"Opfer bringen"

Für IV-Chef Sorger ist Solidarbeitrag vorstellbar

4. Oktober 2011, 22:57

Industriellenvereinigungs-Präsident: Politik muss aber zunächst Hausaufgaben erledigen

Wien - Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Veit Sorger, kann sich unter bestimmten Umständen vorstellen, über eine derzeit in Diskussion stehende Solidarabgabe von Spitzenverdienern zu reden. Zunächst müsse aber die Politik ihre "Hausaufgaben" machen, sagte er in der "Zeit im Bild 2" des ORF am Dienstagabend. In Richtung des Niederösterreichischen Landeshauptmanns Erwin Pröll (V), der die Debatte einer befristeten Höherbesteuerung von Spitzenverdienern ins Rollen gebracht hatte, sagte er, Pröll solle zunächst in Niederösterreich Restrukturierungsmaßnahmen vornehmen, erst dann könne man etwas fordern.

"Wenn es darum geht, für eine begrenzte Zeit verschiedene Opfer zu bringen, nachdem alle ein Opfer gebracht haben, und man weiß, wohin das Geld geht und was damit geschieht und wo es ankommt und nicht irgendwo landet, dann wird man darüber reden", sagte der IV-Präsident. "Wir sind gesprächsbereit immer über alles." Gleichzeitig relativierte er seine Aussagen: "Es kommen neue Steuern solange nicht infrage, solange nicht wirklich die Hausaufgaben der Politik gemacht wurden." Leider sei dies in den letzten zwei Jahren verabsäumt worden, meinte er.

In Richtung Pröll sagte er, dieser hätte sich ein Beispiel am Land Steiermark nehmen sollen, dort sei restrukturiert worden. Wenn man derartige Schritte gesetzt hat, wenn Einsparungsmaßnahmen getroffen worden sind, dann erst könne man "offensiv werden" und sagen, jeder solle etwas beitragen. Dann werde jeder darüber nachdenken, werde das "jeder positiv sehen". Aber: "Nur zu fordern, ohne etwas zu liefern, ist zu wenig", so Sorger.

Eine klare Absage gab es vom IV-Präsidenten einmal mehr in Richtung Erbschaftssteuern bzw. höheren Vermögenssteuern. (APA)

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20 Postings
anyuser
 
00
12.10.2011, 09:25
opfer bringt leider nur das volk für die reichen

seit wann hat der IV-präsident über steuern zu entscheiden ?
egal, die schwarzen gehen eh unter.

speck -ulatio+ n-c
00
5.10.2011, 16:52

ich lade sie herzlich ein
schauen sie sich einmal das leben von dem mittelstand an
bringens aber ihr mineralwasser und eine wurstsemmel mit ,damit man ihnen keine anfütterung unterstellen kann

speck -ulatio+ n-c
01
5.10.2011, 16:41

was heisst opfer
opfern könnens der irgendeiner reli
sie müssen uns,dem staatsbürger , zurückgeben,was sie an gewinne gemacht haben durch die arbeit von unzähligen arbeitern

krendl
11
5.10.2011, 12:21
Unerträglich das Interview gestern in der ZIB.

Alle anderen zuerst, alles andere zuerst, ... und dann laaaang nix .... und dann vielleicht, könntma sichs vorstellen, dass die eh soooooo armen, schon derart geschröpften Reichen, die sich ihren Reichtum doch derart hart und arg versteuert erarbeiten mussten, ... auch - zeitbeschränkt! - ein kleines Opfer bringen. Da kommt einem nur noch das Kotzen.

* Blub *
00
5.10.2011, 11:39
whatever:

die ÖVP kann getrost das V rausstreichen.

speck -ulatio+ n-c
00
5.10.2011, 17:04

v -mehr als flüssig-überflüssig

The Man with the Plan
01
5.10.2011, 10:50

Aussage von Sorger im Interview: "Wenn alle anderen einen Beitrag geleistet haben, dann sollen auch die Wohlhabenden ihren dazu leisten".

Wieso eigentlich die Wohlhabenden zuletzt??

Wie kommt er außerdem auf die Idee, dass eine Gruppe, die er meint zu repräsentieren, überhaupt einfordern KANN, genaue Auskunft darüber zu erhalten, was mit dem Geld aus so einer Abgabe passiert? Wieso sollten gerade die Wohlhabenden dieses "Recht" haben?

Robert Niessner
 
12
5.10.2011, 10:16

Mir täte schon reichen, wenn etliche der IV-Mitglieder einfach mal ihre Steuern zahlen - wie jedes andere KMU in Österreich - anstatt die Gelder steuerschonend per Gruppenbesteuerung und Steuerparadiese im Ausland zu parken...

Martin Margulies
01
5.10.2011, 09:22
Hausaufgaben

Der Spruch mit den Hausaufgaben ist abgedroschen und billig. Für Menschen wie Veit Sorger werden diese nie zufriedenstellend gelöst sein. Damit entspricht sein relativierendes Nein einem absoluten und somit auch der Titel falsch gewählt.

Euroumrechner
00
5.10.2011, 10:43
Das Wort Hausaufgaben ist entlarvend.

So spricht ein Lehrer zu den Schülern.

Fazit: Der Chef ist die IV, die Untertanen sind die Politiker. Untertanen haben das zu machen, was die Chefs sagen.

möglicherweise ulrich
05
5.10.2011, 07:55
Keine Sorge, Veit...

Solange wir dieses durch und durch korrupte Parteienfinanzierungsgesetz haben, hat Dein Verein seine (einzige) Daseinsberechtigung und Ihr kauft Euch halt die Gesetzgebung.

