Zu hoher Ausländeranteil und schlechte Betreuung

Die Angst der Eltern vor der Volksschule

Katrin Burgstaller, Rainer Schüller, 6. Oktober 2011, 06:15
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    foto: der standard/matthias cremer

    Welche Sorgen begleiten Eltern bei der Volksschul-Auswahl ihrer Kinder? derStandard.at hat am Tag der Wiener Schulen eine nicht repräsentative Befragung in zwei Bezirken durchgeführt.

Was erwarten österreichische Mamas und Papas für ihre Kinder von der ersten Schulstufe? Eine Befragung in zwei Wiener Schulen

"Für mich ist am wichtigsten, dass täglich Englisch unterrichtet wird", sagt Barbara W. Die Bank-Mitarbeiterin hat ihren Vierjährigen schon jetzt in einem zweisprachigen Kindergarten untergebracht. Sie selbst habe in der Volksschule nur einzelne Worte wie "Cat" und "Dog" gelernt. Das Resultat: In der ersten Klasse Mittelschule hatte sie gleich eine Nachprüfung, "die sich gewaschen hat". Das will sie ihrem Sohn nun ersparen. Obwohl noch zwei Jahre Zeit sind, bis er in die Schule kommt, schaut sie sich schon jetzt alle Volksschulen in Hietzing an. "Am allerwichtigsten ist aber, dass die Lehrerin nett ist", sagt Barbara W. Vom heutigen Tag der offenen Tür erhofft sie sich, "die Lehrerin" kennen zu lernen, die in zwei Jahren eine erste Klasse übernimmt. Hier in Hietzing sei es unproblematisch, das Kind in eine öffentliche Schule zu geben. "Bei der Stadthalle oder in Favoriten würde ich mein Kind ehrlich gesagt nicht in eine öffentliche Schule geben." Weil der "Ausländeranteil" in manchen Bezirken sehr hoch sei, fürchtet sie, dass ihr Kind nicht ausreichend lernt.

Quotenzwang

"Es kann nicht sein, dass hier in Ober St. Veit pro Klasse höchstens ein Kind mit Migrationshintergrund ist, während an anderen Volksschul-Standorten der Migrantenanteil fast bei 100 Prozent liegt", sagt Patricia K., Leiterin einer Marketingabteilung. Sie hat einen Sohn in einer privaten Volksschule untergebracht und sucht nun für ihre Tochter eine öffentliche Volksschule. "Direktoren sollten gezwungen werden, eine bestimmte Quote mit MigrantInnen zu erfüllen", sagt sie. Direktoren würden es sich hier mitunter einfach machen, indem sie für weniger Erwünschte plötzlich keinen Platz mehr frei haben. "So manche Lehrer aus Hietzing geben ihre Kinder innerhalb des Gürtels in die Schule." Dort gibt es Ganztagsschulen mit einem abgerundeten pädagogischen Konzept. Für Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, werden zusätzliche Sprachlehrer eingestellt. "Hier im Westen Wiens gibt es wenige Ganztagsvolksschulen. Da ist fünf Stunden Unterricht und danach Aufbewahrung im Hort Programm." Lieber wäre ihr jedoch eine Ganztagsschule, in der Unterricht und Freizeitgestaltung über einen Tag hinweg sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. 

Der Horror ab der Schulpflicht

Das halbe Gehalt müsse die dreifachen Mutter aufgrund des mangelhaften Angebots für Kinderbetreuung ausgeben. "So lange das Kind noch im Kindergarten ist, lässt es sich mit dem Job gut vereinbaren. Ab der Schulpflicht beginnt der Horror." Auch die Privatschule ihres Sohnes sei nicht das Gelbe vom Ei. Monatlich bezahlt sie 400 Euro inklusive Nachmittagsbetreuung und Essen. Trotzdem hat die Schule offenbar finanzielle Probleme. "Wir müssen Kreiden kaufen und die Lehrer fluktuieren stark." Nach welchen Kriterien sie nun also die Schule für ihre Tochter auswählt? "Das Gesamtbild muss stimmen. Die Schule sollte freundlich sein und mir ist auch wichtig, wie Bildung vermittelt wird. Ist da Spaß dabei oder alles sehr ernst." Die Schule könne jedoch nicht alles bewerkstelligen. "An den Kindern merkt man genau, wo auch die Eltern dahinter sind oder ob sie sich Nachhilfestunden für ihre Kinder leisten können."

