Arzt-Patient

Eine Beziehung auf Augenhöhe?

3. Oktober 2011, 11:48

Die Vision der Sommerakademie lebens.werkstatt:gesundheit: Eine liebevolle und menschliche Medizin

Wien - Oft bleiben nach einem Arztbesuch viele Fragen offen und das Gefühl nicht wirklich individuell behandelt und informiert worden zu sein. Ein aufrichtiges und verständliches Gespräch auf Augenhöhe könnte daran vieles ändern. Bei der lebens.werkstatt:gesundheit! diskutierten über 100 Teilnehmer aus dem Gesundheitsbereich über Möglichkeiten der Veränderung des medizinischen Alltags und arbeiteten an Visionen einer menschlichen und l(i)ebenswerteren Medizin.

Die Sommerakademie wurde von der JungmedizinerInneninitiative EINHERZ organisiert und fand heuer zum ersten Mal auf dem Gelände des Otto-Wagner Spitals statt. An fünf Tagen arbeiteten die Teilnehmer in Impulsvorträgen, Workshops und in Projektgruppen an der Vision einer liebevollen, menschlichen Medizin. Gesprochen wurde über Themen wie „Fragen zu gesundem Leben, die uns alle angehen", „Nachhaltigkeit und Fortschritt in der Medizin" oder „Humor als Lebensphilosophie".

Medizin mit Liebe 

Die Initiative EINHERZ - Gemeinschaft für Medizin mit Liebe - wurde Anfang 2008 von engagierten Medizinstudenten in Wien gegründet und wächst zu einer internationalen Plattform für all jene heran, die das Gesundheitswesen aktiv (mit)gestalten wollen. (red)

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11 Postings
tropfenzähler
01
4.10.2011, 10:38
MedizinstudentInnen

"Die Initiative EINHERZ - Gemeinschaft für Medizin mit Liebe - wurde Anfang 2008 von engagierten Medizinstudenten in Wien gegründet"

Frauen sind da auch dabei, übrigens:

http://www.einherz.at/02_UEBER_... 0_team.php

und eine Beziehung auf Augenhöhe kann unter der Voraussetzung, dass PatientInnen meistens im Bett liegen (im Krankenhaus) und ÄrztInnen bei Visiten meistens stehen, nicht stattfinden. Da müssten sich ÄrztInnen mal auf Augenhöhe der PatientInnen "herunter begeben" oder sich zumindest mal dieser "Augenhöhedifferenz" bewusst werden...

accuser
01
3.10.2011, 18:02
Es gibt tatsächlich präpotente, überhebliche Gfraster unter den Ärzten.

Im Allgemeinen habe ich aber nur Ärzte, die einem gerne und verständlich Ihre Gedanken und Diagnosen erklären, wenn man einfach kurz und interessiert nachfrägt. Manche sind sogar richtig interessiert an meiner beruflichen Tätigkeit und fragen dann weiter nach.

Bei wertschätzendem und respektvollem Umgang mit dem Arzt habe ich üblicherweise recht gute Erfahrungen mit dessen Reaktion gemacht. Ich persönlich fühle mich jedenfalls zumeist gut behandelt (menschlich) - allenfalls fachlich habe ich hin und wieder Zweifel an der Kompetenz einzelner. Das allerdings wird es in jedem Berufsfeld immer geben.

Dem sei hinzugefügt, dass das alles gutbesuchte Kassenärzte sind und keine sieveringer Privatkliniken, dafür fehlt mir das Geld.

Diskussion
01
4.10.2011, 06:16

Ich habe dieselben Erfahrungen gemacht. Die meisten ärzte bemühen sich um verständliche und umfassende Informationen- was fauch aus rechtlichen gründen notwendig ist.
Wenn man etwas nicht verstanden hat, sollte man nachfragen- ansonsten erweckt man den Eindruck, man habe keinen weiteren Informationsbedarf. Wenn sich Fragen erst nach Beendigung des Gesprächs ergeben, kann man ja einen neuen Termin vereinbaren bzw. seinen festen Hausarzt fragen.

Etwas Eigenverantwortung kann man einem Patienten schon zumuten.

uhrzeitkrebs
11
4.10.2011, 00:16

Lebenslänglich suchen wir einen guten Arzt, aber wir haben keinen guten Arzt

Chocoholic
10
3.10.2011, 16:01
Mir hat einmal ein Arzt erklärt, dass wenn er zu menschlich denken würde,

Wenn er Patienten behandelt, könnte er nichts tun, was ihnen weh tut oder er würde sehr unter dem Leiden der Patienten leiden. Dass kann man sicher ändern, aber ich glaube, dass es bei vielen Medizinern der Grund ist, warum sie sich erst gar nicht auf ihre Patienten einlassen können ...

fertigprodukt
02
3.10.2011, 16:22

komisch. nicht-kassenärzte können das aber!

Chocoholic
11
3.10.2011, 19:49
Das halt ich für richtig, haben die doch mehr Zeit, da sie mehr verrechnen können.

Ds ist es auch leichter, sich abzugrenzen. Oder man schmeichelt einfach mehr. Ich gehe nur zu Ärzten, die das können, alle anderen interessieren mich nicht.

fertigprodukt
00
5.10.2011, 12:56

scheiß zwei klassen medizin.

horsti
13
3.10.2011, 13:25
es wuerde ja schon reichen

wenn der Herr Professor und seine gesamte Umwelt nicht der Ueberzeugung waeren, dass man des blede Patientengfrast auch als solches "behandeln" muss.
Kann man nicht irgendwann im Medizinstudium erwaehnen, dass es nicht weh tut, mit seinen Mitmenschen menschenwuerdig umzugehen. Und nein, es ist keine entweder-oder Frage (entweder hoeflich oder brillianter Chirurg).

Hosenträgerträger
00
4.10.2011, 16:11
Da gibt's eine Umfrage...

Unser Ethik-Prof. hat das damals so zitiert:
"Die Studenten haben noch hohe moralische Ansprüche... Aber kaum sans amol Assistenzärzte, fohrn's üba de Patienten drüba und scheißn de Schwestan zaum."
Es wird schon gesagt, dass man keine a-priori-Begründung hat, arrogant und unhöflich zu sein.
Nur müssten sich die Leute das halt auch zu Herzen nehmen.

Diskussion
03
4.10.2011, 06:20

Ich bin noch nie im Leben an einen Arzt geraten, der seine Patienten als "blede Grfaster" behandelt hat. Und ich habe es immer mit Kassenärzten zu tun gehabt!
Ich habe noch nie Ärzte als "Götter in Weiss" betrachtet und bin auch nie in Ehrfurcht erstarrt, sondern habe mich immer als gleichberechtigte Partnerin in der Behebung eines Problems (meine Krankheit) gefühlt und auch so verhalten.

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