Willibald Wasserhuhn
12
5.10.2011, 09:15
Ganz ehrlich

Das kann man so wirklich nicht sagen. Die IV ist die Standesvertretung der Industrie in Österreich, als solche hat sie definitiv eine Daseinsberechtigung. Von der IV kommen, wenn man genau schaut, durchaus intelligente Ansätze was Forschung, Beschäftigung, Integration, Gesellschaftspolitik etc. betrifft. Dazu kommt, dass die Mitgliedschaft dort freiwillig ist. Logisch, dass dabei Standpunkte der Industrie im Fokus sind, aber dafür ist eine Interessenvertretung auch da.

möglicherweise ulrich
02
5.10.2011, 09:38
ehrlich...

ist in dem Zusammenhang wohl das falsche Wort. Die Standesvertretung ist zuerst einmal die Wirtschaftskammer, für die mein Vorwurf allerdings auch gilt.
Mag sein, dass von der IV gute Lösungen (Bildungspolitik) gefordert werden. Ihre Macht bezieht sie aber aus der einfachen Tatsache, dass über sie Parteispenden anonymisiert und punktgenau plaziert werden können. Oder warum zahlt z.B. ein Hr. Stronach auf einmal freiwillig(!) Unsummen, nachdem er jahrelang nicht beitreten wollte? Natürlich nur zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit den Eurofighter-Gegengeschäften?

Borat Sagdiyev : jak sie masz?
02
5.10.2011, 05:25
Veit Sorger will nur von unvermeindlichen Vermögenssteuern ablenken.

In derzeitigen Schuldgeldsystem besteht eine Wechselwirkung Geld = alte Schulden.

Es ist nicht möglich die Schulden ohne Geldmenge zu reduzieren.

Es gibt nutzliche Idioten=Steuerzahler, insbesondere Mittelschicht, die das System unfreiwillig finanzieren. Und es gibt Vermögens- und Schuldenberge - diese zwei Positionen müssen jetzt in Einklang gebracht werden.

Um weitere Schulden zu vermeiden muss die Geldschöpfung von den privaten Banken in die öffentliche Hand gelegt werden.

Dort wo diese Rechtmässig hingehört.

Die Regierungen müssen dezimiert werden, damit diese nicht noch mehr Schaden anrichten. Nur direkte Demokratie kann uns vor 'unseren Repräsentanten' schützen.

milko
00
5.10.2011, 03:11

... sprachlos
(aber gesprächsbereit)

Avatar
04
5.10.2011, 02:09

Hochwürden meint, bevor man die Reichen noch mehr besteuert, sollte man mal bei den 50% der Österreichern nachsehen, die gar keine Einkommenssteuer entrichten.

Mal abgesehen davon, dass diese 50% vielleicht gerade mal so viel Vermögen haben wie die obersten 0,1% des Landes (was an sich schon traurig ist), ist es vermessen von Familien mit 2 Kindern, die mit weniger als 25,000 Euro im Jahr auskommen müssen Steuern zu zahlen. Es geht hier um absolute Zahlen Herr Sorger. Lebensmittel und Lebensgrundlage ist auch nicht nach dem Steuersatz bemessen, sondern kostet einfach ein bestimmtes Vermögen. Aber ihr Argument wurde auch von vielen US-Republikanern gebracht als Reaktion auf die Buffet-Steuer.

Wie tief kann man menschlich eigentlich sinken?

VS.
05
5.10.2011, 01:34
Danke für Ihre Gnade, oh Feudalherr

"Nachdem alle ein Opfer gebracht haben", werden auch die Superreichen gnädig ein paar Euro beitragen, kündigt ihr Cheflobbyist an. Aber nur dann, schiebt er mit drohendem Zeigefinger nach, wenn er auch weiß, wofür sein Steuergeld verwendet wird!

Das zeigt den doppelten Größenwahn der Reichenlobby:
Zuerst streichen sie beinahe alles ein, was die Österreicher erwirtschaften. Zur Erinnerung: Seit 1994 stieg die Produktivität um 24%, die Reallöhne aber nur um 5,2% (AK-Zahlen). Die Differenz flossen direkt in die Tasche von IV & Co.

Dann kommt Sorger und glaubt, noch Bedingungen stellen zu können, als wär er Gesetzgeber u Regierung. Nicht nur Reiche, jeder u jede soll wissen, wofür die Steuern verwendet werden. Was ist das für eine Anmaßung?

J. R.
00
5.10.2011, 09:26

Leider ist er aber in gewissen Sinn Gesetzgeber und Regierung. Durch Zahlungen vorwiegend an die konservativen und Entsendung von Personal in div. Gremien hat die IV eine nicht unbeträchtliche Macht. Im Rahmen der ehemaligen Sozialpartnerschaft ist das soweit auch geregelt. Warum sich diese Herren in politische Entscheidungen drängen die Sie überhaupt nichts angehen ist mir ein Rätsel. Zum Hr. Sorger ist noch zu sagen dass er Geld aus der notleidenden Hypo getragen hat. Diese Summen müssen jetzt von den kleine Leuten aufgebracht werden. Gerade er sollte sich mit seine launigen Ratschlägen zurückhalten.

ibinswieda
 
05
4.10.2011, 23:34
Solidarbeitrag?

Entweder die sehr sehr vermögenden zahlen endlich ihren pflichtbeitrag zum erhalt unserer zivilisation, oder wir sind gezwungen.....sie zu enteignen.

santa fe
 
13
4.10.2011, 23:34

der einzig effiziente solidaritätsbeitrag der FI ist eine für das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN für alle

zweckgebundene finanztransaktionssteuer. anders sind die verluste, die sie jedem einzelnen staatsbürger durch reallohn- und sozialleistungs-kürzungen zugefügt hat, nicht abzugelten.

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