Rechenbeispiele

Ein Prozent "Reichensteuer" bringt 40 Millionen Euro fürs Budget

5. Oktober 2011, 18:39

Ein Spitzensteuersatz für Topverdiener könnte nicht nur "Peanuts", sondern einige hundert Millionen bringen

Wien - Diese Führungskraft ließ sich von hohen Steuern (vorerst) nicht von einem Engagement in Österreich abhalten: 400.000 Euro brutto soll Marcel Koller laut Gerüchten pro Jahr kassieren. Der neue Fußball-Teamchef zählt damit zu den Topverdienern im Land - und ist potenzieller Kandidat für eine "Reichensteuer".

Die Idee, die bei SPÖ und ÖVP kursiert: Spitzenverdiener sollen einen höheren Spitzensteuersatz (derzeit 50 Prozent) auf ihr Einkommen zahlen. Als Verdienstgrenze stehen 200.000 bis 300.000 Euro zur Diskussion.

Wie viel Geld könnte eine solche "Reichensteuer" einbringen? Die Arbeiterkammer Wien hat für den Standard verschiedene Varianten durchgerechnet (siehe Grafik). Ergebnis: Will der Staat auf dreistellige Millionenbeträge kommen, reicht eine Steuererhöhung um ein, zwei Prozentpunkte nicht aus. Ein Zuschlag von zehn Prozent brächte jedoch stolze Summen von einer extrem kleinen Gruppe.

Bei einer Einkommensgrenze von 200.000 würde jedes zusätzliche Prozent 40 Millionen einspielen, ein Spitzensteuersatz von 60 Prozent brächte demnach 400 Millionen. Zur Erklärung: Der Sondertarif gilt natürlich nicht für das gesamte Einkommen, sondern nur für den Anteil über 200.000 Euro. Ehe die Steuer berechnet wird, werden vom Bruttoeinkommen überdies Sozialversicherung und Freibeträge abgezogen.

Sind die potenziellen Erträge vernachlässigbar? Um 300 Millionen ließen sich 50.000 Kinderbetreuungsplätze und damit 7000 bis 10.000 Arbeitsplätze finanzieren, rechnet Markus Marterbauer von der Arbeiterkammer vor. Dieselbe Summe fordern die Rektoren zur Aufrechterhaltung des jährlichen Uni-Betriebs. 380 Millionen kostet das letzte Sparpaket die Familien - von "Peanuts" hat da noch keiner gesprochen. (Gerald John, DER STANDARD, Print-Augabe, 6.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 647
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
Lew Dawidowitsch
 
00
7.10.2011, 18:52

Ich denke, wenn man das ganze ernst meint, dann müsste man schon wo anders ansetzen: http://money.oe24.at/Das-sind-... r/32390338

aiuto
00
6.10.2011, 18:14
Reichensteuer SOFORT !

speck -ulatio+ n-c
00
6.10.2011, 17:33

"reichensteuer" muss auf "nichtarmen-steuer" umbenennt werden
moderat gesagt ist man ab 100 000/a brutto(richtwert) nicht arm
alleinverdiener und anzahl von kindern sind zu bewerten

(°)(°)
00
8.10.2011, 11:36
100 000/a brutto

hm.

das wären dann 40.000 pa netto, oder?

4311503
00
6.10.2011, 16:38

Hat die AK auch berücksichtigt, dass bei steigendem ESt-Satz logischerweise auch die Bereitschaft steigt sein Einkommen durch Steuerprodukte zu reduzieren? Umso höher der ESt-Satz umso die Ersparnis und umso mehr Bereitschaft dazu.

Messknecht
 
00
6.10.2011, 16:05

Schwachsinnig

Chocoholic
00
6.10.2011, 16:01
Aber nur, wenn man nicht bedenkt, dass mit höheren Steuern auch höhere Abschreibungen möglich sind....

Bzw. Andere Variationen des Einkommens gewaehlt werden können.

Auch lustig
40
6.10.2011, 15:29
Die SP will halt lieber Steuern erhöhen statt Ausgaben sparen...

klar, ist der leichtere Weg.

Finn McCool
02
6.10.2011, 15:39
Bei den aktuellen und bald kommenden Milliarden-Hilfspaketen für die Banken würde die SPÖ sofort sparen

Ist halt mit der Raika-ÖVP nicht zu machen.

a wiener kind
00
6.10.2011, 14:52
...wenn ich mir...

...den schuldenwachstum ansehe und die dringenden maßnahmen (kosten) die wir umsetzen müssten, so wird auch diese steuer nur ein teil dessen sein, was wir benötigen, damit ösiland auch noch in 50 jahren halbwegs gut da steht. die reichen, die gutverdiener, die großgrundbesitzer, die lohnsteuerzahler, einfach alle müssen einen beitrag leisten. dieses ewige hin und her zwischen rot und schwart bzw. reichensteuer vers. lohnsteuern ist doch ein witz bzw. verzögert diese debatte und damit die schuldeneingrenzung (wir reden ja noch lange nicht von einer tilgung). alle werden ein bisschen mehr sparen müssen und mehr schaffen müssen, ich sehe das als chance für die nächsten (ich bin scho zu alt;-) ein "anderes" leben zu entwickeln!

david crutton
16
6.10.2011, 14:49
Steuern können gerne rauf...