Szenenwechsel: Wien, 2.

In einer Ganztagsschule im zweiten Bezirk sorgen sich am Tag der Wiener Schulen die Eltern vor allem um die Betreuung ihrer künftigen Schulkinder. "Mir persönlich ist die Lehrerin oder der Lehrer sehr wichtig. Das muss eine liebe Person sein, mit der man viel Zeit verbringen will. Meine größte Angst ist, dass diese Person irgendwie ungut zu meinem Kind ist", sagt Catarina P., die ihren Sohn hier zur Schule schicken will. Grundsätzlich hatte sie bis vor kurzem eher Bedenken, was eine Ganztagsschule betrifft, weil sie sich nicht vorstellen konnte, ihr Kind so lange einer anderen Person anzuvertrauen. Aber vielleicht sei der Übergang vom Kindergarten hier sogar leichter, weil es auch abwechselnde Einheiten zwischen Lernen und Freizeit gibt. Der Anteil von Kindern, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, spielt für sie keine Rolle. Sie wisse aus ihrer beruflichen Erfahrung durch Workshops an verschiedenen Schulen, dass das Niveau auch sehr niedrig sein kann, wenn nur drei Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache in der Klasse sind: "Mir ist wichtig, dass mein Kind gefördert wird und nicht blockiert. Aber ich glaube nicht, dass das mit dem Ausländeranteil zusammenhängt, sondern damit, wie es den anderen Kindern geht und wie diese unterstützt werden."

Loslassen

"Ich wohne direkt gegenüber und sehe über den Balkon in die Klassenzimmer", erklärt eine andere Mutter. Die Nähe zum Wohnort sei aber nicht das Hauptkriterium für die Schulwahl. Für sie ist vor allem wichtig, wie das Kind gefördert wird, speziell in künstlerischer und kreativer Hinsicht. Auch Sport findet sie wichtig und "dass es in der freien Zeit kein starres System gibt". Ein Elternpaar, das den Sohn nun seit einem Monat in der Ganztagesschule hat, nutzt den Tag der offenen Tür, um zu beobachten, was der Kleine hier eigentlich den ganzen Tag treibt. Sie räumen ein, dass es nicht so leicht gewesen sei, das Kind loszulassen und ab dem zweiten Schultag schon am Schultor für den ganzen Tag abzugeben. Für das Kind selbst sei es aber kein Problem gewesen.

Durchmischung

Der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund sei für die Entscheidung schon ein Thema gewesen. "Mir war schon wichtig, dass das Verhältnis passt", sagt die Mutter des Erstklasslers. "Ich bin stark dafür, dass es in allen Schulen eine gute Durchmischung gibt, und dass nicht in einzelnen Schulen quasi nur Kinder mit Migrationshintergrund sind", ergänzt der Papa. Für die Mutter mit der Wohnung in Wurfweite, die selbst ein dunkelhäutiges Kind hat, ist das Ausländerthema nicht wichtig, sondern die Bildung, die ein Kind auch vom Elternhaus mitbringt. Ihr Kind sei jetzt in einem mehrsprachigen Kindergarten, wo das Klientel vor allem aus Nicht-Österreichern aus der Mittelschicht oder Oberschicht kommt. Wenn einzelne Kinder "hinten nach" seien, dann würde das nicht tragisch sein, 50 oder mehr Prozent würden aber schon ein Problem darstellen, finden alle drei.

