, in einem Land wie zum Beispiel Somalia, vorübergehend eine von der UNO bestimmten Übergangsregierung einzusetzen bzw. zu schützen. Die einzige Aufgabe dieser Übergangsregierung: Aufbau demorkatischer Strukturen und nachfolgende freie Wahlen.
Wär zu schön!

Totaler Durchblicksstrudel
01
7.10.2011, 11:36

Da darf ich einen Protagonisten aus Black Hawk Down zitieren: "Ihr im Westen kommt hier her und sagt, ihr bringt uns Demokratie. Wir wissen aber: ein Krieg ist erst vorbei, wenn eine Seite gewonnen hat!"

Keine UNO-Armee der Welt würden einen solchen Krieg gewinnen können. Durch ein Einmischen von außen würde er nur noch blutiger werden. Dieser Krieg (wie viele andere auch) ist kein Krieg der UNO, oder des Westens, auch keiner Indiens.

Igor Gassner
00
6.10.2011, 15:45
und morgen gibts keine UNO mehr

was glauben sie wiesos die gibt, weil die Deutschen so böse waren ?

ein neuer tag
00
6.10.2011, 18:36

ich steh auf der leitung

Totaler Durchblicksstrudel
00
7.10.2011, 11:39

Die Vetomächte würden sich aus der UNO zurück ziehen; und wenn die USA die UNO nicht mehr finanziert, ist auch mit der UNO aus. Dann bliebe wieder das freie Spiel der Kräfte. Aber alles andere ist besser als das, selbst eine suboptimale UNO.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
12
6.10.2011, 07:56
Weg mit dem Veto.

(Und der STANDARD sollte einmal lernen, wie der Sicherheitsrat überhaupt abstimmt: www.derstandard.at/plink/130... 7/23098157 )

Totaler Durchblicksstrudel
00
7.10.2011, 11:42

Und was würde das bringen? Grundsätzlich ist ein Vetorecht ein ganz wesentliches Element im gegenseitigen Abtausch von Interessen.

Die Veto-Mächte sich auch ohne UN-Sicherheitsrat mächtig, aber der UN-Sicherheitsrat wäre ohne diese Mächte bloße Makulatur. So sind einfach die Machtverhältnisse, auch wenn einige das nicht wahrhaben wollen.

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
00
7.10.2011, 12:35

das würde

• demokratischere Mehrheitsbeschlüsse bringen (stellen Sie sich vor in Österreich hätte zB Strache - oder irgendeine andere Partei - ein Vetorecht)

• Palästina wäre zB ohne Veto schon ein Staat

Totaler Durchblicksstrudel
00
7.10.2011, 12:49

Nur bringen Beschlüsse nichts. Diese müssten auch durchgesetzt werden. Wenn jetzt aber nur einige diese durchsetzen, andere aber hintergehen, würden die Konflikte nur größer werden (Blockbildung), anstatt das sie eingedämmt oder besser sogar gelöst werden würden.
Der Vergleich mit Strache funktioniert so nicht, weil die FPÖ ja nicht Teil der (politischen) Beschlüsse ist, sondern Teil des beschließenden Gremiums.

Palästina wäre u.U. ein Staat, aber bereits in einem Krieg, den es nicht gewinnen kann. Die Staatenwerdung Palästinas scheitert ja nicht an der Anerkennung, sondern an Palästina selbst. Die P. müssen zu einer Aussöhnung mit Israel kommen, sonst hätte der Staat keine Chance in Frieden zu existieren.

hart_aber_fair
43
5.10.2011, 22:04

UK und FR raus, indien und brasilien rein.

Totaler Durchblicksstrudel
00
7.10.2011, 11:46

Warum? Fr und UK sind immer noch wirtschaftlich und militärisch viel mächtiger als Ind oder Bra? Der Sicherheitsrat sollte, wenn schon, die wahren Machtverhältnisse abbilden. Dann würden die beiden Sitze aber Japan und Deutschland zustehen.

lagrangian
11
6.10.2011, 06:00

Wenn, dann sollte auch die eu die zwei Sitze (als einen) übernehmen.

carl guggelhupf
11
6.10.2011, 16:14
EU ist ein Auslaufmodell...

lagrangian
01
7.10.2011, 08:23

nachdem wir alle nicht in die zukunft blicken können: hoffentlich nicht!

hart_aber_fair
00
6.10.2011, 12:24

meinetwegen, aber die zwei kleinen nationalstaaten FR und UK haben keinen sitz verdient...

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