Rosen im Roten Salon

5. Oktober 2011, 17:20
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Philippe Jordan wird neuer Chefdirigent der Wiener Symphoniker - Interregnum in der Saison 2013/14

Wien - Das Rätselraten hat ein Ende: Seit Mittwochnachmittag ist es offiziell, dass der neue Chefdirigent der Wiener Symphoniker Philippe Jordan heißen wird. In der Saison 2014/15 tritt der 1974 geborene Schweizer sein Amt an. Jordan gilt als Perfektionist, Orchestermusiker schätzen die Klarheit und Akribie seiner Zeichengebung. Das war schon so zu seiner Zeit als Chefdirigent der Grazer Oper und des Grazer Philharmonischen Orchesters (2001-2004).

Damals kam auch die internationale Karriere in vollen Schwung, die mit dem Posten des Musikdirektors an der Pariser Oper (seit 2009) ihren bisherigen Höhepunkt erreichte. "Er steht für Bewegung, für einen gemeinsamen Aufbruch, für einen neuen Blick auf vielgespielte Werke", streute Stadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Roten Salon des Wiener Rathauses Jordan Rosen.

Es wird freilich ein Aufbruch in mehreren Etappen. Denn der Vertrag von Fabio Luisi, der bis Jänner 2012 auch als Chefdirigent an der New Yorker Met fungiert, wird bis 2012/13 regulär weiterlaufen. Da Jordan erst ein Jahr später seinen Dienst antritt, muss das Orchester eine Saison lang ohne Chef auskommen - für Johannes Neubert, den Geschäftsführer der Symphoniker, zwar wegen der Planungsvorlaufzeiten "unausweichlich", aber kein wirkliches Problem. Neubert: "Wir haben ein Maximum an Kontinuität: Jordan bestreitet bereits während dieser Übergangsphase fünf Projekte mit dem Orchester, Luisi geht mit ihm auf Tournee."

Der Musiker selbst zeigte sich "sehr glücklich, dass ich mich nun als Chefdirigent eng an dieses Orchester mit seinem enormen Potenzial binde. Die künstlerische Leitung des Konzertorchesters der Stadt Wien bildet eine ideale Ergänzung zu meinen Pariser Verpflichtungen." Neubert sieht dies ähnlich: "Ein Opernorchester kommt einem Konzertorchester kaum in die Quere. Seine Gastdirigate wird er allerdings auf ein Minimum reduzieren müssen."

Wofür man Jordan, auch "Wunschkandidat der MusikerInnen ", besonders schätzt? Neubert: "für seine kontinuierliche, in die Tiefe gehende Arbeit. Er ist einer, der sich dynamisch in der Öffentlichkeit präsentiert und zugleich ein seriöser Arbeiter ist. Und da gibt es nicht so viele." (daen/ DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2011)

  • Dynamik für Wien: Jordan
    foto: standard / hendrich

    Dynamik für Wien: Jordan

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