Jagdsitz von Präsidentschaftanwärter trug laut "Washington Post" kontroversiellen Namen
Washington/Wien - Der texanische Gouverneur und
republikanische Präsidentschaftsanwärter Rick Perry sieht sich
Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Laut einem Bericht der "Washington
Post" trägt der seit drei Jahrzehnten im Besitz der Familie Perrys
befindliche Jagdsitz in Texas den rassistisch konnotierten Namen
"Niggerhead". Der Republikaner habe auch ein auf einen Felsen an der
Einfahrt der Ranch gepinselten Namenszug lange Jahre unverändert
gelassen. Perry dementierte die Berichte. Die Familie habe den Namen
des Jagdsitzes bei seinem Erwerb geändert und den Felsen übermalt.
In den Medien brach auf die am Wochenende kolportierten Vorwürfe
eine Kontroverse aus. So kritisierte der prominente
Schwarzen-Aktivist Al Sharpton den Gouverneur von Texas als
gleichgültig gegenüber rassistischen Beschimpfungen. "Im schlimmsten
Fall war es etwas, womit er sich identifizieren oder worüber er sich
ironisch lustig machen konnte." Im besten Fall sei es unsensibel
gegenüber Afro-Amerikanern gewesen, sagte Sharpton.
Auch von Parteikollegen Perrys gab es Kritik. Sein Gegenkandidat
um die republikanische Nominierung, der schwarze Politiker Herman
Cain, sagte dem Sender "Fox News", es gebe "keine gemeinere,
negativere Bezeichnung" als das "N-Wort". "Dass er es so lange dort
stehen hat lassen, bis er, wie ich höre, darüberstreichen ließ, ist
einfach nur unsensibel gegenüber den Schwarzen in diesem Land",
erklärte Cain.
Perry ist einer der Favoriten im Vorwahlkampf um die Nominierung
als Präsidentschaftskandidat der Republikaner. Die Verwendung des
rassistischen Ausdrucks "Nigger" gilt in den USA als inakzeptabel und
wird in den Medien oft als "N-Wort" umschrieben. (APA)