"Hinterhältige Demagogen belügen den Westen, Russland, die Serben im Kosovo und die Bürger Serbiens"
Belgrad - Der ehemalige serbische Regierungschef Zoran Zivkovic hat mit den Politikern seines Landes abgerechnet. "Die hinterhältigen Demagogen belügen den Westen, Russland, die Serben im Kosovo und die Bürger Serbiens", kritisierte Zivkovic in einem Kommentar für die Belgrader Zeitung "Danas" (Dienstag).
"Weder Kosovo noch die EU - das ist die wahre geheime Strategie unserer verdorbenen politischen Elite", behauptete Zivkovic, der als Nachfolger des ermordeten Regierungschefs Zoran Djindjic von 2003 bis 2004 Ministerpräsident war.
Die serbischen Politiker wollen nach Darstellung von Zivkovic trotz aller Lippenbekenntnisse zur EU nicht näher an Brüssel heranrücken: "Sie fürchten die EU wie der Teufel das Kreuz, weil in einem ordentlich eingerichteten europäischen Serbien es für sie nur Platz im Gefängnis, in der psychiatrischen Klinik und bestimmt auf dem Misthaufen der Geschichte gibt."
Der vorgebliche Kampf um das von Serbien abgefallene Kosovo sei nichts anderes als politische Taktik, behauptete der 50-jährige Politiker weiter: "Weil sie sich ausbleibenden Investitionen ebenso gegenübersehen wie einer riesigen Arbeitslosigkeit, einem kolossalen Haushaltsdefizit und einer massiven Abwanderung der Jungen und Gebildeten, haben sie sich entschlossen, das alte und bewährte Thema wiederzubeleben - die Verteidigung Kosovos." (APA)