Zahnarztphobie

"Keine Angst, es tut nicht weh"

Sophie Niedenzu, 3. Oktober 2011, 15:16
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    foto: apa/georg hochmuth

    Den Mund weit aufgerissen, fühlen sich viele Menschen dem Zahnarzt ausgeliefert.

Gut gemeinte Worte, die in aller Regel die Angst vor dem Zahnarzt noch schüren - Wird das Problem zur Phobie, dann hilft eine Verhaltenstherapie

Bekommen eingesperrte Ratten und Hunde einen Elektroschock verpasst, dann reagieren sie panisch. Können sie weglaufen, dann sind sie weniger gestresst. Bei Menschen ist das nicht anders: „Allein das Wissen, dass die Möglichkeit eine negative Situation zu verändern existiert, macht die Situation bereits weniger schlimm", meint Anne Schienle, klinische Psychologin und Neurowissenschafterin an der Uni Graz. Selbstbestimmung ist für Menschen wie Tiere wichtig. Fehlt diese, fühlen sie sich bedroht. 

Die Situation beim Zahnarzt ist vergleichbar mit der im Käfig: Sie ist unkontrollierbar. Auf dem Zahnarztstuhl sitzen, Mund weit aufreißen und dabei beobachten, wie ein Arzt den Bohrer zückt und die Assistentin den Sauger aufdreht, bringt viele Menschen ins Schwitzen. Ein einziger Gedanke beherrscht diese unentrinnbare Lage: Wann ist es endlich vorbei? 

Jeder fünfte Österreicher bekommt Schweißausbrüche und Herzklopfen in der zahnärztlichen Praxis und hat diese Symptome negativen Erlebnissen in der Kindheit zu verdanken. „Das kann von gezogenen Zähnen, Plomben und Behandlungen ohne Spritzen, bis hin zu einem Festhalten am Zahnbehandlungsstuhl reichen", so Schienle. Manchmal geben Eltern ihre Angst auch ungewollt an ihre Kinder weiter. Gut gemeinte Äußerungen wie „Es tut nicht weh" schüren nur Panik.

Von der Angst zur Phobie

Einige Zahnärzte haben sich deshalb bereits auf Angstpatienten spezialisiert, bieten ausführliche Gespräche an, spielen Musik im Hintergrund und benutzen leise Bohrer. Andere setzen auf Prävention, laden Schulklassen ein und zeigen den Kindern die Praxisräume und Instrumente. 

Wird der Zahnarztbesuch ganz aus dem Kalender gestrichen, dann spricht man von einer Zahnbehandlungsphobie - vier Prozent leiden unter diesem unkontrollierbaren Phänomen und nehmen sogar schmerzhafte Löcher in den Zähnen in Kauf. 

„Berufliche Schwierigkeiten können für Patienten der Anstoß sein, dass sie sich therapieren lassen", erklärt Schienle, wie das optische Erscheinungsbild zum Problem werden kann. Manchmal sind es scheinbar andere Erkrankungen, die den Weg zum Zahnarzt nicht länger ersparen, denn kranke Zahnherde können streuen und in anderen Körperregionen zu Entzündungen führen.

Konfrontation mit der Angst

Hilfe gegen die Phobie verspricht eine Verhaltenstherapie. Der Patient tastet sich über die Betrachtung von Bildern und das Begreifen der Instrumente langsam an die tatsächliche Behandlung heran. Parallel dazu erlernen die Patienten eine Entspannungstechnik, wie das autogene Training.

Gerade diese Konfrontation mit der Angstsituation wird von Männer und Frauen unterschiedlich verarbeitet. Eine von Anne Schienle durchgeführte Untersuchung mittels EEG hat ergeben, dass bei Frauen, die mehr zum Vermeiden und Aufgeben neigen, die Aktivierung im vorderen Bereich des Gehirns weniger ausgeprägt ist als bei Männern, die ihre Aufmerksamkeit eher auf die Schmerzen lenken. Kurzfristig ist eine Ablenkung zwar wirksam, langfristig eine fokussierte Aufmerksamkeit, zu der Männer schneller tendieren, aber erfolgversprechender. 

