Anrainer befürchten zur "Zielscheibe" zu werden
Ankara - Tausende Menschen haben in der Türkei gegen den geplanten Bau eines Frühwarn-Radars des geplanten NATO-Raketenabwehrsystems demonstriert. In Kürecik im Südosten des Landes gingen am Sonntag rund 5000 Demonstranten gegen die Pläne auf die Straße, in dem Ort ein Radar des Abwehrschildes zu errichten, wie der türkische Fernsehsender NTV am Montag berichtete. In Reden warfen sie der regierenden AKP-Partei vor, den "imperialistischen" Plänen der USA nachgegeben zu haben. Die Anrainer befürchten, der Bau des Radars könnte sie zu "Zielscheiben" machen.
Die Türkei hatte Anfang September angekündigt, dass sie bis Jahresende ein erstes Element des geplanten neuen Raketenabwehrsystems der NATO in Betrieb nehmen werde. Dabei soll es sich um ein Frühwarnsystem auf Radarbasis zur Abwehr von Mittelstreckenraketen beispielsweise aus dem Iran handeln. Teheran hatte in den vergangenen Jahren vermehrt die Entwicklung neuer Waffen verkündet, die Meinungen über die technologischen Fähigkeiten des Iran gehen unter Experten allerdings auseinander. (APA)