Bis jetzt stehen 312 Millionen Dollar für die Entschädigung zur Verfügung
New York - Die ersten Opfer des Milliardenbetrügers Bernard Madoff
werden entschädigt. Der Insolvenzverwalter Irving Picard teilte am Dienstag mit,
er werde am Mittwoch die ersten Auszahlungen an Geschädigte vornehmen. Es handle
sich um "die erste Rückgabe gestohlener Gelder an von Madoff geprellte Kunden".
Bedeutende Summen, die derzeit wegen laufender Berufungsverfahren noch nicht
ausgezahlt werden könnten, würden an ihre rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben,
fügte Picard hinzu. Viele Kunden von Madoff seien dringend auf das Geld
angewiesen.
Die US-Justiz hatte im Juli eine erste Summe von 272 Mio. Dollar (206 Mio.
Euro) für Entschädigungszahlungen freigegeben. Da der Insolvenzverwalter
inzwischen weitere Streitfälle beilegen konnte, stehen inzwischen 312 Mio.
Dollar für die Entschädigung von rund 1.230 Kontoinhabern zur Verfügung. Picard
hat bisher 8,7 Mrd. Dollar aus Madoffs Vermögen und von Investoren
sichergestellt, die vom Milliardenbetrug profitiert hatten. Das ist die Hälfte
von rund 17,3 Mrd. Dollar, die Madoff-Opfer von Picard zurückfordern.
Madoff war im Dezember 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise festgenommen
worden, nachdem er über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Systems tausende
Anleger um geschätzte 65 Mrd. Dollar geprellt hatte. Die Anleger verlangten ihr
Geld zurück. Im Jahr 2009 wurde Madoff zu 150 Jahren Haft verurteilt. Im Prozess
gestand er, die ihm anvertrauten Summen nie angelegt zu haben. Zu seinen Opfern
zählen Banken, Privatleute und Wohltätigkeitsorganisationen. (APA)