Spaß am Lernen statt Elitenbildung

"Mein Sohn soll den Spaß am Lernen nicht verlernen", ist das Um und Auf für eine weitere Mutter. Ob ihr Kind in ein Schulsystem mit mehr oder weniger Zwang kommt, will sie den Pädagogen überlassen: "Ich habe mich damit überhaupt nicht auseinandergesetzt. Wenn jemand ein Pädagogik-Studium gemacht hat, dann traue ich dem zu, das zu entscheiden. Wenn’s nötig ist, dann ist ein gewisses Maß an Druck sicherlich nicht unangebracht." Von ihrem Kind wisse sie, dass es nicht immer zwanglos Dinge tue. Den Migranten-Anteil an einer Schule betrachtet diese Mutter auch als Lehre für das Leben: "Wenn es in Wien einen Ausländeranteil an Schulen gibt, dann gibt es den auch im realen Leben und meinem Kind wird es gut tun, damit umzugehen. Je eher desto besser." Sie hofft, dass die Kinder ein halbwegs gleiches Niveau haben, und fügt hinzu: "Aber ehrlich: Was lernt man in der Volksschule? Das ist doch nicht wirklich die Elitenbildung, oder?" (Katrin Burgstaller, Rainer Schüller, derStandard.at, 5.10.2011)

Kommentar posten
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alleineinemboot
01
16.2.2012, 04:32
Joachim Bauer (Hirnforscher)zeigt auf auf, was es wirklich ankommt!

Kinder
Wichtig für Kinder sind Beziehung, Anerkennung, Wertschätzung.
Das erzeugt Motivation , die Botenstoffe im Gehirn auslösen.
Diese wiederum erzeugen Kreativität und Leistungsbereitschaft.
Musik und Bewegung schütten die selben Botenstoffe aus.
Ein Zuwenig an Beziehung, Anerkennung und Wertschätzung erzeugt Stress, Angst, Depression und Aggression.
Konkurrenz bewirkt intellektuell schlechte Leistungen, überfordert und führt zu Gewalt.
Sie bewirkt Ausgrenzung und Schmerzzufügung und führt zu Agression.
Auch Beschämung in Sport, Musik und BE, laut beurteilte Leistungen führen zu den gleichen Folgen.
Gesammte Zusammenfassung unter - http://www.facebook.com/#!/pages/... 1727222085

tignosa
00
2.11.2011, 11:01
Migrationshintergrund ist KEIN Problem, im Gegenteil, man lernt von klein auf, dass jenseits der Grenze auch Menschen leben

ich bin in einem Ort mit hohem Bevölkerungsanteil an Flüchtlingen und so genannten "Gastbeiter/innen" aufgewachsen. Deren Kinder gingen mit mir in die Schule und waren voll integriert. Sie konnten entweder schon Deutsch, weil sie es im Kindergarten schon gelernt hatten, oder haben es innerhalb weniger Wochen gelernt. Darunter auch eine Freundin von mir, die als Kind eines rumänischen Dissidentenehepaares mit ihren Eltern in unseren Ort kam. Sie schilderte mir das so: "Am Anfang verstand ich nichts, und plötzlich verstand ich alles". Später, an der Uni, belegte sie Rumänischkurse. Ich verstand sie nicht, da sie zweisprachig ist. Sie meinte allerdings, obwohl sie viel Rumänisch lese, hätte sie doch in der Schule immer nur deutsche Grammatik

tignosa
00
2.11.2011, 11:07
gehabt

und das fehle ihr eben, da ihre Elternsprache zu ihrer Identität gehöre, darum hole sie das auf diesem Wege nach. Im Gymnasium war ein zweisprachiger Kroate einer der Besten unserer Klasse und wurde außerdem alle Jahre wieder zum Klassensprecher gewählt. Heute ist er Arzt. Was war damals anders? Das Thema "Migrationshintergrund" wurde weder problematisiert noch ständig breitgetreten. Die Kinder und Jugendlichen wurden nicht bemitleidet, niemand hat ihnen eingeredet, dass sie schlechtere Chancen hätten, als sie tatsächlich hatten, niemand hat sie von uns "Einheimischen" separiert. Dadurch brauchten in der Schule keine Grenzen zu fallen und Brücken gebaut zu werden, denn es waren keine Grenzen da und keine Gräben.

