Rössler will das Image der "Nein-Sager-Partei" loswerden
Salzburg - Mehr Aktionismus, mehr Präsenz in Politik und Gesellschaft und ein "etwas offensiveres Auftreten" mit mehr Selbstbewusstsein kündigt die neue Landessprecherin der Grünen in Salzburg, Astrid Rössler, an. "Dass wir wachsen und mehr Zuspruch erhalten, muss ein Ziel sein. Wir wollen aber auch mehr Einfluss, und ich erhebe den Anspruch, dass wir früher oder später Regierungsverantwortung übernehmen", sagte die Politikerin.
Der neue Schwung in der Partei sollte durch mehr Aktionismus sichtbar werden, wobei sie darunter nicht unbedingt Straßenblockaden versteht. Mit "guten, witzigen Aktionen" sollte dargestellt werden, wie positiv die Grünen und ihre Lebensweise seien. Als Beispiele nannte sie einen neuen grünen Radanhänger als Info-Bike, den sie am Samstag bei der Landesversammlung präsentiert hatte, oder Flash-Mobs. Das grüne Lebensmodell mit "Modernität, Pfiffigkeit, Humor, Kreativität und Jugend" sollte sichtbar gemacht werden.
Umwelt, Energie und Klima ins Zentrum rücken
Den Unterschied zu ihrem Vorgänger Cyriak Schwaighofer, unter dessen Führung die Grünen in Salzburg dreimal ein drittes Mandat im Landtag verfehlt haben, umschrieb die neue Nummer 1 so: Sie werde mit einem anderen Stil und anderer Präsenz auftreten. Auch inhaltlich möchte sie sich etwas verändert positionieren und die Themen Umwelt, Energie und Klima als die drängendsten Probleme ins Zentrum rücken.
Keine "Nein-Sager-Partei"
Außerdem will Rössler das Image als "Nein-Sager-Partei" loswerden. "Wir sind schon jetzt nicht nur durch Kritik aufgetreten, wurden aber immer auf dieses Segment reduziert. Tatsächlich wurde die Qualität unserer Arbeit in konstruktiven Vorschlägen - etwa bei der Korruptionsbekämpfung - sichtbar, diese wurden aber von der Regierung nicht aufgegriffen."
Ihr Anspruch auf Regierungsbeteiligung leite sich davon ab, "dass wir extrem unzufrieden sind, wie SPÖ und ÖVP regieren". "Ich würde mich gerne zwischen dieses lieblose Ehepaar drängen." Das Potenzial, um bei den nächsten Wahlen klar zuzulegen, wäre jedenfalls vorhanden, räumte die Neo-Landessprecherin ein. "Ich weiß, dass wir in den Umfragen sehr hohe Sympathiewerte haben. Wir müssen aber diese Lücke zwischen Wahlergebnissen (zuletzt 7,4 Prozent, Anm.) und Sympathie schließen. Aus der Sympathie muss Begeisterung werden: Ja, die Grünen haben die richtigen Themen."
Sicher liege das Haupt-Potenzial im Zentralraum, aber auch außerhalb davon gebe es immer mehr Menschen, die unzufrieden seien und eine Trendwende herbeiwünschen, etwa bei der Energie, auf den Finanzmärkten oder beim Umgang mit den Ressourcen. (APA)