30.000 demonstrieren gegen Sparpaket

2. Oktober 2011, 18:19
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    foto: epa/owen humphreys

    Hungry? Eat the rich! - Tausende demonstrieren gegen drastisches Sparprogramm.

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    Der Zorn der Demonstranten richtet sich gegen den britischen Premier Cameron.

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Anlässlich des Tory-Parteitages in Manchester - Koalitionsregierung hat drastisches Sparprogramm vorgelegt

Manchester - Am Rande des Tory-Parteitags in Manchester haben am Sonntag Zehntausende Menschen gegen die Sparpolitik der britischen Regierung demonstriert. Rund 30.000 Menschen zogen durch die nordwestenglische Stadt, in der die konservativen Tories von Premierminister Cameron ihren viertägigen Parteitag begannen.

Unter den Demonstranten waren zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, etwa Beamte, Lehrer und Feuerwehrleute, aber auch Angestellte aus dem Privatsektor. Zu dem Protestmarsch hatte der Dachverband der Gewerkschaften aufgerufen. "Konservative, raus!" skandierten die Demonstranten, während sie am Veranstaltungsort des Parteitags vorbeizogen. Auf Transparenten standen Sprüche wie "Manchester, eine Stadt vereint gegen Einschnitte" und "Er muss weg", womit Cameron gemeint war.

Die Koalitionsregierung aus Liberaldemokraten und Konservativen hatte im vergangenen Jahr ein drastisches Sparprogramm vorgelegt, mit dem bis 2015 die hohen Staatsschulden deutlich verringert werden sollen. Das Vorhaben umfasst Rentenkürzungen im öffentlichen Dienst und die Streichung von mehr als 300.000 Stellen in dem Sektor in den kommenden vier Jahren.

Gegen das Sparprogramm hatte es Ende Juni einen 24-stündigen Generalstreik gegeben, für den 30. November ist ein weiterer Streik geplant. Cameron hatte im Mai 2010 die Labour-Regierung abgelöst. (APA)

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Peacefaktor
04
3.10.2011, 21:40
Übrigens:

In Portugal haben am Samstag 180 000 Menschen gegen die Regierung und das Sparpaket demonstriert, und zwar gemeinsam mit der Polizei, die auch massiv von den Einsparungen betroffen ist.
Habe im Standard nichts über Portugal gefunden, obwohl die Zahl von 180 000 eigentlich ganz ordentlich ist...(deshalb schreib ich es hier zu diesem Artikel)
http://www.youtube.com/watch?v=s... r_embedded

Josef Speckbacher
01
3.10.2011, 15:12
... man sollte gegen Großbritannien sofort ein Wirtschaftsboykott verhängen

... so wie gegen Syrien! Die schlagen Ihre Demonstranten, die nichts anderes als Demokratie und Protestfreiheit leben! Übrigens in Syrien waren es weniger Demonstranten!

Victor Lustig
70
3.10.2011, 14:31
"...öffentliche Bedienstete, Beamte, Lehrer, Feuerwehrleute..."

LSDBlue
01
4.10.2011, 08:48

und? Brauchen wir die etwa nicht?

Peter Widzky
02
3.10.2011, 16:21
ah...

du unterrichtest deine kinder selbst und löscht dein haus im alleingang...

lagrangian
82
3.10.2011, 14:03

es gibt einiges, dass an den tories zu kritisieren ist, nicht aber ein sparprogramm, von dem sich jeder andere europ. staat (außer vielleicht luxemburg) was abschauen kann.

Herr und Frau Österreicher
 
07
3.10.2011, 14:18

Ich weiß nicht, warum die Leute es nicht kapieren, dass niemand eine Freude an einem Sparprogramm hat, das einen selbst wegspart!
Das muss ja dem/der noch so ideologisch beschränkten Neoliberalen einleuchten!

lagrangian
62
3.10.2011, 14:32

bei einem sparprogramm geht's ja nicht um freude. ich versteh allerdings nicht, wieso die leute gleich die revolution ausrufen. man lebt jahrzehntelang über seine verhältniss, ändert das endlich und macht die notwendigen (auch schmerzlichen) einschnitte und wieso zum teufel geht man demonstrieren, wenn endlich einiges richtig gemacht wird?