flower power1
01
11.10.2011, 13:06

Ich finde bei der Suche nach einer Schule sollte es um die Qualität der Schule gehen, sie sollten Spaß beim Lernen haben & gefördert werden.
Der Fortschritt hat nichts mit ausländischen Kindern zu tun. Ich war selbst in einer Klasse mit fast 50% Ausländern. Wir sind trotzdem gut voran gekommen.
Ausländische Kinder sollten nicht wegen ihrer Sprache ausgegrenzt werden denn jeder Mensch ist anders ob sprachlich, körperlich oder leistungsfähig betrachtet. Das ist auch gut so, oder wollen wir, dass alle gleich sind?
Werde ich als Deutsche in Österreich auch zu den „Ausländern“ gezählt? Wird durch mich das Schulsystem auch schlechter?
Ich suche gerade eine Lehrstelle, bekomme ich dieselben Chancen wie eine Österreicherin?
Lena, 16

stall
00
10.10.2011, 14:09
der neue roman von handke

die angst der eltern vor der volksschule.

Dagmar Rehak Wien
 
00
9.10.2011, 01:45

Was soll der Blödsinn, dass das Schulglück eines Elters was mit dem Ausländeranteil der Schule zu tun hat?
Warum wird immer versucht, den Eltern einzureden, dass ein hoher Ausländeranteil irgendwie nachteilig ist?
Die allermeisten Kinder kennen sich schon vom Kindergarten und sprechen gut Deutsch, notfalls gibt es immer eine muttersprachliche, und das ist auch gut so. So können nämlich "deutsche" Kinder lernen, dass es auch andere Sprachen auf der Welt gibt.
Aber es steht sicher kein nichtmuttersprachliches Kind da und hält die ganze Partie auf. DIE Angst ist völlig unbegründet. Weder im Kindergarten noch in der Schule gibt es irgendwelche Nachteile durch internationale Kontakte. Das weiß ich erste Reihe fußfrei.

atomkraft neindanke
03
7.10.2011, 15:45
Mir ist das eigene Hemd näher als die Hose.....

bei der Durschsicht der Postings:
es geht ums Aussortieren von Kindern, die entweder sozial, im Verhalten oder durch schlechte Deutschkenntnisse auffallen!
die Kinder, die einfach zu unterrichten sind, gehen kollektiv in die kath. "Privat"-schulen,
die Kinder, die es schwer haben, gehen in die öffentl. Schulen, in der Sekundaria setzt sich das fort: Gymnasium-Hauptschule
Unser Bildungssystem funktioniert so nur für einen Teil, daher ist es gescheitert!
Wir Interesse hat, dass nicht nur sein eigenes Kind, sondern möglichst alle mit 15 lesen, rechnen und schreiben können, der muss gegen diese Selektionsmöglichkeit (über Geld/ über Zugang) auftreten. Sonst müssen wir bald Fachkräfte importieren und Arbeitslose erhalten.
das wär' sehr dumm!

Ingrid Goeschl
01
8.10.2011, 14:01

Da gebe ich Ihnen vollinhaltlich recht.

Dass wir es nicht schaffen, flächendeckend eine minimale akzeptable Grundausbildung für alle zu vermöglichen, ist ein Armutszeugnis für die Zuständigen

superstring
12
8.10.2011, 00:02

Das Dilemma ist ja (und leider will das kaum jemand akzeptieren) Wir sind nicht alle gleich!

So: Ich kann nicht Millionen verdienen weil ich gute Fußballer-Füße habe und ich kann auch nicht die Streif hinunterrasen und gewinne dann das Hahnenkammrennen.

So wenn wir jetzt alle Kinder in einen Topf werfen wird dann alles besser? Ich habe noch nie gesehen wenn irgendwo gekocht wird dass ein Eintopf das "beste" Gericht darstellt, wieso soll das jetzt auf einmal im Bildungssystem schon so sein?