„Sind die Patienten soweit, ist eine Zahnreinigung der erste konkrete Schritt", erklärt Schienle den weiteren Behandlungsverlauf. Um die Kontrolle wieder zu erlangen, lernen die Betroffenen ihre Ängste mitzuteilen, damit der behandelnde Arzt auch darauf eingehen kann. Fühlt sich ein Patient beispielsweise unwohl, dann kann er den Zahnarzt mit Handzeichen darauf aufmerksam machen. Dadurch kann der Betroffene die Situation selber beeinflussen, und allein diese Möglichkeit hilft ihm, den Arzt nicht mehr als Bedrohung zu sehen. (derStandard.at, 03.10.2011)

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NickKnarrkarton
00

Finde ich ja "wunderbar", daß den Leuten eine Phobie eingeredet wird, wenn jemand mit Baumarkt-ähnlichen Instrumenten ihre Zähne verstümmelt. Der Begriff ZahnHEILkunde ist überhaupt der größte Widerspruch in der Medizin, hier geht es in erster Linie ums abkassieren, weil heilen kann einen Zahn kein einziger Zahnarzt - das könnte nur der Patient, in dem er z.B. Chlorhexidin und Xylit anwendet und vor allem auf zuckerhältige Getränke verzichtet. Bakterien + Zucker + Zeit = Karies. Karies ist eine Infektionskrankheit - die Angst vor Behandlung und Kosten keine Phobie, sondern völlig normal, der Zahnpsychologe und Hypnoseguru eine angenehme Nebeneinnahmequelle - bei einer Bronchitis schnippelt man auch nicht an den Atemorganen herum.

Charlie Schuster
03
18.10.2011, 09:22

Ich finde es sehr Aufmerksam von Zahnärzten/Psychologen das diese solch eine Therapie anbieten, so dass Menschen mit dieser Phorbie auch die Möglichkeit haben ihre Zahnbehandlung zu bekommen. Andererseits wird diese Behandlung wahrscheinlich sehr teuer werden und es wird sie sich nicht jeder Leisten können.
Ich selber wäre dafür wenn diese Behandlung auch an Spitälern angeboten wird, und diese dann kostenlos ist.

Hanna Zoder
00
18.10.2011, 09:31

Also ich bin fast Ihrer Meinung aber wenn es wirklich bei Spitälern angeboten wird, würde es nie kostenlos sein. : D

jumpingjack flash
02
5.10.2011, 09:17

warum kann man überkronungen nicht ins krankenkassenbudget übernehmen? zumindest teilweise?
einen zahn mehrmals plombieren, wurzelbehandeln, wurzelspitzen wegnehmen zahlt die kasse - wär da das frühere überkronen nicht besser um zähne darunter gesund zu halten?
und es würde geld im land bleiben, denn viele fahren wie amn auch hier liest ins ausland und lassen zähne dort versorgen.

Zitronenbaum
00
5.10.2011, 11:08

Ja, da wäre ich auch dafür. Ich bekomme demnächst eine Krone, da bei meinem wurzelbehandelten Zahn schon zwei kleine Stücke abgebrochen sind und die Gefahr besteht, dass der Zahn ganz zerbricht. Das gemeine ist, dass sich erst 23 bin und ich diesen Zahn noch so lange wie möglich behalten will.
Ins Ausland zu fahren ist für mich aufgrund meiner allgemeinen Angst vor Ärzten keine Option, da es mir bei Ärzten, an die ich mich bereits gewöhnt habe, deutlich besser geht. Wenn wenigstens ein Teil der Kosten übernommen werden würde, wäre das einmal ein guter Anfang. /:

jumpingjack flash
00
5.10.2011, 22:45

ja, es ist auch ziemlich ungerecht - wenn sie eine schiefe hüfte haben - bekommen sie vom röntgen bis zur operation und gelenk alles auf kasse -wenn sie ein schiefes kiefer haben, chronische schmerzen im kiefergelenk und viele kronen benötigen heist es - selber zahlen oder weiterleiden.....

pox vobiscum
01
4.10.2011, 18:10
Brrrr

Bitte kann man dieses grausliche Spritzenbild endlich von der Startseite wegtun!!!

Rafflesia
 
00
4.10.2011, 15:09

Bei einem meiner früheren Zahnärzte hing ein Poster aus den 1900ern im Wartezimmer: "Schmerzfreie Zahnbehandlung mit Kokain."
Das war die gute alte Zeit...

h 90
00
5.10.2011, 04:59

ein Naserl fuer den Arzt, ein Spritzerl fuer den Patienten und beide sind happy.

Igypop83
03
4.10.2011, 14:03
Meine Zahnärztin ist ne heiße Schnecke. Da muss ich keine Angst haben ;)

Renquist
02
4.10.2011, 12:23
ohne spritze

ruf ich beim zahnarzt nichtmal an !