Der Nicknamelose
01
4.10.2011, 19:29
"ein Sparprogramm, von dem sich jeder europ. Staat was abschauen kann"

Was denn? Etwa weiterer Sozialabbau und infolgedessen Massenarmut? Oder Massenentlassungen aus dem ohnehin schon völlig überlasteten Staatsdienst? O ja, was Altersarmut und Arbeitslosigkeit betrifft kann sich Österreich von Großbritannien was abschauen!

lagrangian
20
5.10.2011, 05:56

Der Staatsdienst ist nicht überlastet. Er hat sich nur zu viel Aufgaben, die ihm eigentlich gar nicht zustehen, an sich gerissen.

Der Nicknamelose
01
5.10.2011, 16:23

Was sind das denn für Aufgaben, die der Staatsdienst an sich gerissen hat? Etwa Sozial- und Gesundheitspolitik? Gerade die soll man ihrer Ansicht nach doch am allerbesten den kapitalistischen Großkonzernen überlassen, nicht wahr?

lagrangian
20
6.10.2011, 07:52

zb weite teile des gewerbeR, verkehrsthemen, div. baurechtl. vorschriften, drogenthemen, uvm.

Der Nicknamelose
01
6.10.2011, 18:58
Genau,

ist doch eh viel besser, wenn das Baurecht gleich von den Baukonzernen geregelt wird! Und das Gewerberecht und der Verkehr muss schließlich auch von den zuständigen Firmen geregelt werden. Und überhaupt: Wie kommt der Staat nur dazu, Maßnahmen gegen Drogen (Prävention und Ausstieg) zu ergreifen? Sofort alles streichen!

lagrangian
10
7.10.2011, 08:20

ja, da kann man gleich polemisch werden...

baurecht entrümpeln - es muss nicht jeder sch* genehmigungspflichtig sein!
es muss nicht jedes sch* gewerbe genehigungspflichtig sein!
es muss im verkehr nicht jeder sch* geregelt sein (zb: tempo, einbahnen für radlingers grundsätzlich offen - mit nachrang!)
drogen (nicht alle!) freigeben, legal verkaufen, steuern drauf!

ja, das geht wirklich! der staat muss sich nicht überall de**ert einmischen.

Der Nicknamelose
00
8.10.2011, 11:23
Darum geht es überhaupt nicht

bei diesem Sparpaket. Es geht darum, dass die Regierung den Staatsdienst in gerade den wichtigen Themen (Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik) komplett ruiniert. Das zieht dann weitere Verschlechterungen beim Schulsystem und dem sozialen Netz nach sich. Auch das ohnehin schon unglaublich schlechte britische Gesundheitssystem soll natürlich noch weiter abgebaut werden. Aber die Reichen und Banken dürfen dabei sicher nicht höher besteuert werden. Das ist schließlich die Klientel, die von der Conservative Party beschützt wird und wegen deren Milliardenverlusten es dieses Sparprogramm überhaupt gibt! Doch so ist das halt im herrschenden System: Die Armen müssen immer ärmer werden, damit die Reichen immer reicher werden.

Ernst Guevara
03
3.10.2011, 22:40
über die verhältnisse gelebt?

deshalb werden zb auch die wenigen verbliebenen jugendzentren geschlossen und schulbeihilfen für sozial schwache familien gestrichen, gell? und deshalb wurde nach den riots auch von konservativer seite vorgeschlagen, ganze familien aus den sozialwohnungen zu schmeissen, weil der sohn oder die tochter ein paar turnschuhe geklaut hat. alles ein klarer fall von "über die verhältnisse leben".

lagrangian
20
4.10.2011, 05:24

Ja, wenn der Staat endlich nicht mehr Geld ausgeben will, dass er nie hatte, wird's dort auch Einschnitte geben müssen.