Ich denke das Problem ist gar nicht so die Begabung selbst, es ist der Einsatz. Wenn mir eh alles wurscht ist und mich das Sozialsystem auffangen wird, ja dann brauche ich mich selbst eh nicht anstrengen...

nina yankow
00
17.2.2012, 17:48
und in einer privatschule sind alle gleich?

in jeder schule kann man nach vorwissen und fähigkeiten differenzierten unterricht anbieten.
es ist nur nicht sonderlich sinnvoll, die differenzierung zu einem bestimmten zeitpunkt festzulegen. manchmal steht einer, der anfangs besonders gut war, auf der leitung, manchmal geht einem, der hoffnungslos wirkte, der knopf auf. ich hab schon klassen mit hohem migrantenanteil unterricht, auch mit schülern mit sonderschullehrplan. bis auf gelegentliche tratschereien und seltenes anderes störverhalten (das wohlgemerkt nicht von leistungsgruppen abhängig ist) wird keiner von anderen beim lernen aufgehalten, wenn niemand über-/unterfordert wird.
in jedem übungs- und aufgabenteil kann man differenzierte aufgaben anbieten.

Ingrid Goeschl
02
8.10.2011, 14:08

Das könnte ich akzeptieren, wenn die Gruppierung wirklich objektiv nach Begabung wäre.

Wir wissen aber alle, dass Kinder in weiterführende Schulen kommen, weil

die Eltern bereits gebildet oder wohlhabend sind
die Eltern keine Migranten sind
die Eltern Zeit haben, mit den Kindern zu lernen oder Ihnen Nachhilfe ermöglichen
die Eltern die Kinder nicht verwahrlosen lassen
die Kinder daheim entsprechend gefördert werden

All das sind keine objektiven Kriterien, die etwas über Begabung aussagen.

atomkraft neindanke
02
8.10.2011, 00:40
wir sind nicht alle gleich, aber wir sind alle gleich viel wert!

Wenn ich mit 14 schon ganz deutlich weiß, dass ich ausgemustert wurde, dass mich die intelligenten Jugendlichen aus dem Gym nicht mal kennenlernen wollen, dann werd ich mich genau so hängen lassen und mit dem Gefühl: ich bin ein Loser! rumlaufen.

wenn ich aber bis 14 zusammen mit jemanden, der locker ein Studium schafft auf die Schule gehe und dort lerne, dass ich unabhängig von meiner Begabung einfach als Mensch geschätzt werde, dass auch mich vielleicht einmal ein Kopfarbeiter um Hilfe bittet, weil ich ein Handarbeiter bin, oder einfach nur jemand bin, der seinen Weg trotz Behinderung sucht, dann lerne ich, dass mir auch ein künftiger Studiosus Respekt entgegenbringt, mich menschl schätzt, und dass auch ich ihm helfen kann!

tignosa
00
2.11.2011, 11:10
so ein Blödsinn!

60 % der Hautschulabgängerinnen österreichweit gehen nachher in eine weiterführende Schule mit Matura. Und treffen dort zT auf Jugendliche, die frisch aus der AHS- Unterstufe kommen und auch nicht besser sind.

superstring
02
8.10.2011, 00:56

Gut und warum trennen wir dann mit 14?

Trennen wir doch erst mit 18! Oder weils gar so hart ist erst mit 25... oder gar nie...

Ich werde den Eindruck nicht wirklich los das dieses Gesamtschule Zeugs mit 14 so ein Dogma ist, egal das muss bis 14 so gehen. Ich meine wenn man sich so umsieht das mit 14 ist oft eine harte Zeit - manche durchtauchen die Pubertät leicht andere sind, na ja vorsichtig ausgedrückt, etwas schwieriger... Und jetzt wollen wir die trennen? Hui sind wir aber hart...

Und dass was Sie da schildern das sit Aufgabe Ihrer Eltern! Die müssen Ihnen eine gute Portion Selbstbewusstsein mit auf den Weg geben!

Denn bitte wer sagt denn dass die Studierten alle so toll sind? Dass nur der Dr. glücklich macht?

atomkraft neindanke
01
8.10.2011, 01:14
Im Übrigen wurde ich ja die Gehälter aller Menschen einander annähern

Wir trennen mit 14, weil Grundfertigkeiten bis 14 gemeinsam erlernt werden u dann einige weiterhin die meiste Zeit studieren werden, u andere sich beruflich orientieren um einen Beruf zu erlernen, der weniger Vorkenntnisse verlangt, aber genauso glücklich machen kann, falls die Wahl die richtige war!

