Schichten des Bohrkerns wurden zu Beginn der jüngsten Zwischeneiszeit durch Eisbewegungen durchmischt und damit unbrauchbar
Kopenhagen - Eine aufwändige Eiskern-Bohrung dänischer Wissenschafter in Grönland hat sich als Fehlschlag erwiesen. Laut einem Bericht des dänischen
Forschungsmagazins "Ingeniøren" waren die Schichten des zutage geforderten
Bohrkerns just an der entscheidenden Stelle zu Beginn der jüngsten
Zwischeneiszeit (Riß/Würm-Interglazial, Eem-Warmzeit) durch Eisbewegungen und
Einfluss von Schmelzwasser durchmischt und somit unbrauchbar.
Ziel der vergangenen Sommer vorgenommen Forschungsbohrung war es, die
Klimaentwicklung während der Zwischeneiszeiten im Detail zu untersuchen. Die
dänischen Forscher wollten herausfinden, ob es während der vorübergehenden
Wärmeperiode vor über 100.000 Jahren ähnlich sprunghafte Veränderungen gab, wie
beim mittlerweile durch andere Studien belegte, extrem raschen Ende der letzten
Eiszeit.
Nächster Versuch 2015
Schuld an dem Fehlschlag der Bohrung dürften laut den Forschern
ungenaue Radarmessungen des grönländischen Inlandeises gewesen sein. Die
Messungen waren die Grundlage für die Auswahl jener Stelle, an der gebohrt
wurde. Die Forschergruppe um Jörgen Peder Steffensen vom Eis- und Klimazentrum
der Universität Kopenhagen peilt nun eine neuerliche Bohrung für das Jahr 2015
an - mindestens 50 Millionen Kronen (6,72 Mio. Euro) sind dafür notwendig. (red/APA)