Ernst Guevara
01
4.10.2011, 08:55
was heisst hier "auch"?

es sind NUR die sozial schwachen, die der staat bluten lässt und ausserdem liegt es in der natur der sache, dass einsparungen vor allem jene besonders hart treffen, die ohnehin nix haben. für die äusserst wichtige rettung der banken hat auch der britische staat reichlich steuergelder zu verpulvern.

lagrangian
20
4.10.2011, 15:57

Ja, von einer Bankenrettung haben nunmal alle was.

"Auch" ist schon das richtige Wort.

Peacefaktor
03
3.10.2011, 19:59
Hören wir doch endlich damit auf zu behaupten, wir hätten über unsere Verhältnisse gelebt:

In den letzten 30 Jahren ist der Reallohn gesunken, außer bei Managern, Politikern und Bankern.

Die Nahrungsmittel sind stetig teurer geworden.

Deutschland hat 2 Billionen Schulden. Die Reichsten paar Leute in Deutschland besitzen 3 Billionen. Kommt Ihnen das nicht "spanisch" vor?

Der Durchschnittsbürger wird ausgepresst wie eine Zitrone, und ein paar bereichern sich auf aller Kosten. Und dann gehen genau diese "Sozialschmarotzer" her, die alle ausbeuten, und sagen den Ausgebeuteten, sie hätten über ihre Verhältnisse gelebt: geht`s noch?

lagrangian
10
4.10.2011, 05:29

Staatsausgaben haben NICHTS mit den Löhnen zu tun! Und was sollte einem an dem Verhältnis zw Staatsschulden und Privatvermögen spanisch vorkommen? Sollte es umgekehrt sein? Es ist doch bitte gut, dass es mehr Privatvermögen gibt als Staatsschulden. Und wer presst aus: der Staat mit seiner exorbitanten Steuer- und abgabenquote.

bloody-nine
 
01
3.10.2011, 14:42
ich kann mir gut vorstellen

was die eingesparten polizisten und lehrer dazu sagen, genau wie die menschen in den vierteln in denen sie eingespart werden.

leute wie du vergessen halt immer dass hinter den zahlen menschen stecken.

lagrangian
11
3.10.2011, 14:45

ja, und? also last uns so lange weitermachen bis ALLES den bach runter geht, weil dann sind weniger menschen betroffen und nicht nur die, die zb zu viel vom staat angestellt sind?

super konzept...

Peacefaktor
01
3.10.2011, 20:55
nein, weitermachen wie bisher führt in den Abgrund

also raus aus dem Zinssystem und umlaufgesichertes Freigeld ohne Zins.
hat schon funktioniert und zu breitem Wohlstand geführt.
Was bringt umlaufgesichertes Freigeld ohne Zins:

4 Tage Woche bei 6 Stunden Arbeit pro Tag
90 bis 150 Urlaubstage pro Jahr
nach 20 bis 30 Jahren (je nach Beruf) hat man fürs Leben ausgesorgt.
Selbst Tagelöhner können sich 5 Mahlzeiten pro Tag leisten und nach 30 Jahren aufhören zu arbeiten.

Hat im "goldenen Mittelalter" in Deutschland funktioniert, bis der Zins wieder eingeführt wurde. Damals, im Freigeldsystem wurden die meisten deutschen Städte aufgebaut.
Hat auch schon in Österreich funktioniert (Wörgl, wenn ich mich nicht täusch), bis die Nationalbank das Freigeld verbot und der Ort wieder in Armut ertrank.

lagrangian
10
4.10.2011, 05:25

Eben deswegen brauchen wir Sparprogramme, die den Staat zwingen endlich nicht mehr Schulden zu machen und diese auch abzubauen. Das ist nämlich das Ende des weitermachens wie bisher.

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