Amtsantritt

Salzburgs neue Grünen-Chefin will in die Landesregierung

2. Oktober 2011, 16:20

Rössler will das Image der "Nein-Sager-Partei" loswerden

Salzburg  - Mehr Aktionismus, mehr Präsenz in Politik und Gesellschaft und ein "etwas offensiveres Auftreten" mit mehr Selbstbewusstsein kündigt die neue Landessprecherin der Grünen in Salzburg, Astrid Rössler, an. "Dass wir wachsen und mehr Zuspruch erhalten, muss ein Ziel sein. Wir wollen aber auch mehr Einfluss, und ich erhebe den Anspruch, dass wir früher oder später Regierungsverantwortung übernehmen", sagte die Politikerin.

Der neue Schwung in der Partei sollte durch mehr Aktionismus sichtbar werden, wobei sie darunter nicht unbedingt Straßenblockaden versteht. Mit "guten, witzigen Aktionen" sollte dargestellt werden, wie positiv die Grünen und ihre Lebensweise seien. Als Beispiele nannte sie einen neuen grünen Radanhänger als Info-Bike, den sie am Samstag bei der Landesversammlung präsentiert hatte, oder Flash-Mobs. Das grüne Lebensmodell mit "Modernität, Pfiffigkeit, Humor, Kreativität und Jugend" sollte sichtbar gemacht werden.

Umwelt, Energie und Klima ins Zentrum rücken

Den Unterschied zu ihrem Vorgänger Cyriak Schwaighofer, unter dessen Führung die Grünen in Salzburg dreimal ein drittes Mandat im Landtag verfehlt haben, umschrieb die neue Nummer 1 so: Sie werde mit einem anderen Stil und anderer Präsenz auftreten. Auch inhaltlich möchte sie sich etwas verändert positionieren und die Themen Umwelt, Energie und Klima als die drängendsten Probleme ins Zentrum rücken.

Keine "Nein-Sager-Partei"

Außerdem will Rössler das Image als "Nein-Sager-Partei" loswerden. "Wir sind schon jetzt nicht nur durch Kritik aufgetreten, wurden aber immer auf dieses Segment reduziert. Tatsächlich wurde die Qualität unserer Arbeit in konstruktiven Vorschlägen - etwa bei der Korruptionsbekämpfung - sichtbar, diese wurden aber von der Regierung nicht aufgegriffen."

Ihr Anspruch auf Regierungsbeteiligung leite sich davon ab, "dass wir extrem unzufrieden sind, wie SPÖ und ÖVP regieren". "Ich würde mich gerne zwischen dieses lieblose Ehepaar drängen." Das Potenzial, um bei den nächsten Wahlen klar zuzulegen, wäre jedenfalls vorhanden, räumte die Neo-Landessprecherin ein. "Ich weiß, dass wir in den Umfragen sehr hohe Sympathiewerte haben. Wir müssen aber diese Lücke zwischen Wahlergebnissen (zuletzt 7,4 Prozent, Anm.) und Sympathie schließen. Aus der Sympathie muss Begeisterung werden: Ja, die Grünen haben die richtigen Themen."

Sicher liege das Haupt-Potenzial im Zentralraum, aber auch außerhalb davon gebe es immer mehr Menschen, die unzufrieden seien und eine Trendwende herbeiwünschen, etwa bei der Energie, auf den Finanzmärkten oder beim Umgang mit den Ressourcen. (APA)

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12 Postings
ND1
00
4.10.2011, 14:55
interessant finde ich

dass neue Grünen-ChefInnen ihren ersten Satz immer mit den Worten: "Ich will ... " beginnen :-)

Sind wir denn nicht alle ein bisschen unobjektiv?
 
00
9.10.2011, 21:15

Womit denn sonst, denn "können" tuns ja nichts - siehe W.

Snoopy47
00
3.10.2011, 14:37
Keine "Nein-Sager-Partei"

Das ändert sich sofort wenn man in der Landesregierung ist.
Beispiel gefällig: WIEN
sofort ja zu:
- deftig höhere Wassergebühren
- höhere Parkgebühren
- keine billigeren Fahrkarten mehr
- alles wird 30er Zone.......

Zinnmo
 
40
3.10.2011, 08:36
Voll dafür

Große Koalitionen sollten die Ausname bleiben. Da sich die Blauen selber ins Abseits stellen, bleibt als konstruktiver Partner nur Grün.

byron sully
10
3.10.2011, 14:24

seh ich an sich ähnlich. aber rot-grün wäre 2004 auch schon rechnerisch möglich gewesen, nur wollte burgstaller nicht.

Lectrice
01
3.10.2011, 14:17

Stimmt bis auf "konstruktiv". Aktionismus um der Handlung willen und Weltuntergangsstimmung um die kath. Religion zu ersetzen fällt für mich nicht unter "konstruktiv".

oesihansi
00
3.10.2011, 08:31
weltuntergangsstimmung

ozonloch am nordpol, liz hurly vergeben, und die gruenen haben die richtigen themen ....

Section Control
00
3.10.2011, 07:19
Klingt ja sehr powervoll und motivierend

Andererseits, je mehr eine(r) den Mund voll nimmt, desto enttäuschter war ich danach. Ankündigungpolitik ist gar keine Politik. Schauen wir was herauskommt.

jimmydean
01
3.10.2011, 08:20
finde ich auch

ein politiker sollte eigentlich gar nicht mehr sagen was er vorhat zu tun... wie michael spindelegger: ich werde euch doch nicht vor der wahl sagen, was ich nachher machen werde.

sestrelevante
00
2.10.2011, 17:52
Besser gesagt an den Futterdrog,,,

Gerhard Müller
01
2.10.2011, 17:31
Rössler und Burgstaller?

dagegen wäre Kapfenberg gegen Simmering ein Erstkommunionstreffen.

Arbeit für die Zensur
00
2.10.2011, 16:53

Verständlich, dort locken höhere Bezüge!

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