Tester von Sprach-Assistenten des iPhone 4S beeindruckt
Birgit Riegler , 5. Oktober 2011, 17:44
foto: apple
Der Sprach-Assistent Siri erntet in ersten Tests viel Lob.
Performance-Zuwachs durch neuen Dual-Core-Chip - moderates Hardware-Upgrade enttäuscht
In der Apple-Welt herrscht Katerstimmung nach der Präsentation des iPhone 4S am Dienstagabend in Cupertino. Das neue Apple-Smartphone bringt zwar jene Features mit, die in den Gerüchteblogs zuvor zusammengebraut wurden, doch die hohen Erwartungen an ein weiteres Smartphone - das iPhone 5 - wurden nicht erfüllt. Erste Kurztests von Bloggern und Journalisten zeigen, dass die eigentlichen Neuerungen weniger in der Hardware, sondern in der Software sitzen.
Moderates Lob für die Hardware
Wie berichtet hat sich das Design des iPhones im Vergleich zum Vorgänger nicht geändert. Überarbeitet wurden lediglich die "Innereien". Das Resümee von Engadget für die neuen Komponenten ist dezent positiv ausgefallen. Die Blogger loben den Geschwindigkeitszuwachs durch den neuen A5-Dual-Core-Prozessor, alles laufe noch etwas flüssiger. Die beeindruckende Qualität der Fotos, mit der Apple bei der Präsentation die neue 8-Megapixel-Kamera und den überarbeiteten CMOS-Sensor demonstriert hat, konnten nicht Blogger hingegen nicht nachvollziehen.
This is my next meint ebenfalls einen Performance-Zuwachs zu bemerken, die Kamera löse wie von Apple angepriesen schneller aus und Apps starten schneller. Für TechRadar sei es enttäuschend, dass Apple für das vergleichsweise geringe Hardware-Upgrade 16 Monate benötigt hat. Zur von Apple versprochenen verbesserten Sendeleistung durch zwei Antennen konnten sich die Tester in der kurzen Zeit, die sie mit den Geräten verbringen konnten, noch kein Urteil bilden.
Siri beeindruckt, auch auf Deutsch
Am meisten zeigen sich die Tester vom Sprach-Assistenten Siri beeindruckt. Nutzer können ihr Smartphone damit weitgehend per Spracheingabe steuern - den Wecker stellen, Restaurants in der Umgebung suchen, das Wetter abrufen, Termine setzen, SMS schreiben etc. Bei allen Testern habe Siri genauso gearbeitet wie erwartet und sich kaum Patzer erlaubt. Beanstandung bei Engadget fand die weibliche Stimme, die noch zu sehr nach Roboter klinge. Lob gibt es auch von This is my next und TechRadar, die beide hervorheben, dass Siri natürliche Fragen und Befehle verstehe und ebenso klar antworte. So kann etwa der Wecker mit dem Befehl "Weck mich morgen um 9 Uhr" gesetzt und mit "Weck mich später" gestellt werden.
Will man einen Termin zu einem Zeitpunkt setzen, an dem man bereits etwas vorhat, reagiere Siri logisch und fragt zurück, ob man das Meeting verschieben will. In einigen Fällen habe Siri (etwa nach der Frage, wo gerade ein bestimmter Kinofilm gerade gezeigt wird), allerdings nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert. Die Tester verweisen darauf, dass sich die Software noch in einer Beta-Version befinde. Dass Siri nicht nur mit Englisch, sondern auch mit Deutsch zurecht kommt, davon konnte sich bereits Spiegel Online überzeugen. Zwar greife die deutsche Version noch auf weniger Datenbanken zurück. Durchaus komplexe Eingaben wie "Erinnere mich daran, dass ich Blumen für meine Frau kaufe, bevor ich nach Hause fahre" habe die Software aber verstanden und eine Erinnerung zum Blumenkauf auf 18 Uhr gesetzt.