...wenn man im Gegenzug sicherstellen würde, dass
- darum keine Jubelinserate in diversen Medien geschalten werden
- kein einziger Euro davon in dunklen Freundeskanälen (Buwog, Telekom und CO) versickert
- sie nicht dazu dienen Skylinks und Koramltunnel zu bauen
- Unternehmen wie Asfinag und ÖBB endlich wirtschaften lernen würden
- wir damit nicht 9 Landesregierungen und einen Bundesrat und co bezahlen müssten
- nicht jedes Kuhdorf eine eigene Kläranlage, einen eigenen Bauhof,...hätte

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, das könnte ich ewig fortsetzen. Ich wäre liebend gerne bereit noch viel mehr Steuern zu zahlen, aber bitte nicht dafür! Dann wäre (es) aber vermutlich nicht mehr nötig!

Chris Quast
00
6.10.2011, 17:21

ja sollen wir die jauche nach wien leiten ?

david crutton
00
7.10.2011, 08:48
die Betonúng liegt nicht auf...

"Kläranlage", sondern auf "eigene" ;-)

Erika Rothen
11
6.10.2011, 14:33
40 Millionen nur? Lächerlich, nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein!

Mit 40 Millionen lässt sich maximal für einen kleineren Staatsdeal die Begleitmusik finanzieren.

Um eine spürbare Versorgung der politischen Nullen und derer Haberernetzwerke nachhaltig sicherzustellen, müssten schon zumindest 10 Nullen hinter der 4 stehen...

Unsere bienenfleißigen Kleptokraten werden nicht ruhen, solange irgendwer in Österreich noch irgendetwas von Wert besitzt, das an sie verhocheggert vulgo umverteilt werden kann!

Hermine Berg
 
00
6.10.2011, 16:37
immerhinn koennte man damit

3 birni-gutachten kauffen. oder 6 nach patriotenrabatt.

Mostbluzza
00
6.10.2011, 14:25
hmm

mit ein paar hunderttausendern würde ich offiziell grossbauer und zahl euch gar nix (mehr). hol mir auch noch förderungen und subventionen.

mit dem spielgeld gründe man eine firma und dann schauts eh anders aus.

tich nak
00
6.10.2011, 14:14

Dieser Logik nach würden dann 100% 4 Milliarden bringen, glaubt das jemand ?

Elron Abarth
02
6.10.2011, 14:30

Die Logik ist nicht ihr Freund. Es wären ca. 2 Mrd.

Weitergerechnet ergibt das einen Durchschnittlichen Bruttoverdienst von ~ 17.000 p.m. für die 0,26% mit den Höchsten Gehältern.

Ich glaube das. Sie nicht?

Elron Abarth
00
6.10.2011, 14:54

Die Logik ist auch nicht unbedingt immer mein Freund.

Nach neuester Kalkultion kommen die bestverdienenden 17.000 Menschen auf rd. 23.000 brutto p.m.

Auch das glaube ich.

Auch lustig
10
6.10.2011, 14:10
naiv...

wie so viele dieser Proberechnungen:

1. Würden viele der Spitzenverdiener sehr rasch Schlupflöcher suchen und finden.

2. Kostet das Einheben einer Steuer volkswirtschaftlich 150-200 Mio, ergo bleiben von den 300 nur 100 an echt umzuverteilenden Einnahmen.

Grisu der kleine Drache
02
6.10.2011, 14:52

1. Die Schlupflöcher sind für Angestellte sehr klein, und Selbständige nützen sie eh schon.

2. Da es sich nur um einen veränderten Steuersatz handelt und nicht um eine zusätzliche Steuer, sehe ich keinen zusätzlichen Aufwand bei der Steuereinhebung.

Ich bin aber aus anderen Gründen dieser Steuererhebung gegenüber sehr skeptisch:
Vermögende werden nach wie vor nicht angetastet, Erarbeitetes Einkommen ist ohnehin schon viel zu hoch besteuert, und gefragt wären erst einmal Strukturreformen im Steuersystem und darüber hinaus (Gesundheit, Pensionen, Föderalismus ...).

Auch lustig
00
6.10.2011, 15:28

1. ob Selbständig oder Angestellt macht keinen Unterschied. Das Gehalt und damit die möglichen Beraterkosten machen den Unterschied.

2. Es wäre eine zusätzliche Steuer sowie Sie eine neue Steuerkategorie einführen. Hier wird nicht mehr darüber diskutiert, den Spitzensteuersatz anzuheben sondern de facto einen weiteren steuersatz einzuführen.

super Typ
00
6.10.2011, 16:07

Es wäre nur eine Änderung des Einkommensteuertarifs. Es würde sich nur die Formel ändern, nach der die ESt berechnet wird. Ein zusätzlicher Aufwand (abgesehen von geringfügigen einmaligen Umstellungskosten) etwa bei der Bearbeitung von Steuererklärungen oder in der Lohnverrechnung der Unternehmen fällt dadurch nicht an.

der Xote
00
6.10.2011, 14:33
>>ergo bleiben von den 300 nur 100 an echt umzuverteilenden Einnahmen.<<

So denkt ein ehrlicher, naiver Mensch wie sie vielleicht. Die Rechnung sieht auf dem Papier tatsächlich so aus. In den letzten Jahren sind allerdings immer mehr Steuern auf den österreichischen Bürger zugekommen, auf die kleinen Steuerzahler sowie auf die großen Steuerzahler. Und übrig geblieben ist bei dem ganzen Spiel überhaupt nichts. Österreich hat kein Geld übrig um es "umzuverteilen", wie sie es nennen. Überhaupt nichts! Österreich macht jährlich Schulden, die die nächsten Generationen in 20 Jahren nicht stemmen können. Was wollen Sie denn da "umverteilen", bitte?

Auch lustig
00
6.10.2011, 15:26

umverteilen inkludiert die Umverteilung auf Rückzahlungen. Dass niemand deswegen um 1€ weniger Steuern zahlen wird, ist klar.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 647
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.