Alexander Sommer
03
4.10.2011, 10:40
frage an zahnärzte

Jedesmal, wenn ich in Ungarn (Sopron) bin, bekomme ich, falls ich Spritzen bekomme, auch ein Anästhektikum auf die Einspritzstelle. Wodurch ich dann keine Schmerzen habe.

Es hat noch kein einziger Zahnarzt in Wien die Einstichstelle lokal betäubt. Jeder drückt hier die Nadel rein, womit es dann mal gleich mein Gesicht vor schmerz verzieht.

Wieso? Ist so eine Bedeutbungsflüssigkeit so teuer? Ich wurde in Wien auch noch nie gefragt. Nadel, Stich und Schmerz scheint Usus zu sein. wieso?!

Zitronenbaum
00
5.10.2011, 11:10

Als Kind war ich mal bei einem Zahnarzt, der hat mir erst den Mund mit einem Gel betäubt, bevor er mir die Spritze gegeben hat.
Vor einem Jahr war ich in Wien bei meinem jetzigen Zahnarzt, der hats zwar auch mit einem Gel versucht, aber entweder wars nur zu kurz drauf, oder es war zu wenig betäubend, aber mir hat die Spritze so weh getan, dass ich laut geschrien hab. Normalerweise muss ich nicht schreien, wenn mir was weh tut. DD:

pox vobiscum
00
4.10.2011, 18:14

Ich spüre nie etwas (bin aber nicht in Wien).
Die Spritze enthält ja ein Anästhetikum, ich glaube, der Arzt müsste nur anfangs etwas davon in die Schleimhaut spritzen und die Nadel langsamer einstechen.

marty fink
00
4.10.2011, 12:42
Ich spür die Nadel nie, ist das nötig?

h 90
00
4.10.2011, 12:27

Wahrscheinlich dauert das zu lange fuer Kassenpatienten.

Club-der-dichten-Toten
00
4.10.2011, 12:18
Es hat noch kein einziger Zahnarzt in Wien die Einstichstelle lokal betäubt.

Meine macht das auch. ;-)
Wobei, die beiden ersten Male bei der Wurzelbehandlung hat sie das noch nicht gemacht, da hab' ich aber die Spritze kaum gespürt.

RS69
 
00
4.10.2011, 13:28

Ich kenn das nur von den Kindern - möglicherweise ist das etwas, wonach man fragen muss, wiel sie sonst bei Erwachsenen nicht dran denkt.

Club-der-dichten-Toten
00
4.10.2011, 13:59

Wie geschrieben, ich habe "Angst" in meiner Patientenakte drin stehen, das sieht sie jedesmal, wenn ich im Stuhl sitze auf ihrem Monitor. Vielleicht hilft das ja auch schon ;-))

RS69
 
00
4.10.2011, 15:02

Dann ist es gut, wenn sie's macht.

Mir hat vor Jahren der Zahnarztwechsel geholfen. Seither ist es unangenehm (ich hab auch immer vergleichsweise aufendige Sachen zu machen, wenn ich dort bin), aber ich fühle mich in guten Händen.

Rafflesia
 
00
4.10.2011, 11:50

In der Ordination von Dr. Festenburg und seinen Mit-Ärzten ist das Routine.

h 90
01
4.10.2011, 12:34

Kasse oder Privat?
Ich hab generell bemerkt, dass wenn man so wie ich nicht krankenversichert ist und privat zahlt. Dann noch die Sozialversicherungsnummer nicht weiss (sicherheitshalber) und dann wenns es nicht ordentlich verbuchen koennen meint, man braucht eh keine Rechnung und zahlt bar.
Dann ist die Behandlung auch in Oesterreich sehr nett (Zahnarzt nicht probiert). Kein Arzt ist sich zu gut einen Hunderter ohne Mwst zu nehmen und dann noch ein Jaukerl gratis herzugeben. Spart auch den Weg in die Apotheke, weil auf einmal hat er alle Medikamente als Gratis Aerztemuster.
Warten gibts auch keines und der Dr. hat Zeit zum Tratschen auch wenn die Oma im Warteraum inzwischen mumifiziert.
Aber eigentlich traurig.....

Cesarus55
01
4.10.2011, 21:15

also Zahnarzt würde ich generell als privatarzt einstufen. weil 80 prozent der leistungen zahlt eh nicht die krankenkasse.

Rafflesia
 
00
4.10.2011, 14:49

Ich bin Kassenpatientin.

RS69
 
00
4.10.2011, 22:16

Die Kasse hat doch sicher nicht Ihre Implantate bezahlt?

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