Klimaforschung in Grönland

Aufwändige Eiskern-Bohrung war ein Reinfall

3. Oktober 2011, 10:28

Schichten des Bohrkerns wurden zu Beginn der jüngsten Zwischeneiszeit durch Eisbewegungen durchmischt und damit unbrauchbar

Kopenhagen - Eine aufwändige Eiskern-Bohrung dänischer Wissenschafter in Grönland hat sich als Fehlschlag erwiesen. Laut einem Bericht des dänischen Forschungsmagazins "Ingeniøren" waren die Schichten des zutage geforderten Bohrkerns just an der entscheidenden Stelle zu Beginn der jüngsten Zwischeneiszeit (Riß/Würm-Interglazial, Eem-Warmzeit) durch Eisbewegungen und Einfluss von Schmelzwasser durchmischt und somit unbrauchbar.

Ziel der vergangenen Sommer vorgenommen Forschungsbohrung war es, die Klimaentwicklung während der Zwischeneiszeiten im Detail zu untersuchen. Die dänischen Forscher wollten herausfinden, ob es während der vorübergehenden Wärmeperiode vor über 100.000 Jahren ähnlich sprunghafte Veränderungen gab, wie beim mittlerweile durch andere Studien belegte, extrem raschen Ende der letzten Eiszeit.

Nächster Versuch 2015

Schuld an dem Fehlschlag der Bohrung dürften laut den Forschern ungenaue Radarmessungen des grönländischen Inlandeises gewesen sein. Die Messungen waren die Grundlage für die Auswahl jener Stelle, an der gebohrt wurde. Die Forschergruppe um Jörgen Peder Steffensen vom Eis- und Klimazentrum der Universität Kopenhagen peilt nun eine neuerliche Bohrung für das Jahr 2015 an - mindestens 50 Millionen Kronen (6,72 Mio. Euro) sind dafür notwendig. (red/APA)

Uniquin
 
51
3.10.2011, 18:46

um 7 mio euro kann man gut 3 km durch gestein bohren, ich frag mich warum das bischen eisbohren so teuer ist -vermutlich gutes fördergeld?

Marvin Lasky
07
3.10.2011, 20:58
Abgesehen vom Aufwand für eine valide wissenschaftliche Kernbohrung...

...Felsen gibt's überall, den Inlandseissockel von Grönland gibt's nur im Inneren von Grönland. Dorthin gibt's keine Auto- oder Eisenbahn. Jede Schraube, jedes Teil muss tausende Kilometer antransportiert werden...die Bohrkerne müssen aufwendigst gekühlt und tausende Kilometer zurücktransportiert und jahrelang gekühlt aufbewahrt werden. Sonst noch Fragen?

Protonenzerquetscher
04
3.10.2011, 19:22

Eisbohrungen sind immer schonende Kernbohrungen, sodass der Bohrkern erhalten bleibt. Bei allen anderen Bohrungen wird mit dem Kern nicht besonders schonend Umgegangen. Außerdem kommt noch die Kühlung dazu, usw.

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