Leitung ausgeschrieben

Grüne "Wienwoche" in Planung

6. Oktober 2011, 14:35

Budget primär zu Lasten des ÖVP-Stadtfests

Wien  - Die Bundeshauptstadt ist ab kommendem Jahr um eine Veranstaltung reicher: Auf Initiative der Grünen wird im Herbst 2012 das künftig alljährlich stattfindende Kulturprojekt "Wienwoche" erstmals über die Bühne gehen. Um das veranschlagte Budget von rund einer halben Mio. Euro aufzutreiben, hat der kleine Koalitionspartner Kürzungen bei anderen parteinahen Festivitäten herausverhandelt. Verlierer ist vor allem das von der ÖVP organisierte Stadtfest, dessen Subvention laut dem grünen Kultursprecher Klaus Werner-Lobo von bisher 900.000 auf 450.000 Euro halbiert werden soll.

Ein Vorschuss für die "Wienwoche" in der Höhe von 100.000 Euro wurde bereits vergangene Woche im Gemeinderat beschlossen, das Geld kommt dem  dafür gegründeten "Verein zur Förderung der Stadtbenutzung" zugute. Er ist für die rechtliche und konzeptionelle Abwicklung verantwortlich, die  Leitung der "Wienwoche" wird ausgeschrieben. 

Bewerbungen bis 24. Oktober

Konkret sollen die Geschäftsführung bzw. die Programm- und Produktionsleitung  besetzt werden.  Der Verein schreibt  unter anderem die Funktion eines - bzw. einer - Programmverantwortlichen aus. Die betreffende Person soll etwa die Ausschreibung der einzelnen Projekte vorbereiten, sich um Werbung und PR kümmern und entsprechende Publikationen herausgeben. Der Produktionschef ist unter anderem für das Rechnungswesen und das Controlling zuständig und muss sich um die jeweiligen Genehmigungen für die Einzelevents kümmern. Erwartet werden mindestens fünf Jahre Erfahrung in der Konzeption von Projekten und Programmen - vorzugsweise in kulturellen oder ähnlichen Bereichen. Bewerbungen müssen bis 24. Oktober einlangen. Für November sind die Hearings für Bewerber geplant - und auch die Entscheidung. 

Inhaltlich ist über das neue Kulturfestival noch eher wenig bekannt. Es soll sich der "Erweiterung urbaner Handlungsräume für alle Stadtbewohner_innen widmen", heißt es auf der Homepage wienwoche.org. Ausgehend von aktuellen Herausforderungen des Zusammenlebens sollen "gesellschaftliche Teilhabe und emanzipatorische kulturelle Praktiken" erprobt werden.

Geplant sind eine Reihe von Einzelprojekten an bestimmten Orten Wiens, die dort kostenlos präsentiert werden.  Die Genres können von Musik über Theater bis hin zu Bildender Kunst und Performance reichen, kündigte Werner-Lobo an. Die einzelnen Projekte sollen über den Zeitraum der "Wienwoche" hinaus "Spuren hinterlassen". Die "Wienwoche" selbst will der grüne Mandatarkeinesfalls als "Parteifest" verstanden wissen: "Wir werden das nicht mit grünen Luftballons oder Werbematerial fluten."  Werner-Lobo gab an, dass sämtliche Ausschreibungen, Entscheidungsprozesse und Mittelvergaben transparent vonstattengehen würden. Die Partei werde in die inhaltliche Programmierung keinesfalls eingreifen, versprach er.

Donauinselfest und Stadtfest gegen Mittelkürzung

"Das Geld kommt aus dem Topf, aus dem parteinahe Feste finanziert werden", so Werner-Lobo. Aus diesem Fließen Gelder für das Donauinselfest, das seit knapp drei Jahrzehnten von der SPÖ ausgerichtet wird, und für das von er ÖVP organisierte Stadtfest. Die Kürzungen beim Inselfest fallen gering aus, Werner-Lobo zufolge in der Größenordnung von rund 100.000 Euro bei einer bisherigen Förderung von insgesamt 1,45 Millionen Euro. Wobei diese Kürzung  noch nicht ausgemachte Sache sein dürften: Denn SPÖ-Parteisekretär Christian Deutsch zeigte sich am Mittwoch in einer Donauinselfest-Pressekonferenz davon überzeugt, dass die Subventionsmittel für das Open-Air-Spektakel nicht verringert werden. Über das endgültige Budget verhandelt die Koalition dieser Tage noch.

