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Inseratenkampagne? Unnötig, wenn man Fläche oder Zeit nicht erst kaufen muss, weil einem das Medium ohnehin gehört. Silvio Berlusconi wurde nicht zuletzt dank seiner immensen Medienmacht italienischer Premier.
Italien gilt nicht gerade als Land von Zeitungslesern. Information, Meinungsbildung - und damit auch Politik - wird in erster Linie über das Fernsehen abgewickelt. Dort werden die wählenden Massen erreicht, und dort verfügt Berlusconi über geradezu absolutistische Macht: Bei seinen privaten TV-Networks Rete 4, Canale 5 und Italia 1 Uno sorgen Berlusconis Vertraute, allen voran Intimus Emilio Fede, dafür, dass die Regierung gut wegkommt. Der Premier kommt daher auch regelmäßig prominent in den Nachrichtensendungen zu Wort - oft auch telefonisch live in die Sendung durchgeschaltet.
Aber auch bei den staatlichen Sendern besetzen treue Diener ihres Herrn die Chefposten. Rai 1 und Rai 2 gelten als ergebene Regierungssender, allein Rai 3 probt immer wieder den Aufstand gegen versuchte Einflussnahme.
Im Zeitungssektor ist Berlusconi weniger präsent, lediglich Il Giornale steht in seinem direkten Besitz.
Inserate schalten andere Akteure, etwa am vergangenen Samstag der Chef der Schuhmarke Tod's, Diego Della Valle. In einer ganzseitigen Anzeige in allen großen Zeitungen rief er aus: "Politiker, es reicht!" Das Gros der Italiener vertraue ihnen nicht mehr; auch nicht die Unternehmer, die Berlusconi in den vergangenen zwei Jahrzehnten oft fast fanatisch unterstützt hatten. (Gianluca Wallisch, DER STANDARD; Printausgabe, 3.10.2011)
Inserateschaltungen "erweckten teilweise den Eindruck einer Imagekampagne des Bundesministers"
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