Wobei ich persönlich sowieso für eine gemeinsame Erziehung wär, was aber nicht so einfach zu bewerkstelligen ist.
in dieser Altersgruppe kommt das Selbstwertgefühl durch Anerkennung außerhalb der eigenen Familie.

Auch werden viele SchülerInnen von ambitionierten Eltern durch die Schule getragen, weil die Eltern nicht wahrhaben wollen, dass sie nicht für ein Studium geeignet sind, und andere, die es wären, kommen niemals auf die Uni!

tignosa
00
2.11.2011, 11:17
das mit den Gehältern ist vernünftig

das mit der Gesamtschule nicht. Nicht so, wie es jetzt kommt. Es hätte gereicht, die HS überhaupt abzuschaffen, denn wenn das Gym um so viel besser ist, dann nix wie hin. Und zwar alle! HS und Gym- Unterstufe werden nach denselben Lehrplänen unterrichtet, also braucht man in den HS nur die Leistungsgruppen abzuschaffen, dann sind es halt Unterstufengymnasien. Für die Zukunft sollte man sich allerdings was für die Lehramtsausbildung einfallen lassen. ZB. ein LA- Studium an der Un fürs Inhaltliche, begleitet von 2 kürzeren Schulpraktika (im Feb), und am Schluss 2 Jahre an der PH, wo man zwar fachlich nichts mehr dazulernen muss, aber dafür pädagogisch geschult und unter Aufsicht auf Schulklassen losgelassen wird. Dafür entfällt das Probejahr.

nina yankow
00
17.2.2012, 17:54

das gym ist leider eben nicht besser. die besten 25% der schüler in finnland sind VIEL, VIEL besser als die besten 25% bei uns.
die gymnasien sind ineffizient. es gibt, obwohl gymnasien ihre schüler aus den tendenziell besseren rekrutieren, einen bemerkenswert hohen anteil an schülern, die bei kompetenztests nur schwache ergebnisse zustande bringen, außerdem gibt es relativ viele abbrecher.

superstring
01
8.10.2011, 01:20

Schauen Sie: Man kann über alles reden, warum der Himmel blau ist, warum die Nacht dunkel ist...

Natürlich kann man von Utopien reden... Freilich! Aber ich glaube Sie verstehen unser Wirtschaftssystem nicht. Wir werden nicht nach Leistung sondern nach Nachfrage entlohnt. Gehe ich auf einen Acker Steineklopfen so leiste ich einiges (im physikalischen Sinne) aber wird das auch nachgefragt? Nein!

Ich weiß nicht warum man die Grundfertigkeiten bis 14 zusammen lernen muss? Wer sagt dass denn? Die Frau Schmied? Oder der Androsch?

tignosa
00
2.11.2011, 11:28
und wer sagt, dass es so bleiben muss?

atomkraft neindanke
00
8.10.2011, 11:51

Wer sagt, dass irgendwer überhaupt was lernen muss? Sehen Sie, sie verstehen weder unser Wirtschaftssystem noch den Handlungsbedarf auch dieses zu reformieren:

Großkonzeren überlegen sich genau, wo sie einen Betrieb ansiedeln, in einem Land, in dem die Menschen ungebildet sind, sicherlich nicht!

Es gibt gute Gründe, warum wir es wie die meisten Europäischen Staaten machen sollten, denn in kaum einem anderen Land nimmt das Bildungsniveau der Durschschnittsbevölkerung so stark ab wie in Ö.

Die Praxis beweist es: wer seine Kinder bis 14 gemeinsam unterrichtet, hat die Nase vorn!

tignosa
00
2.11.2011, 11:31
na eben genau nicht!