Und die ÖVP hat sich in einer Reaktion optimistisch gezeigt, die drohenden Subventionskürzungen für ihr Stadtfest noch abwenden zu können. "Es wird alles nicht so heiß gekocht wie gegessen", so Landesgeschäftsführer Alfred Hoch. Man stehe mit der Stadt noch in Verhandlungen. Die Veranstaltung werde im kommenden Jahr in gewohnter Größe über die Bühne gehen. Es sei verwunderlich, dass gerade die Grünen, die sich stets Kulturpolitik auf die Fahnen heften würden, gegen das Stadtfest vorgingen und damit versuchten, eine erfolgreiche Kulturveranstaltung abzudrehen, ärgerte sich Hoch. Schließlich sei das innerstädtische Spektakel längst zur Marke geworden und beschere der Wiener Wirtschaft rund drei Millionen Euro Umsatz. Tatsache sei jedenfalls, dass man bereits für die heurige Ausgabe weniger Förderung bekommen und trotzdem "gewohnte Qualität" und sogar etwas mehr Programm als im Jahr zuvor geboten habe. Den Umstand, dass beim Donauinselfest nur geringfügig oder gar nicht gekürzt werden dürfte, nahm er gelassen hin: "Dazu kann ich nichts sagen, das ist nicht mein Fest."

Am Donnerstag zeigte sich der nicht amtsführende ÖVP-Stadtrat Manfred Juraczka zeigte sich  jedenfalls "verwundert" über die Aussagen Werner-Lobos: "Wenn Werner-Lobo genüsslich vorrechnet, dass die Förderungen beim Stadtfest der Volkspartei halbiert werden, zeigt dies dessen Geisteshaltung: Er steht offenbar für eine Kulturpolitik, die sich einzig an ideologischen Richtlinien orientiert." Das Stadtfest sei ein kulturelles Erfolgsprojekt, dass der Wiener Wirtschaft darüber hinaus enorme Umsätze beschere, versicherte Juraczka in einer Aussendung. Der Stadtrat zeigte sich zuversichtlich, dass die Subventionskürzung nicht in dem kolportierten Ausmaß kommt: "Ich gehe davon aus, dass Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny  in guter Tradition die kulturelle Vielfalt dieser Stadt fördert und sie nicht auf dem Altar der rot-grünen Koalition opfert." (APA)

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11 Postings
Beim Thema bleiben!
00
13.10.2011, 11:39
Parteifeste nerven. V.a. das VP-Stadtfest ist eine wahre Stadtplage.

Das Donauinselfest sollte "entparteipolitisiert" werden und ein echtes Wiener fest werden, an dessen Rand ALLE Parteien wenn sie wollen ein Standerl aufstellen dürfen. Am lustigsten ist noch das KP-Volksstimmefest, bei dem auch andere Parteien ihre Stände haben (darunter auch die Grünen).

Foster Augusten
13
7.10.2011, 11:07
Wozu?

Wer braucht das? Ehrlich.

Jukebox
26
6.10.2011, 19:57

War doch klar, dass für das grüne Bobo- und Migranten-Event das ÖVP Stadtfest bluten muss. In der Regierung kann man sich es ja richten, gell Maria?

CrangerMan
21
6.10.2011, 22:41

Woher kommt der Blödsinn, dass Migranten die Grünen wählen? Das stimmt gar nicht.

bouche dorée
14
6.10.2011, 13:18
grünes stadtfest

naja, sollen sie auch ihr stadtfest haben, die grünen. wenns schon vor dem trog angebunden sind, sollen sie auch draus fressen dürfen.

byron sully
01
6.10.2011, 15:36

solang's nur durch kürzungen bei donauinsel- und stadtfest finanziert wird, hab ich kein problem damit. ärgern würd's mir, wenn dafür auch andere mittel aus dem kulturbudget verwendet würden.

Mark Bellison
02
7.10.2011, 12:40
warum werden überhaupt mittel aus dem kulturbudget verwendet?

hätte mir von den grünen mehr rückgrad erwartet als genau diese dinge ewig zu kritisieren und dann wenn sie könnten nicht zu kippen sondern mitzuspielen.

dann hätten sie eben druck machen müssen die budgets von donauinselfest und stadtfest für kultur zu widmen und nicht nur schauen dass sie selber auch ein scheiberl abbekommen.

byron sully
01
10.10.2011, 14:50

da haben sie vielleicht nicht ganz unrecht...

tomboy8000
14
5.10.2011, 13:37
mmmmmh

jetzt dürfen die grünen endlich auch aus den trögen der großen fressen. mahlzeit.

für alle nicht parteinahen kulturinstitutionen werden heuer 8.000.000.- € in der kultur eingespart.

Michael Bakunin
21
6.10.2011, 16:01

du hast aber schon verstanden, dass es hier nicht um geldflüsse in richtung grüne parteikassa geht, oder?

athea
02
7.10.2011, 10:21

...und hast du verstanden, dass die grünen super in die falle gegangen sind? von der donauinselwiesn kriegen sie mal nix und die övpwien hat einen neuen lieblingsgegner...perfektes dividetimpera

hail to the green...horns

und wenn den nicht parteinahen kulturschaffenden 8!mille gestrichen werden, muss ma primär an die grünen denken, klar!

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