Schmidinger will nicht, dass Unis selbst Studiengebühren festlegen und einnehmen - "Das ist Sache des Staates"
Salzburg - "Ausgesprochen unglücklich" über den Studiengebühren-Vorschlag von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) ist Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg. Der Minister will den einzelnen Universitäten selbst überlassen, ob und wie viel Studiengebühren sie einheben wollen. Laut Schmidinger geht es dabei zu viel um Ideologie und Emotion, "es ist Sache des Staates, für die Finanzierung der Unis zu sorgen".
"Prinzipiell halte ich Studiengebühren aber für gut und richtig. Wenn es ausreichend Studienförderungsprogramme gibt, die verhindern, dass sozial Schwächere ausgeschlossen werden, dann sind Gebühren sozial vertretbar. Sie führen dazu, dass Studenten aus reichen Familien sowie die ausländischen Studenten ihre Beiträge leisten", argumentierte Schmidinger, der seit 2002 im Amt ist und sich in der kommenden Woche der Wahl für den Vorsitzenden der Universitätenkonferenz (uniko) stellen wird.
"Kapazitäten sind begrenzt"
Viel dringender als die Frage nach Studiengebühren aber sei die Frage nach Zugangs-Regelungen. "Selbst wenn das Paradies ausbrechen und uns das Finanzministerium mit unerschöpflich viel Geld ausstatten würde, bräuchten wir Regulierungen, weil die Kapazitäten begrenzt sind. Daher sind Obergrenzen unverzichtbar. Sonst lockt man die Leute in eine Falle. Sie gehen an eine Universität, die dann nicht halten kann, was sie verspricht", sagte der Rektor. Mit Eignungstests wie sie an Sport- an Kunst-Unis ohnehin üblich sind, habe man auch an der Publizistik und der Psychologie gute Erfahrungen gemacht.
An der Universität Salzburg werden insgesamt rund 17.000 Studenten von 238 Professoren und 1.600 Lehrenden ausgebildet. Im Durchschnitt aller Studienrichtungen stammen zwischen 20 und 30 Prozent der Studenten aus Deutschland. Spitzenreiter ist die Psychologie, hier sind 89 Prozent der Studenten Deutsche.
"School of Education" entsteht
In der kommenden Vier-Jahres-Periode des Rektorats ist ein neues Laborzentrum im Stadtteil Itzling geplant. Dafür habe die Stadt ein Grundstück und Bund und Land je vier Mio. Euro bereitgestellt. Die Eröffnung ist für Frühjahr 2014 geplant. Weiters ist eine "School of Education" im Entstehen, in der die Pädagogische Hochschule, die Universität Mozarteum und die Universität die Lehrerausbildung reformieren wollen. Seit Montag ist der neue Uni-Park Nonntal in Betrieb. (APA)