Saisonauftakt in Europa erstmals mit Vanek

3. Oktober 2011, 10:28
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Sabres gastieren in Hel­sin­ki und Berlin - Nödl zuletzt angeschlagen, Grabner mit Top-Vertrag - Washington und Vancouver für Fachmagazin wieder die Favoriten

Wien - Zum fünften Mal startet die nordamerikanische Eishockey-Liga NHL auch in Europa in die neue Saison. Erstmals ist dabei auch ein Österreicher nahe der Heimat zu sehen. Thomas Vanek gastiert mit den Buffalo Sabres in Finnland und Deutschland. Am Freitag (19.00) treffen die Sabres in Helsinki auf die Anaheim Ducks, am Samstag (20.00) in Berlin auf die Los Angeles Kings. Vanek und seine Kollegen absolvieren am Dienstag (19.30) in Mannheim gegen die dortigen Adler ihr letztes Testspiel.

Gerne hätte Vanek auch in Österreich gespielt. Und nicht nur er. Doch dass die Sabres nicht in Wien zu sehen sind, hat finanzielle Gründe, meinte Vanek. "Die Spielergewerkschaft wollte in Wien spielen, aber da hätten sie Verlust gemacht", erzählte der Steirer. Denn die SAP-Arena in Mannheim mit einem Fassungsvermögen von 13.600 Zuschauern lässt höhere Einnahmen zu als die Halle in Wien-Kagran mit Platz für 7.000 Besucher.

Das erste Bully der Saison fällt aber in Amerika. Am Donnerstag empfängt Stanley-Cup-Sieger Boston Bruins die Philadelphia Flyers. Ob der Wiener Andreas Nödl bei den Flyers einläuft, ist allerdings offen. Nödl, der im Sommer seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, musste in der Vorbereitung wegen einer  Leistenzerrung pausieren und hat auch die letzten Testspiele auslassen müssen.

Grabner am Samstag

Der Kärntner Michael Grabner eröffnet die Saison mit den New York Islanders am Samstag mit dem Heimspiel gegen die Florida Panthers. Grabner hat bei den Islanders nach einer sensationellen Rookie-Saison für 15 Millionen Dollar um fünf Jahre verlängert.

Buffalo, das sich mit den Verteidigern Robyn Regehr und Christian Ehrhoff sowie Stürmer Vielle Leine hochkarätig verstärkt hat, gilt ebenso als Bank auf den Aufstieg ins Play-off wie die Flyers, die einen großen Umbau hinter sich haben. Philadelphia gab unter anderem Kapitän Mike Richards und Top-Torjäger Jeff Carter ab, holte dafür unter anderem den 39-jährigen Altstar Jaromir Jagr nach drei Jahren in Russland zurück in die NHL. In der Vorbereitung hat Jagr mit vier Toren und zwei Assists in drei Spielen überzeugt. Die Islanders rechnen sich Chancen aus, erstmals seit 2007 wieder ins Play-off zu kommen.

Das Fachmagazin "The Hockey News" sieht die Favoriten so wie im Vorjahr in Washington und Vancouver beheimatet. Die Capitals aus Washington haben sich im Tor mit Thomas Vokoun verstärkt und setzen darauf, dass Superstar Alexander Owetschkin seine mit Abstand schlechteste NHL-Saison vergessen machen will. Der Russe, der in den Jahren davor stets zwischen 46 und 65 Tore erzielt hatte, traf "nur" 32-mal, also so oft wie Vanek und zweimal weniger als Grabner.

Pittsburgh Penguins hoch im Kurs

In der Eastern Conference wird auch den Pittsburgh Penguins viel zugetraut, die ebenfalls auf ein Comeback ihres Superstars hoffen. Sidney Crosby musste wegen einer im Jänner erlittenen Gehirnerschütterung seither pausieren. Der kanadische Olympiasieger will aber bald zurück aufs Eis. Crosby trainiert schon mit der Mannschaft, aber noch ohne Körperkontakt. Boston zählt ebenfalls zu den Favoriten, auch wenn seit den Detroit Red Wings 1998 keinem Club eine Titelverteidigung gelungen ist.

Im Westen wird den Vancouver Canucks zugetraut, für das Mutterland des Eishockey den Stanley-Cup-Fluch zu beenden. Seit den Montreal Canadiens hat keine kanadische Mannschaft mehr die begehrte Trophäe gewonnen. In der vergangenen Saison hat die Canucks nur noch ein Sieg vom Stanley-Cup-Triumph getrennt, doch Boston drehte die Finalserie noch. Die San Jose Sharks, Chicago Blackhawks und Los Angeles Kings werden ebenfalls hoch gehandelt.

Seit der Einführung der Gehaltsobergrenze (salary cap) im Jahr 2005 sind die Prognosen allerdings sehr schwierig geworden. Zehn verschiedene Mannschaften haben in den sechs Jahren seither das Finale erreicht. Der "salary cap" wurde auch heuer wieder erhöht. Die Clubs dürfen nun maximal 64,3 Mio. US-Dollar an Gehälter für ihre Spieler ausgeben und müssen mindestens 48,3 Mio. US-Dollar in ihre Profis investieren.

Ein schon traditioneller Saison-Höhepunkt ist das "Winter Classic", ein Spiel unter freiem Himmel zu Jahresbeginn. Diesmal empfangen die Flyers am 2. Jänner die New York Rangers im 43.500 Zuschauer fassenden Citizens Bank Park von Philadelphia. Das "Winter Classic" wird zum fünften Mal ausgetragen (seit 2008) und wurde vom Magazin "Forbes" zum besten neuen Sportevent des vergangenen Jahrzehnts bestimmt.(APA)

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    Vanek kommt.

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