Rechtsextreme hetzen gegen Roma

2. Oktober 2011, 18:40

Rede über "Zigeunerisierung" des Landes - weiter gespannte Lage in den Städten nach Ausschreitungen

Sofia/Istanbul - Der Staatschef und der Premierminister haben ihre gegenseitige Antipathie für einen Augenblick vergessen und gemeinsam zu Toleranz und Ruhe aufgerufen. Die aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten, die später in diesem Monat Georgi Parwanow im Amt nachfolgen wollen, taten dasselbe. Sogar die orthodoxe Kirche hat ihr traditionelles Schweigen gebrochen. Doch eine Woche nach den pogromartigen Ausschreitungen gegen Roma in mehreren Städten Bulgariens kommt das Balkanland nicht zur Ruhe.

An die hundert Sympathisanten rechtsgerichteter Parteien verlangten am Sonntag den Rücktritt von Innenminister Zwetan Zwetanow und prügelten sich vor dem Ministerium in Sofia mit den rasch herbeigeeilten Polizisten. Am Samstag wechselten sich in der bulgarischen Hauptstadt Protestmärsche und Solidaritätsbekundungen mit der Roma-Minderheit ab.

Wolen Siderow, Präsidentschaftskandidat und Führer der rechtsextremen Partei Ataka, bezeichnete in einer Rede vor dem Präsidentenpalast die "Islamisierung" und die "Zigeunerisierung" als die eigentlichen Probleme Bulgariens. Siderow, der bei den Präsidentenwahlen vor fünf Jahren noch in die Stichwahl gekommen war, verlangte den Abriss der Roma-Ghettos in den Städten und die Wiedereinführung der Todesstrafe. Präsidenten- und Kommunalwahlen sind am 23. Oktober.

Unter Leitung des amtierenden Staatschefs Parwanow trat am Samstag - eine Woche nach dem Ausbruch der Gewalt im Land - der nationale Sicherheitsrat zusammen. Parwanow rief zu einem "Ende der Sprache des Hasses" in Politik und Medien auf. Regierungschef Boiko Borissow nahm in der Sitzung die Polizisten gegen Vorwürfe in Schutz, zu spät bei den Krawallen eingegriffen zu haben, die in einem Dorf außerhalb von Bulgariens zweitgrößter Stadt Plovdiv begonnen hatten. "Das Kapitel ist geschlossen", erklärte Borissow zudem.

In dem Dorf Katunitsa war am 23. September ein 19-jähriger Bulgare nach Zeugenaussagen vorsätzlich von einem der Gefolgsleute des Roma-Bosses Kiril Rashkow alias "Zar Kiro" überfahren worden. Hooligans zündeten daraufhin Rashkows Häuser in Katunitsa an. Schlägergruppen marschierten in den folgenden Tagen in Roma-Siedlungen in mehreren Städten, rund 350 Personen wurden verhaftet. (Markus Bernath, DER STANDARD, Printausgabe, 3.10.2011)

Kommentar posten
15 Postings
masterpiece
14
4.10.2011, 13:32
wer einmal mit den gipsys zu tun hatte... kann die abneigung nachvollziehen..

I. O.
00
4.10.2011, 19:54
und...

wer einmal mit den Nazis zu tun hatte... kann die abneigung nachvollziehen..

masterpiece
01
4.10.2011, 23:38
ohne zweifel...

Arbeiter
04
3.10.2011, 13:30
Unlängst in Ö1 hörte ich den Satz "Roma Kinder werden am Schulbesuch gehindert".

Vorher war die Rede von mangelnden Schulsachen und Kleidung, mit der sich die Roma Kinder schämen müssten, wegen der Armut. Dann der kryptische Satz "...und wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, werden sie vielfach am Schulbesuch gehindert". Ich war so lästig, beim Moderator und der Gastdame nachzufragen, WER denn die Romakinder am Schulbesuch hindere. Mein Bohren und die undeutliche Antwort ließen mich zum Schluss kommen, die eigene Roma Gesellschaft vereitelt den Schulbesuch. Also muss erst diese pc Hürde der Verlogenheit und Tatsachenverschleierung überwunden werden, damit künftige Generationen Hoffnung haben.

Viel Platz zwischen blau und grün!!
114
3.10.2011, 08:53
Wer die Rechtsextremen unterstützen will,...

...der muss nur ganz pc behaupten, das Zusammenleben mit Roma wäre in Wahrheit total einfach, und die Probleme würden nur von Hetzern herbeigelogen. Das funktioniert garantiert.

