EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou: "Ich bewundere unsere Lehrer wirklich"
Brüssel - Die Einstiegsgehälter für Lehrer sind in fast allen europäischen Ländern wenig attraktiv, wie ein am Dienstag veröffentlichter Bericht der EU-Kommission zeigt. Sie würden unter dem jeweiligen Bruttonationalprodukt pro Kopf liegen und sich im Laufe des Berufslebens auch nicht einmal verdoppeln, erklärte die EU-Kommission in Brüssel. Sofern Zahlen verfügbar wären, seien Lehrer am besten in Luxemburg, Dänemark und Österreich bezahlt, wenn man Einkommen und sonstige Zulagen zusammenzählt. Am schlechtesten bezahlt sind demnach Lehrer in Bulgarien und Rumänien.
58.000 Euro Gehalt in Österreich
In Österreich verdienen Lehrer laut dem Bericht in der Sekundarstufe im Jahr im Schnitt 57.663 Euro. Das Mindestgehalt für Volksschullehrer liegt demnach bei 27.135 Euro, in der Sekundarstufe reicht das maximale Bruttoeinkommen den Angaben zufolge bis zu 65.188 Euro. Über die Höhe von Zulagen macht der Bericht keine Angaben. In Luxemburg variiert das jährliche Lehrer-Durchschnittsgehalt zwischen brutto 88.315 Euro (Vorschule) und 101.471 Euro in der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, BMHS). Das Mindestgehalt liegt bei 63.895 Euro. In Bulgarien kommt ein Lehrer nur auf ein Jahresdurchschnittsgehalt von umgerechnet 4.271 Euro, geht aus dem Report hervor.
Gehalt unter Durchschnitt
In allen EU-Ländern mit Ausnahme von Deutschland, Spanien und Portugal liegen die Bruttogehälter von Lehrern unter dem Durchschnitts-BIP pro Kopf. Nur in Zypern, Portugal und Rumänien könnten Lehrer im Laufe ihres Berufsleben ihr Gehalt verdoppeln. Zulagen fetten die Lehrer-Gehälter dem Bericht zufolge vor allem in Dänemark (Durchschnitt bei 61.804 Euro), Griechenland (22.817 Euro), Finnland (44.775 Euro) und England (35.580 Euro) auf.
"Ich bewundere unsere Lehrer wirklich", sagte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou. Es sei notwendig, die besten Studienabsolventen zu ermuntern, um im Lehrberuf zu bleiben. Die Gehälter und Arbeitsbedingungen hätten Priorität, um die Lehrtätigkeit an Schulen weiter attraktiv zu halten. (APA)