Kein Freibrief für Gefälligkeit

2. Oktober 2011, 19:22
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"Krista Hauser - Kulturjournalistin und Dokumentarfilmerin": Auf unspektakuläre, aber eindringliche Weise erinnert dieses Buch an eine Fernsehzeit, da journalistisches Ethos nicht mit Pathos verwechselt wurde

Ja genau: Es war einmal. Und es war einmal schön. Fernsehen nämlich, Künstlerporträts am zweiten Hauptabend, Kunstsendungen nicht zu nachtschlafener Zeit: Mittel- bis höhergradige Wehmut, wenn man sich in Erika Wimmers Porträt über Krista Hauser vertieft. Und dabei Einblicke in den Journalismus, vor allem aber in das österreichische Kunstschaffen seit den 1970er-Jahren gewinnt.

Sei es zunächst als Kulturchefin der Tiroler Tageszeitung, sei es später, als ORF-Kulturredakteurin und Dokumentarfilmerin: Was sie uns berichtete und vor allem wie, ist klug, kompetent und respektvoll gegenüber den Künstlern, ihren Werken - und dem Publikum. Hauser, geboren im Oktober 1941, wusste um die Macht der Bilder und Worte.

"Die Journalistin Hauser wollte", schreibt Autorin Wimmer, "dass ihre Beiträge gut lesbar waren, auch für Leute, die sich nicht primär mit Kunst und Kultur befassten. Ein Freibrief für Gefälligkeit oder gar Oberflächlichkeit war dies trotzdem nicht."

Auf unspektakuläre, aber eindringliche Weise erinnert dieses Buch an eine Fernsehzeit, da journalistisches Ethos nicht mit Pathos verwechselt wurde. (Andrea Schuria, DER STANDARD; Printausgabe, 3.10.2011)

  • Erika Wimmer, "Krista Hauser - Kulturjournalistin und Dokumentarfilmerin." Studienverlag 2011
    foto: verlag

    Erika Wimmer, "Krista Hauser - Kulturjournalistin und Dokumentarfilmerin." Studienverlag 2011

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