"Mut zu Reformen"

ÖVP signalisiert Unterstützung

4. Oktober 2011, 12:49

Seniorenbund-Obmann Khol zur Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters: "Ein Jahr ist zu wenig" - Wissenschaftsminister: Forderung trägt wichtigen Aspekten Rechnung - SPÖ und Grüne dagegen

Der Vorschlag von Katharina Cortolezis-Schlager, Wissenschaftssprecherin der ÖVP, zur Finanzierung der Universitäten findet Anklang in der ÖVP. Die Abgeordnete hatte gefordert, das faktische Pensionsantrittsalter um ein Jahr anzuheben und mit dem gewonnenen Geld auch die Unis zu finanzieren. Pro Jahr bringe das eine Milliarde Euro, die zweckgewidmet werden soll, forderte die Wissenschaftssprecherin.

Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle reagiert vorsichtig positiv auf die Forderung: "Der Vorschlag der ÖVP-Wissenschaftssprecherin trägt zwei wichtigen Aspekten Rechnung: Zum einen dem Reformbedarf bei den Frühpensionen, zum anderen dem zusätzlichen Finanzierungsbedarf der Hochschulen", sagt er zu derStandard.at.

"Mut zu Reformen"

Hannes Rauch, Generalsektretär der ÖVP sagt zu derStandard.at: "Wir als ÖVP setzen uns dafür ein, in wichtige Bereiche wie zum Beispiel Bildung, Wissenschaft und Forschung zu investieren, statt das Geld der Steuerzahler in veralteten Strukturen versickern zu lassen. Vor allem im Bereich Frühpensionen haben wir dringenden Handlungsbedarf - das ist unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern."

Fakt sei, so Rauch: "Steigt das faktische Pensionsantrittsalter nur um ein Jahr, sparen wir eine Milliarde Euro ein. Es braucht daher Mut zu Reformen."

Zwei statt nur einem Jahr

Andreas Khol, Obmann des Seniorenbundes, geht sogar noch einen Schritt weiter, was die Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters betrifft. Es soll um zwei Jahre angehoben werden, nicht nur um eines, fordert er im Gespräch mit derStandard.at: "Ein Jahr ist zu wenig."

Auch Khol ist dafür, den Universitäten mehr Mittel zukommen zu lassen. Er fürchtet aber, dass es nicht so einfach sein wird, das Modell von Cortolezis-Schlager, die eine Zweckwidmung gefordert hat, umzusetzen. "Wir bräuchten für die Umwidmung der Pensionsversicherungsbeiträge ins Staatsbudget eine Verfassungsbestimmung", so Khol, "auch die Opposition müsste mitstimmen."

"Verständliche Forderung"

Sebastian Kurz, Integrationsstaatssekretär und Vorsitzender der Jungen ÖVP, ist auf jeden Fall dafür, das faktische Pensionsantrittsalter anzuheben. "Frühpensionen sind bei uns die Regeln, nicht die Ausnahme, das muss sich ändern", heißt es aus dem Büro des Staatssekretärs. Das faktische Pensionsantrittsalter müsse so weit wie möglich nach oben angehoben werden.

Zum Vorschlag von Cortolezis-Schlager, das Geld den Unis zukommen zu lassen, heißt es: "Die Forderung ist verständlich aus Sicht einer Wissenschaftssprecherin." 

SPÖ für vermögensbezogene Steuern

Aus der SPÖ kommt eine Absage. "Ich bin strikt dagegen, dass man Generationen gegeneinander ausspielt", so SP-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl zur APA. Kuntzl wirft Cortolezis-Schlager vor, sie vermenge "Dinge, die miteinander nichts zu tun haben". Aufgrund der Probleme am Arbeitsmarkt im Gefolge der Wirtschaftskrise müsse die Politik zudem bei Änderungen beim Pensionsantrittsalter "sehr vorsichtig sein. Es gibt nicht endlos passende Jobs, weder für Junge noch Alte".

Die interessantere Perspektive sei die Einführung vermögensbezogener Steuern auf europäischem Niveau, so Kuntzl. "Hier gibt es gewisse Hoffnung, nachdem ja offensichtlich in der ÖVP ein bisschen Bewegung eingetreten ist." 

