Die Kommunen haben mehr als 90 Prozent ihrer Investitionen in Produkte verloren, die die Agentur mit der Bestnote geratet hatten
Sydney - Mehrere australische Städte verklagen die US-Ratingagentur Standard & Poor's wegen angeblich falscher Einschätzungen über Finanzpapiere. Die Kommunen hätten mehr als 90 Prozent ihrer Investitionen in Produkte verloren, die die Agentur mit der Bestnote AAA versehen hatte, teilte die Klägergruppe am Dienstag mit. Vor dem australischen Bundesgerichtshof klagt sie nach eigenen Angaben auf die Erstattung von 15 Mio. Australischen Dollar (10,73 Mio. Euro) plus Zinsen. Diesen Betrag hätten die 13 Städte aus dem Bundesstaat New South Wales binnen vier Monaten nach Kauf der Papiere im Jahr 2006 verloren.
Dies sei der erste Fall, in dem sich eine Ratingagentur für ihre Bewertung vor Gericht verantworten müsse, sagte John Walker, Sprecher des Unternehmens IMF Australia, das umfangreiche Gerichtsklagen finanziert. Auch in Europa und den USA seien Klagen gegen Agenturen anhängig. Die Papiere seien unreguliert und nicht von den Zentralbanken kontrolliert gewesen, aber mit einem Ausfallrisiko von unter einem Prozent beworben worden. Standard & Poor's sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Klage gegen die Muttergesellschaft McGraw-Hill sei aussichtslos. Die Agentur werde sich "energisch verteidigen". (APA)