Apple stellt das iPhone 4S vor - Assistent hört aufs Wort

Schneller und mit 8-Megapixel-Kamera - iOS 5 und iCloud ab 12. Oktober

Apple hat am Dienstagabend das iPhone 4S enthüllt und den Release von iOS 5 und iCloud angekündigt. Das Design des neuen Apple-Handys hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht verändert. "Im Inneren", so verspricht Apple, "ist alles neu".

Speed-Upgrade

Das 4S ist damit vor allem ein Speed-Upgrade gegenüber dem iPhone 4, ähnliche wie das Upgrade des 3G-Modells auf das 3GS. Geblieben ist das Retina-Display und das Gehäuse mit Glas-Oberflächen an beiden Seiten. Im Inneren werkt nun jedoch der A5-Dual-Core-Prozessor des iPad 2, der doppelt so schnell ist wie der Vorgänger. Die Grafik soll laut Apple sieben Mal schneller als die des iPhone 4 arbeiten.

8-Megapixel-Kamera

Wie zuvor erwartet, wurde die Kamera-Auflösung auf 8 Megapixel hochgeschraubt. Dabei wurde nicht nur die Pixel-Anzahl erhöht, sondern auch der CMOS-Sensor überarbeitet. So soll die iPhone-Kamera nun eine bessere Belichtung, schärferen Kontrast, bessere Farben und auch Gesichtserkennung bieten. Die Kamera soll auch schneller auslösen - laut Apple soll das Handy für das erste Foto 1,1 Sekunden, für das zweite 0,5 Sekunden benötigen. Für Video-Aufnahmen in 1080p steht ein Bildstabilisator zur Verfügung.

Sprach-Assistent

Richtig lagen die Gerüchte-Blogs auch bei der Integration der Sprachfunktion von Siri. Apple gefällt offenbar der Gedanke Siri eine Persönlichkeit zu verleihen, so antwortet der Assistent etwa mit "Ich habe das für dich gefunden" und weist sich als "schlichter, persönlicher Assistent" aus, wenn danach gefragt, wer er ist. So gibt Siri iPhone-Besitzern Antworten auf konkrete Fragen wie "Wie spät ist es in Paris", oder "Werde ich heute einen Regenschirm brauchen?". Nutzer können ihrem Apple-Handy auch Befehle erteilen, beispielsweise "Weck mich morgen um 6 Uhr" um den Wecker zu stellen oder Abfragen, ob an einem Tag bestimmte Termine anstehen. Siri kann auch zur Web-Suche genutzt werden. Der Assistent funktioniert mit allen Apple-Apps und unterstützt zu Beginn Englisch, Französisch und Deutsch, allerdings nur am iPhone 4S.

Antenne überarbeitet

Die Antenne des Geräts, die beim iPhone 4 für Aufregung sorgte, soll nun eine bessere Leistung bieten. So kann das iPhone 4S zwischen zwei Antennen wechseln. Apple verspricht damit auch höhere Download-Übertragungsraten mit bis zu 14,4 Mbps im Download und gleichbleibende 5,8 Mbps im Upload im Vergleich zu maximal 7,2 Mbps bzw. 5,8 Mbps beim Vorgänger.

Akkulaufzeiten

Bei den Akku-Laufzeit gibt Apple acht Stunden Sprechzeit bei 3G an, sechs Stunden für Surfen über 3G und neun für Internet-Browsing via WLAN. Der Akku soll zudem zehn Stunden Video- und 40 Stunden Musik-Wiedergabe mitmachen.

Ab 28. Oktober in Österreich

Das iPhone 4S kommt in den USA, Kanada, Australien, Großbritannien, Frankreich, Japan und Deutschland am 14. Oktober auf den Markt. In den USA ist das Apple-Handy wie zuvor berichtet nicht nur bei AT&T und Verizon, sondern auch bei Sprint erhältlich. In 22 weiteren Ländern, darunter auch Österreich, kommt das neue Apple-Handy am 28. Oktober in den Handel. Die US-Preise mit Zwei-Jahres-Vertag betragen 199 Dollar für das iPhone 4S mit 16 GB Speicher, 299 Dollar für 32 GB und 399 Dollar für 64 GB. Das iPhone 3GS ist mit Vertrag kostenlos erhältlich, der Preis des iPhone 4 wird auf 99 Dollar reduziert. Die Euro-Preise wurde noch nicht genannt.

iOS 5 und iCloud ab 12. Oktober

Das Update auf iOS 5 wird ab 12. Oktober für iPhone 4 und 3GS, beide iPad-Modelle sowie den iPod touch der dritten und vierten Generation veröffentlicht. Die Features des neuen Systems wie ein neues Benachrichtigungssystem und iMessage hat Apple bereits im Sommer vorgestellt. Ebenfalls ab dem Zeitpunkt steht iCloud zur Verfügung, Apples neuer Backup-Dienst. Der Service bringt 5 GB kostenlosen Speicherplatz für iOS 5- und Lion-Nutzer, mehr Speicher kann hinzugekauft werden. iTunes Match, das die auf dem Rechner gespeicherte Musik-Sammlung eines Users mit iTunes-Titeln abgleicht und Stream, startet in den USA erst Ende Oktober.

Preis-Update bei der iPod-Familie

Ein kleines Update, zumindest was den Preis angeht, gab es auch in der iPod-Familie. Ab 12. Oktober ist der iPod touch auch in Weiß um 199 Euro für 8 GB, 299 Euro für 32 GB und 399 Euro für 64 GB erhältlich. Daneben hat Apple den Preis des iPod Nano gesenkt. Das 8 GB-Modell kostet nun 139 Euro, die 16 GB-Version kostet 159 Euro.

Kein iPhone 5

Die monatelangen Spekulationen, ob es nun ein iPhone 5, ein iPhone 4S oder beides geben wird, finden somit (für's erste) ein Ende. Das iPhone 4S hat das gebracht, was die Gerüchte-Blogs ihren Informanten zuvor entlocken konnten. Ein iPhone 5 mit "radikal neuem Design" hat das Unternehmen aus Cupertino hingegen nicht als "One more thing" aus den Taschen gezaubert. (Birgit Riegler/derStandard.at, 4. Oktober 2011)

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