Großkonzerne siedeln ihre Büros und Forschungsabteilungen in Gegenden an, in denen die Menschen gerade so viel "Bildung" haben, dass sie funktionieren, aber nicht hinterfragen. Das unterscheidet echte Bildung von bloßer Ausbildung. Und die Produktion wird in Gegenden mit möglichst wenig Bildung ausgelagert.

Und zu Ihrem letzten Absatz: würden sie behaupten, Italien hätte die Nase vorn?

superstring
01
8.10.2011, 13:51

Ach Gott schon wieder die armen Menschen auf der einen und die bösen Großkonzerne auf der anderen Seite...

Wie soll man mit Leuten diskutieren die bei 1+1 felsenfest behaupten dass sei 5? Das geht nicht!

So unser Schulsystem krankt nicht daran dass wir zu wenig, sondern weil wir zu viel Gleichmacherei haben!

Wenn Sie das anders sehen bitte; ich jedoch habe wahrlich besseres zu tun als mit Leuten die die Wahrheit nicht einsehen wollen zu diskutieren -denn über die Wahrheit kann man schwer streiten...

atomkraft neindanke
01
8.10.2011, 22:07
Wissenschaft hat die Aufgabe die Wahrheit zu erforschen: Sachverhalte zu analysieren + Zusammenhänge darzustellen!

Großkonzerne sind kein Feindbild, sie agieren nur logisch und investieren nur dort, wo Menschen gut gebildet und Rechtsstaaten sichere Bedingungen garantieren.

Leider haben Sie nicht recht, denn dies würde eben genau wissenschaftlich untersucht! In fast keinem anderen Land Europas wird er Zugang zur Bildung so vererbt wie in Ö. Es werden eindeutig intelligente Menschen aufgrund von sozialen Faktoren zu früh selektiert und wir haben deshalb soviele 15 jährige, die nicht gut lesen + schreiben, rechnen können, weil wir Restschulen schaffen.

für Volkswirtschaft stellt diese Tatsache ein echtes Problem dar, deswegen die große Unzufriedenheit der Wirtschaftsleute!

Dies ist keine Behauptung meinerseits, sondern wissenschaftl erwiesene Tatsache

tignosa
00
2.11.2011, 11:36
schaun Sie, das Problem wird eine Gesamtschule nicht lösen

weiter oben haben sie geschrieben, dass ambitionierte Eltern ihre Kinder, falls diese eben nicht so ambitioniert oder für einen bestimmten Schultyp nicht begabt sind. eben mit teuren Nachhilfestunden durch die Schule tragen. Das stimmt, daran wird sich aber auch in der Gesamtschule nichts ändern. Dann wird "die Flasche" halt in die Oberstufe getrichtert, hat jedes Jahr 2 Nachzipf, und am Ende die Matura oder auch nicht. Auch werden Eltern, die ihre Kinder nur als Kostenfaktor sehen bzw einen gewissen Bildungsmasochismus hegen (für uns hats die Lehr' auch getan) auf schnelle Aufnahme eines Lehrverhältnisses NACH der Gesamtschule drängen. Helfen kann hier nur mehr Information über die Durchlässigkeit unseres Bildungssystems und die flächen...

tignosa
00
2.11.2011, 11:42
... deckende Einführung der Lehre mit Matura, die derzeit von der Gnade der "Lehrherr/inn/en" abhängt

auch sollte eine Studienberechtigungsprüfung kostenlos sein. Das Studium ebenfalls. Und es sollte möglich sein, mit verkürzter Lehre einen Beruf zu erlernen, wenn man schon Matura oder sogar ein Studium hat, dies aber das Falsche war. Außerdem sollte es mehr Schulen wie das Werkschulheim Felbertal geben- das ist Matura mit Lehre. Unser Bildungssystem ist jetzt schon durchlässig, nur weiß das kaum jemand. Die Möglichkeit eines Wechsels vom Gym in die HS ist bekannt, umgekehrt gehts aber auch. Rechtlich jederzeit, praktisch sollte es aber vor der 3. Klasse sein (wegen Latein, GZ, 2. Lebende Fs etc). Außerdem gibt es Oberstufengymnasien, BHS etc., die alle mit HSabschluss besucht werden können.

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