"Studierende als Sündenböcke"

Auch der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, kritsiert den Vortsoß von Cortolezis-Schlager: "Nun müssen Studierende, Lehrende und Forschende auch noch als Sündenböcke in der Diskussion um die Anhebung des Pensionsalters herhalten." In seinen Augen hat der Vorschlag nur einen Zweck: "Politisches Kleingeld zu machen." Cortolezis-Schlager schüre den Generationenkonflikt und spielt den Universitäten einen weiteren schwarzen Peter zu."Mit diesem unausgegorenen Vorschlag hilft Cortolezis-Schlager niemandem und beschwört maximal Verteilungskämpfe herauf", sagt Grünewald. (Rosa Winkler-Hermaden, APA, derStandard.at, 4.10.2011)

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21 Postings
Absurdio
00
6.10.2011, 09:41
Ablenkungsmanöver Vermögenssteuer

Ich habe auch eine Idee: Alle bestehenden Pensionen auf das Niveau der ASVG-Pension senken. Anhebung der Vermögenssteuern auf EU-Niveau. Anhebung der Abgabenlast auf das Niveau von Arbeitnehmern (42 Prozent). Und Redeverbot (Pappnhaltenverordnung) für alle Pensionskürzer, deren Pension in einem Jahr höher ist, als Arbeitnehmer in mehreren Jahren durch Arbeit verdienen. Der schwearze Kohl hat schon vergessen was er von 2000-2005 mit seinen blauen Freunden angerichtet hat. Alleine dafür müsste er mit seiner Pension haften. Schön ist, dass wir gut sehen können, auf welcher Seite die so genannte "Volkspartei" und ihre blauen Brüder stehen.

Karin Stadler2
01
5.10.2011, 00:13
Ja, bin auch sehr dafür, dass die ÖVP endlich den Mut

zu Reformen zeigt, namentlich bei der eigenen Klientel, den Beamten.

Und die Kohl-Pension können wir auch gleich ordentlich kürzen. Weiss jemand wieviel er hat? Informierte Schätzung? Dafür kann man dann einige ältere Langzeitarbeitslose finanzieren.

mml1
00
5.10.2011, 07:43
Keine Angst. Wenn die ÖVP Unterstützung signalisiert....

...wird das nach den nächsten Wahlen die Unterstützung einer 10% - Partei sein.

Erich Sevcik
00
5.10.2011, 14:58
Pension von Kohl

Kohl war ja Nationalratspräsident, da hat er ein höheres Gehalt als der Bundespräsident, davon kriegt er ca. 80 %, also monatlich ca. € 20.000.-

lanz1
 
00
5.10.2011, 04:11
kohl mister wichtig!!!

die pensionen auch fuer die jungen sichern, sagt er genauso wie der blecha charly. welche jungen meinen sei? diejenigen, welche 2 jahre nun laenger arbeiten sollen!!!

mml1
00
5.10.2011, 07:40
Also man kennt doch die beiden Dummschwätzer schon aus ihrer "aktiven" Zeit. Derlei Äußerungen können sie leicht machen, weil sie damit ihr Klientel, d.s. ja die, die schon in Pension sind, damit nicht verkraulen.

Mich ärgert bei all diesen opportunistischen Statements diese so unglaublich dümmliche, eindimensionale Betrachtung. Man muss das doch bitte immer aus systemischer Sicht sehen. Wenn man z.B. das 1:1 umsetzt sitzen doch (teilweise berufsunfähige) Altakademiker 2 Jahre länger auf den Posten von noch mehr nachdrängenden dynamischen Uniabsolventen. Die Folge kann doch nur eine höhere Akademikerarbeistlosigkeit oder ein Abgleiten der Jungakademiker in inadäquate Jobs, die sie wiederum Nichtakademikern wegnehmen, sein; uswuswusw. All diese "Weisen" sollten sich Mal mit Systemtheorie und dann mit dem System selbst beschäftigen bevor sie den Mund aufmachen und in der verzweifelten Hoffnung, den freien Fall der Umfragewerte zu bremsen, Unsinn reden

K1981
00
4.10.2011, 20:39
Taten statt Worte

Liebe Politiker,
tust endlich mal etwas anstatt nur große Worte zu jonglieren.

Bei eurer Bezahlungen und euren personellen Ressourcen darf man sich ja wohl was von Anfang bis ende durchdachtes erwarten. Ihr werdest von uns Steuerzahlern finanziert und das wirklich mehr als fürstlich. als gebts gas!

Helenos
03
4.10.2011, 19:57

Wir sollten alle Pensionen um durchschnittlich 10% senken (niedrige Pensionen weniger, "Kohl" Pensionen mehr), danach hat Österreich einen ausgeglichenen Haushalt und Spielraum für Zukunftsinvestitionen.

K1981
01
4.10.2011, 20:44

Gute Idee. Aber warum ASVGler schröpfen, wenn die politbonzen 10mal mehr Pension bekommen? die können doch 30% abtreten. selbiges gilt für horrende beamtenpensionen.

Helenos
00
5.10.2011, 07:16

durchschnittlich 10%, das wäre natürlich für ASVGler um einiges weniger als bei Politbonzen.

