Pratibha Patil in Wien: Indien will ständigen Sitz in dem Gremium
Wien - Die indische Präsidentin Pratibha Patil fordert eine Reform der
Vereinten Nationen. Der Sicherheitsrat müsse umstrukturiert werden, um den
heutigen Realitäten zu entsprechen, erklärte sie bei einem Staatsbesuch in Wien.
Österreich unterstütze die Forderung nach einer stärkeren Rolle Indiens im
UN-Sicherheitsrat, sagte Bundespräsident Heinz Fischer. Indien strebt wie
Deutschland, Japan, Brasilien und Südafrika nach einem ständigen Sitz in dem
Gremium.
Die fünf ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat - USA, China, Frankreich,
Großbritannien und Russland - können mit ihrem Vetorecht jede Entscheidung, zum
Beispiel Resolutionen, verhindern. Rufe nach einer Reform sind anhaltend, aber
bisher erfolglos.
Neben der UN erörterten die beiden Staatsoberhäupter die wirtschaftliche und
technologische Kooperation zwischen den beiden Ländern. Fischer betonte, dass
das Handelsvolumen bereits eine Milliarde US-Dollar (mehr als 750 Millionen
Euro) überschritten habe. Patil kündigte außerdem an, eine Mitgliedschaft
Indiens bei der kürzlich gegründeten Internationalen Antikorruptionsakademie in
Laxenburg zu prüfen.
Heute, Donnerstag, nehmen Patil und Fischer an der Eröffnung eines
österreichisch-indischen Wirtschaftsforums teil. Patil wird auf ihrer Reise von
einer 45-köpfigen Wirtschaftsdelegation begleitet. (jaae/DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2011)