Gewählt

Astrid Rössler neue Landessprecherin in Salzburg

1. Oktober 2011, 22:55

Mit rund 94 Prozent der Stimmen gewählt - "Ich möchte, dass wir Grüne wieder mehr auf der Straße sind"

Salzburg - Bei Salzburgs Grünen ist es am Samstag zum schon lange geplanten Wechsel an der Spitze gekommen. Nach fast 13 Jahren hat sich Landessprecher Cyriak Schwaighofer in die zweite Reihe zurückgezogen und Platz gemacht für Astrid Rössler. Die 52-jährige Unternehmensberaterin erhielt am späten Nachmittag von der Landesversammlung breite Zustimmung: 58 der 62 Anwesenden (rund 94 Prozent) schenkten ihr das Vertrauen.

In ihrer Präsentation kündigte Rössler an, sie wolle "das Modell der Grünen Lebensqualität und Lebensfreude sichtbar und spürbar machen" und zugleich "in der politischen Arbeit stark und konsequent auftreten, wenn es um Grundwerte geht, um die Bekämpfung von Missständen und um den Schutz unserer Lebensgrundlagen". Die Wähler überzeugen möchte sie unter anderem durch mehr "kreativen und humorvollen Aktionismus", stärkere Präsenz im Öffentlichen Raum, vor allem aber einen intensiveren Kontakt zu den Menschen: "Ich möchte, dass wir Grüne wieder mehr auf der Straße sind."

"Ich gehe nicht aus Enttäuschung oder dergleichen, sondern weil ich überzeugt bin, dass es nach 13 Jahren gut ist, wenn man Platz macht für jemanden, der andere Ideen einbringt und damit auch einen neuen Drive erzeugt", begründete Schwaighofer seinen Schritt in die zweite Reihe. Gleichzeitig kündigte er an, dass er gerne weiter im Team mitarbeiten möchte. Rückblickend bedauerte er es, dass die SPÖ im Jahr 2004 nicht bereit gewesen sei, eine rot-grüne Koalition einzugehen: "Es wäre sich ausgegangen", doch sei die SPÖ "ein bisschen zu feig gewesen, es anders zu versuchen."

Die Landesversammlung hatte zuvor in einem wahren Marathon sämtliche Funktionen gewählt, und zwar den Vorstand, die Finanzreferenten, die Rechnungsprüfer sowie die Delegierten zum erweiterten Bundesvorstand und zum Bundeskongress.

Rössler ist die dritte Parteichefin der Grünen Salzburgs seit deren Einzug in den Landtag im Jahr 1989: Der Lehrer Christian Burtscher führte sie vor 22 Jahren noch unter dem Namen Bürgerliste erstmals ins Landes-Parlament, in dem sie seither auch ohne Unterbrechung vertreten sind. Zum Ende seiner zweiten Gesetzgebungsperiode kündigte er dann seinen Rückzug an und hinterließ eine tief zerrissene Partei.

Der Kompromisskandidat Cyriak Schwaighofer verhinderte 1999 gerade noch ein getrenntes Antreten zweier Gruppierungen, was ziemlich sicher das Ausscheiden aus dem Landtag bedeutet hätte. Mit einem neuen Team und geänderten Statuten kehrte dann rasch Ruhe in die Partei ein, in Wahlergebnissen schlug sich dies aber nie spürbar nieder, denn über ein zweites Mandat kamen die Grünen seither nicht hinaus, der Klub-Status blieb also weiterhin Wunsch.

Die Juristin Astrid Rössler war zehn Jahre bei der Landesumweltanwaltschaft Salzburg tätig und ist seither selbstständige Unternehmensberaterin und Mediatorin. Breitere Bekanntheit erhielt sie ab 2006 durch ihr Engagement im Kampf gegen Fluglärm, im Jahr darauf wurde sie Sprecherin des Anrainerschutzverbandes. (APA)

Grüneneun
00
10.10.2011, 14:04
Bei der grünen Arbeitsmarktpolitik wird sich ihr Wunsch schnell erfüllen

Salz Burger
00
2.10.2011, 15:46

Zuerst in die Nähe des Flughafens ziehen und dann anfangen, gegen diesen Wirtschaftsfaktor, von dem viele Nachbarn leben, zu kämpfen, damit macht man sich nicht gerade beliebt. Da reicht es zwar hin und wieder für ein Landtagsmandat, mit solchen Leuten lassen sich aber nicht wirklich Stimmen sammeln. Die anderen Parteien werden sich freuen.

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