Wer tatsächlich seine Realitätsverweigerung ablehnen will, der möge bitte für ein paar Tage Urlaub in einem dieser zweigeteilten Dörfern in der Slowakei machen, und die Realität erleben.
Meine Verwandten leben in so einem Dorf, und es ist nicht lustig.

Arbeiter
07
3.10.2011, 10:22
Es dürfte von der EU verordnet sein, dass wir glauben müssen,

"Diskriminierung und Ausgrenzung" seien die Ursachen des Elends derer, die wir Roma nennen müssen, auch wenn es keine sind. Schade. Immer neue Generationen von Kindern werden in diese aussichtlosen Verhältnisse hineingeboren. Aus den Berichten derer, die Sachinformationen bringen, komme ich zum Schluss, dass die katastrophalen Regeln in der Roma-Gesellschaft selbst zum Großteil die Ursache sind und diese Gesellschaft fundamental geändert werden muss.

die naive
02
3.10.2011, 11:25

Richtig! Der Knackpunkt war und ist, dass sich nach wie vor viele Vertreter dieser Kultur seid langer Zeit schlicht und einfach weigern, ihren Lebensstil - sie haben ein sehr altes Clan-System - zu verändern.

Igor Gassner
05
3.10.2011, 07:42
Wunderbar der Qualitätsjouranalismus

In katunittsa protestierten die Bewohner anfänglich auch die ROMA denn der Unterweltkönig Za Kiro ist bei niemandem beliebt. Es fanden Ausschreitungen statt von Tausenden Menschen unter ihnen waren auch Hooligans die die Situation ausnützten ob sie anzündeten ist nicht bekannt.

Johannes Benn
16
2.10.2011, 22:47
.

manche behaupten ja diese probleme seien immer nur konstruiert, erfunden, suendenbock etc. wie waere es eigentlich wenn man einmal in einem land, zum beispiel bulgarien, einen anderen plan verfolgt, das heißt allen bulgarischen roma ermoeglicht in andere europaeische laender oder nach indien einzuwandern, allen anwesenden muslimen in die tuerkei oder wo sie halt hin wollen. wenn die bulgaren dann immer noch probleme machen sind sie es selbst schuld, wenn sie es dann zufrieden sind sollte das zu denken geben

pago1
101
2.10.2011, 20:54
hat jetzt die fpö expandiert

diekleinefurie
57
2.10.2011, 20:51

Bericht über die elenden Zustände im von Roma dominierten PLOWDIW-STOLIPINOWO:

http://www.derwesten.de/staedte/d... 29251.html

Und hier über die Zustände, die nach dem Zuzug von Roma in DORTMUND und DUISBURG herrschen:

http://www.derwesten.de/nachricht... sburg::rut

http://www.derwesten.de/staedte/d... 89257.html

http://www.derwesten.de/nachricht... 97604.html

http://www.derwesten.de/staedte/d... 93499.html

I. O.
00
4.10.2011, 20:00
Von eine Elend

in die andere Elend.... :-(

Hofzwerg
115
2.10.2011, 19:10
hat unsere grosspartei vom rechten lager da unten einen abenteuer urlaub gemacht?

vieleicht hat die europäische rechte da unten nur seminare abgehalten.
was ist das nur für eine "rechte " welt
der eine legt bomben , die anderen verbieten baraden und wieder andere machen haz auf ausenseiter.
alle hassprediger, egal links,rechts religiös gehören ,gerichtlich,die gelbe karte gezeigt und dann die rote.
leider schauen wir normbürger zu lange zu und erst wenn es fast schon zu spät ist machen wir vieleicht einen aufschrei.
man kann eine gesellschaft daran messen ,wie sie mit miderheiten umgeht.

more more
02
3.10.2011, 07:28

Tja, dabei wäre es so einfach.
Man bräuchte nur die zugrunde liegenden Realprobleme lösen und schon hätten die Hetzer keine Argumente mehr.

Rahoul
00
3.10.2011, 00:40

Abenteuerurlaub zwar nicht, aber es hat sich schon mal jemand ein Bild von der Lage gemacht:
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/d... 30,1196554
Wohlgemerkt: In einer der größten Städte Bulgariens! In den "Romadörfern", wo wir "Normbürger" (wie Sie es nennen) keinen Fuß hineinwagen, ist die Lage NOCH dramatischer...

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