Galaxy S II sticht iPhone 4S
Die Tester sind sich einig, dass das 4S das beste iPhone bisher ist - was allerdings weder überraschend noch ein großes Kunststück ist. Klar ist jedoch auch, dass das iPhone 4S bereits jetzt nicht das schnellste oder aktuellste Smartphone am Markt ist. Apple hat in Punkto Hardware-Ausstattung lediglich aufgeholt. Ein Vergleich von Engadget zwischen 4S, Samsung Galaxy S II, Motorola Droic Bionic und HTC Titan weist eindeutig das Android-Modelle Galaxy S II als technologisch führend aus. Wenn Samsung kommende Woche gemeinsam mit Google das erwartete Nexus Prime mit Android 4.0 vorstellt, dürfte das 4S noch weiter zurückfallen.
Fazit
Bei der Software hat das Unternehmen aus Cupertino jedoch weiterhin den Vorteil, selbst über jedes Detail bestimmen und alles aufeinander abstimmen zu können. So funktioniert Siri den ersten Tests zufolge so, wie man es von einem Sprach-Assistenten erwartet. Nun bleibt abzuwarten, ob Apple die Funktion am Markt tatsächlich als neues Killer-Feature des iPhones etablieren kann. Die Vorstellung, dem Handy einfach anzusagen, was es tun soll, mag nicht nur für Science-Fiction-Fans verlockend klingen. Doch wie intensiv wird diese Funktion tatsächlich genutzt werden? Wer will in der Öffentlichkeit schon laut mit seinem Handy sprechen?
Es steht wohl außer Zweifel, dass sich zum Marktstart am 14. Oktober in den USA und USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich, Japan und Deutschland und weiterer Verfügbarkeit ab 28. Oktober wieder Schlangen vor den Apple-Stores bilden werden. Besitzer eines iPhones, deren Vertrag ausläuft, werden auch zum iPhone 4S greifen. Ob Apple mit einem Gerät wie dem 4S den Siegeszug von Android bremsen und Marktanteile zurückgewinnen kann, ist allerdings zu bezweifeln. (Birgit Riegler/derStandard.at, 5. Oktober 2011)
was wäre denn das iphone 5 gewesen, auf das alle gewartet haben? schnellere cpu? viel schnellere grafik? schnellere internetverbindung? bessere antenne? mehr speicher? bessere kamera? genau das gibt's ja auch! nur dieses neue hässliche asymetrische design hat's eben nicht gegeben.
ich hätte mir nur einen etwas grösseren screen gewünscht und einen niedrigeren preis. das sind meiner meinung nach die einzigen punkte, wo android vorteile hat.
... fast aller Apple Fans nicht immer, dass Apple ausschließlich ausgereifte Produkte auf den Markt bringt im Gegensatz zur Konkurrenz?...
Wenn ich mir die ersten Erfahrungen mit SIRI so durchlese und dann noch das Wort "Beta" mit einbeziehe, stelle ich fest, dass dieses Argument seit gestern keine Gültigkeit mehr besitzt.
so komplexe software wie ein stprachassistent braucht wahrscheinlich eine breite beta test basis um die datenbanken mit allen möglichen aussprachen zu füllen.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.
Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
Bitte geben Sie eine E-Mail-Adresse an.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ihre aktuelle und korrekte E-Mail-Adresse ist Voraussetzung für alle Benachrichtigungen, die Sie von derStandard.at erhalten (z.B. Antworten auf Ihre Postings, Hilfe bei vergessenem Passwort). Zusätzlich werden Sie Ihre E-Mail-Adresse künftig für das Login benötigen.
Daher bitten wir Sie um eine kurze Überprüfung und Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Ihre E-Mail-Adresse wird dadurch nicht für Dritte sichtbar!
Die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse ist bereits mit einem anderen Account verknüpft. Bitte geben Sie eine andere E-Mail-Adresse an.
Diese E-Mail-Adresse ist leider ungültig. Bitte verwenden Sie eine dauerhafte E-Mail-Adresse!
Eine E-Mail-Adresse kann nicht für mehrere Accounts verwendet werden!
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Danke für die Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Es wurde ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse gesendet.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. Die E-Mail konnte nicht gesendet werden. Bitte versuchen Sie es noch einmal.