Cellabe
00
4.10.2011, 18:03
Also dieser "Generationenvertrag" ist schon eine

tolle Sache.

Unsere vergoldeten Oberschmarotzer a la Khol, die die den Karren in den Dreck gefahren haben, diktieren die Regeln.

Bald reichts mir, verdammt noch mal!

Walter Kaiser.
11
4.10.2011, 16:37
Seniorenbund-Obmann Khol zur Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters: "Ein Jahr ist zu wenig"

Khol ist schon in Pension, oder?

mml1
00
4.10.2011, 19:11
Und trotz seiner Invalidität (irgendeine Kopfsache) konnte er arbeiten.

Besserwisser
00
4.10.2011, 18:19
Sell woll.

Karl Krieger
10
4.10.2011, 15:53
1. höheres faktisches Pensionsantrittsalter

2. Studiengebühren
3. Zugangsbeschränkungen

ALLE müssen beitragen!

Säure- und hitzebeständiges Archaebakterium
06
4.10.2011, 15:42
In Alterspension gehen die Menschen mit annähernd 62 Jahren (Männer).

Und was verbirgt sich hinter "Frühpension"? Beinahe alle Frühpensionistinnen und -pensionisten gehen in Frühpension wegen Krankheit.

Keine Frage, dass die Menschen länger gesund bleiben müssen, erst dann können sie länger arbeiten!

Zudem: Es gibt kaum Arbeitsplätze für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer!

Eines ist sicher: Die ÖVP wird weder die Sorgen der Menschen beseitigen können noch die Aufgaben im Bildungsbereich, im Gesundheitswesen oder beim Arbeitsmarkt lösen können.

Man sollte die gesamte ÖVP in Frühpension schicken...

mml1
00
4.10.2011, 19:17
Naja, nur das kapieren Eindimensionaldenker natürlich nicht. Das schau ich mir an, was folgende Fälle arbeiten sollen;

Ein 50-jähriger Dachdeckermeister leidet an Arthritis urica mit fortgeschrittener Gelenkdeformation und drohendem Nierenversagen...eine 59-jährige Putzfrau an einer Urticariavaskulitis mit Zeichen von systemischer Vaskulitis...ein 55-jähriger Maurer an einem inkompletten Bandscheibenprolaps...ein 46-jähriger Mittelschullehrer nach einem apoplektischen Insult an irreversibler Hemiparese und Aphasie...eine 52-jährige Juristin an einer therapieresistenten endogenen bipolaren Affektstörung, was nach persistrierendem Verlauf zu massiver Somatisierung und Konzentrationsschwäche auch in euthymen Phasen geführt hat...ein 56-jähriger kaufmännischer Angestellter an Idiopathischem Parkinson-Syndrom komorbid mit rezidivierender depressiver Störung....

da Novak
01
4.10.2011, 14:23
? Umwidmung ?

"Wir bräuchten für die Umwidmung der Pensionsversicherungsbeiträge ins Staatsbudget eine Verfassungsbestimmung", so Khol

=> das Pensionssystem wird jährlich aus dem Bundeshaushalt bzw. aus bundesweiten Sonderbudgetgruppen bezuschusst - da braucht es exakt keiner Verfassungsbestimmung, die diese Bezuschussung reduziert. Beispiel: Der Familienlastenausgleichsfonds darf aufgrund höchst diskutabler Pensionsansprüche die PVA jählich mit über 700 Mio (!!!) füttern.

lieschen müller4
07
4.10.2011, 12:54

Khol macht sich immer wieder Sorgen,dass seine weit überhöhte Politikerpension gekürzt werden könnte,wenn die Leute zu früh in Pension gehen.Der Balkonmupped sollte mit der gesamten Altherrenriege die in letzter Zeit ständig den Mund aufreisst,endlich dorthin gehen wo der Pfeffer wächst.

Karin Stadler2
00
5.10.2011, 00:22
Ich denke, seine Pension liegt im 5stelligen Bereich.

Weiß jemand näheres?

Ich frage mich, was es eigentlich noch braucht bis der Volkszorn so richtig hochkommt..

lieschen müller4
00
5.10.2011, 01:14

Genau weiß ich es auch nicht,aber er hat sicher die Politikerpension alt wie Schüssel und das sind um die 15.000,-- was ihm die ÖVP direkt zahlt kommt vielleicht noch dazu.
Der Volkszorn ist sicher schon entsprechend hoch nur sind die Ö viel zu lethargisch und träge um den irgendwo rauszulassen.Ist aber vielleicht auch nicht ganz schlecht,wer will schon brennende Häuser oder Autos,das ändert doch auch nichts.

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