A la carte serviert den Köchen Bestnoten

3. Oktober 2011, 17:55
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Kritik wird man im Restaurantführer wie bisher schon kaum finden, insgesamt dürfen sich elf Köche über die Höchstnote freuen

Wien - Mit dem A la carte 2012 wurde Montag der erste, traditionell vor den Mitbewerbern erscheinende, nationale Restaurantführer präsentiert. Wie bisher schon wird man Kritik darin kaum finden - wer die Besprechungen durchliest, muss zum Glauben kommen, dass Österreich vielhundertfach mit fantastischen, geradezu perfekten Wirten gesegnet ist.

Silvio Nickol und Simon Taxacher sind neu im Klub

Als bester Koch von allen hat sich wieder Heinz Reitbauer vom Steirereck erwiesen. Insgesamt dürfen sich elf Köche über die Höchstnote (fünf Sterne) freuen, unter ihnen sorgt eine Punktewertung für graduelle Abstufungen. Neu im Klub sind Simon Taxacher vom Rosengarten in Kirchberg/Tirol und Silvio Nickol vom Wiener Palais Coburg. Zumindest vorläufig (Gault Millau und Falstaff publizieren ihre 2012er-Guides erst) darf auch der des Plagiats bezichtigte Walter Eselböck vom Taubenkobel aufatmen: Die Tester glaubten ihm ungeschaut, dass er das Konzept eines Luxusrestaurants in Stockholm nur "in Details" kopiert habe, und vergaben - vielleicht als Ermunterung an Kollegen - noch einen Punkt mehr als im Vorjahr.

Generell fällt auf, dass individuelle Gerichte und charakteristische Speisenfolgen nur noch in Ausnahmefällen, meist bei einfachen Wirtshäusern, Eingang in die Kritik finden dürfen, während hochklassige Betriebe nur mittels wolkig-abstrakter Wortgirlanden beschrieben werden.

Der Guide ist ab sofort um 25 Euro im Buchhandel erhältlich. (corti; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.10.2011))

  • Neu im Klub der Fünf-Sterne-Köche: Silvio Nickol vom Wiener Palais Coburg
    foto: david payr/palais coburg

    Neu im Klub der Fünf-Sterne-Köche: Silvio Nickol vom Wiener Palais Coburg

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